Examensarbeit, 2003
155 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der Jenaplan als Form des offenen Unterricht
2.1 Die Öffnung von Schule und Unterricht
2.2 Der pädagogische Auftrag der Grundschule
2.3 Die veränderte Lebenswelt der Kinder
2.3.1 Kinder leben heute in einer veränderten familiären Lebenswelt
2.3.2 Verändertes Spiel- und Freizeitverhalten
2.3.3 Veränderte Lebenswirklichkeit durch Medien
2.3.4 Verändertes elterliches Erziehungsverhalten
2.3.5 Veränderte Situation durch Vielfalt der Kulturen
2.4 Innere Differenzierung als Reaktion auf eine veränderte Kindheit
3. Biographie von Peter Petersen
3.1 Hamburger Jahre
3.2 Berufung nach Jena
4. Jenaplan – Entwicklung einer pädagogischen Schule
4.1 Die Reformpädagogik
4.1.1 Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und am konventionellen Lernbegriff
4.1 2 Die schulorganisatorischen Forderungen
4.2 Reform der Schule unter dem Primat der Erziehung
4.2.1 Die Universitätsübungsschule in Jena
4.2.2 Die Neueuropäische Erziehungsbewegung 1925
4.2.3 Die Entstehung des Namens „Jena – Plan“
4.2.4 Die Universitätsübungsschule in Jena in der SBZ und der DDR zwischen 1945 und 1950
4.2.5 Schulversuche nach dem Jenaplan in der Bundesrepublik Deutschland
4.2.6 Aktuelle Konzepte
4.3 Jena – Plan Renaissance in den Niederlanden
4.4 Zusammenfassung
4.5 Resümee – Die Jenaplan - Schule als eine Schule der Demokratie?
5. Der Ansatz des Jenaplans
5.1 Die Erziehungsidee
5.2 Wochenarbeitsplan statt „Fetzenstundenplan“
5.2.1 Kriterien eines „rhythmischen Wochenarbeitsplans“
5.3 Bildungsgrundformen
5.3.1 Das Gespräch
5.3.2 Das Spiel
5.3.3 Die Arbeit
5.3.3.1 Die Arbeitsmittel
5.3.3.2 Leistungskultur statt Leistungskult
5.3.4 Die Feier
5.3.4.1 Ziele der Feier
5.3.4.2 Schlussbetrachtung
5.4 „Schulwohnstube“ statt Klassenzimmer
5.4.1 Das Gestalten der „Schulwohnstube“
5.4.2 Lernumgebung als Anreiz
5.5 Stammgruppenprinzip statt Jahrgangsklassen
5.5.1 Die pädagogisch - didaktischen Vorteile
5.5.2 Die Schulgemeinde
5.6 Die Lehrerrolle
5.7 Probleme beim Unterricht nach dem Jenaplan
5.8 Zusammenfassung
6. Die Grundschule am Steigerwald
6.1 Das Schulkonzept
6.2 Elternarbeit
7. Der Jenaplan in der schulischen Praxis
7.1 Einführung
7.2 Erkenntnismöglichkeiten des narrativen Interviews
7.3 Das Ablaufschema
7.4 Gruppendiskussion
7.5 Ergebnisse und Interpretation des Interviews
8. Kindorientierung in der Jenaplan – Schule?
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Demokratie und Gemeinschaft in der Grundschule und analysiert, inwieweit der Jenaplan von Peter Petersen als pädagogisches Konzept Antworten auf aktuelle Herausforderungen wie Individualisierung und veränderte Kindheit bieten kann. Durch eine historische Einordnung des Jenaplans und eine qualitative Interviewstudie in einer reformpädagogisch orientierten Grundschule wird die praktische Relevanz und Anpassungsfähigkeit dieses Ansatzes beleuchtet.
Die veränderte Lebenswelt der Kinder
Der offene Unterricht und damit auch der Jenaplan soll in besonderem Maße auf den Wandel der Gesellschaft und die veränderte Kindheit reagieren. Aber was ist gemeint, wenn von der „veränderten Lebenswelt“ gesprochen wird?
In Anlehnung an Maria Fölling – Albers gibt es fünf wesentliche Aspekte, die die Veränderungen in der Sozialisation von Kindern beschreiben und erkennen lassen, warum die Arbeit nach dem Jenaplan eine pädagogische Antwort darauf sein kann.
Die veränderte Kindheit ist damit verknüpft, dass die sozialen Erfahrungsmöglichkeiten in der Ursprungsfamilie für viele Kinder immer geringer werden, weil die Familien immer kleiner werden. Durch den starken Geburtenrückgang (in den letzten 25 Jahren um fast 50 %) wachsen etwa Dreiviertel aller Kinder ohne oder nur mit einem Geschwisterkind auf. Einzelkinder erleben somit nicht mehr das Anderssein oder das Gleichsein im täglichen Familienleben.
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die methodische Vorgehensweise und stellt die zentrale Forschungsfrage zum Spannungsfeld zwischen Demokratie und Gemeinschaft im Kontext des Jenaplans.
2. Der Jenaplan als Form des offenen Unterricht: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Offener Unterricht“, beschreibt aktuelle Bildungsstandards und analysiert die veränderten Lebensbedingungen von Kindern, die eine pädagogische Neuausrichtung erfordern.
3. Biographie von Peter Petersen: Der Autor skizziert die wesentlichen Stationen im Leben Petersens, von seinen Erfahrungen in einer Dorfschule bis hin zu seinem pädagogischen Wirken in Hamburg und Jena.
4. Jenaplan – Entwicklung einer pädagogischen Schule: Es wird die historische Entstehung des Jenaplans im Kontext der Reformpädagogik dargelegt, inklusive seiner Entwicklung in verschiedenen politischen Systemen und seiner aktuellen Renaissance.
5. Der Ansatz des Jenaplans: Dieses Kapitel behandelt die zentralen Elemente des Jenaplans, wie die vier Bildungsgrundformen, das Stammgruppenprinzip und die Gestaltung des Schulraums als Lebensstätte.
6. Die Grundschule am Steigerwald: Die Autorin stellt eine konkrete Grundschule in Erfurt vor, die reformpädagogische Ansätze, insbesondere den Jenaplan, in ihrem Schulkonzept integriert.
7. Der Jenaplan in der schulischen Praxis: Hier werden die methodischen Hintergründe des durchgeführten narrativen Interviews beschrieben und die Ergebnisse der Befragung von Lehrerinnen zur täglichen Arbeit mit dem Jenaplan präsentiert.
8. Kindorientierung in der Jenaplan – Schule?: Das Fazit reflektiert, inwieweit das Jenaplan-Konzept tatsächlich kindorientiert ist und welche Übertragbarkeit es auf das heutige Regelschulsystem besitzt.
Jenaplan, Peter Petersen, Reformpädagogik, Offener Unterricht, Grundschule, Erziehung, Demokratie, Gemeinschaft, Stammgruppen, Wochenarbeitsplan, Schulentwicklung, Binnendifferenzierung, Lehrerrolle, Kindorientierung, Schulwohnstube.
Die Arbeit analysiert das reformpädagogische Konzept des Jenaplans von Peter Petersen und untersucht, inwieweit dieses Modell geeignet ist, aktuelle Herausforderungen wie Individualisierung und gesellschaftliche Heterogenität in der Grundschule zu bewältigen.
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entstehung des Jenaplans, die veränderte Lebenswelt moderner Kinder, das Prinzip der inneren Differenzierung sowie die Umsetzung reformpädagogischer Ansätze in der heutigen Schulpraxis.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Jenaplan durch die Verbindung von Gemeinschaftsleben und individueller Förderung eine Alternative zum Frontalunterricht darstellt und einen Beitrag zur demokratischen Erziehung leisten kann.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu den reformpädagogischen Grundlagen mit einer qualitativen empirischen Studie in Form narrativer Interviews mit Grundschullehrerinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Jenaplan-Prinzipien (Gespräch, Spiel, Arbeit, Feier) sowie eine praxisnahe Fallstudie, in der Erfahrungen aus einer jenaplan-inspirierten Grundschule in Erfurt ausgewertet werden.
Wichtige Schlagworte sind Jenaplan, Peter Petersen, Reformpädagogik, offener Unterricht, Stammgruppen, Gemeinschaftsbildung und Binnendifferenzierung.
Die Lehrerinnen betonen vor allem die Vorteile der jahrgangsübergreifenden Stammgruppen und des Wochenplanunterrichts zur individuellen Förderung, sehen jedoch auch Herausforderungen in der organisatorischen Vorbereitung und bei der Bewältigung von Heterogenität.
Im Gegensatz zum lehrerzentrierten Frontalunterricht stellt der Jenaplan das Kind als handelndes Subjekt in den Mittelpunkt, setzt auf Kooperation statt Konkurrenz und betrachtet Schule nicht als reinen Lernort, sondern als Lebensgemeinschaft.
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