Diplomarbeit, 1999
98 Seiten, Note: 1,75
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Verlauf der Untersuchung
2. Grundlagen für die Rückstellungsbilanzierung
2.1 Struktur, Zielsetzung und Aufbau der Rechnungslegung
2.2 Rechnungslegungsgrundsätze
2.3 Schulden
2.4 Rückstellungen
2.4.1 Definition und Arten
2.4.2 Überblick über die zulässigen Rückstellungen
2.4.3 Steuerliche Einflüsse auf die Rückstellungsbilanzierung
2.4.4 Abgrenzung von den Verbindlichkeiten
2.4.5 Abgrenzung von den Eventualverbindlichkeiten
3. Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
3.1 Ansatz
3.1.1 Passivierungsvoraussetzungen nach dem HGB
3.1.1.1 Bestehen einer Außenverpflichtung (Schuldcharakter)
3.1.1.2 Wirtschaftliche Verursachung oder rechtliche Entstehung
3.1.1.3 Ungewißheit der Verbindlichkeit
3.1.1.4 Wahrscheinlichkeit der Entstehung bzw. Inanspruchnahme
3.1.2 Passivierungsvoraussetzungen nach den IAS
3.1.2.1 Gegenwärtige Verpflichtung
3.1.2.2 Vergangenes Ereignis
3.1.2.2.1 Darstellung des Kriteriums
3.1.2.2.2 Analyse des Kriteriums
3.1.2.3 Außenverpflichtung
3.1.2.4 Wahrscheinlichkeit der Vermögensbelastung
3.1.2.5 Verläßliche Schätzung des Verpflichtungsbetrages
3.1.3 Konsequenzen der unterschiedlichen Ansatzvoraussetzungen
3.2 Bewertung
3.2.1 Bewertungsmaßstäbe
3.2.1.1 HGB: Vernünftige kaufmännische Beurteilung
3.2.1.2 IAS: Best Estimate
3.2.2 Abzinsung
3.2.3 Berücksichtigung zukünftiger Ereignisse
3.2.4 Saldierung mit Rückgriffsansprüchen und Verkaufsgewinnen
3.2.5 Kostenzurechnung
3.3 Auflösung und Verbrauch
4. Drohverlustrückstellungen
4.1 Ansatz
4.1.1 Passivierungsvoraussetzungen nach dem HGB
4.1.2 Passivierungsvoraussetzungen nach den IAS
4.2 Bewertung
4.3 Auflösung und Verbrauch
4.4 Abgrenzung von den ungewissen Verbindlichkeiten
5. Aufwandsrückstellungen
5.1 Überblick über die Aufwandsrückstellungen nach dem HGB
5.2 Aufwandsrückstellungen nach den IAS?
5.3 Konsequenzen der unterschiedlichen Bilanzierung
5.4 Abgrenzung von den Verbindlichkeitsrückstellungen
6. Besondere Rückstellungen
6.1 Steuerrückstellungen
6.1.1 Rückstellungen für entstandene Steuerschulden
6.1.2 Rückstellungen für latente Steuern
6.2 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
6.3 Restrukturierungsrückstellungen
6.3.1 Bilanzierung nach den IAS
6.3.1.1 Ansatz
6.3.1.2 Berücksichtigung von Innenverpflichtungen?
6.3.1.3 Bewertung
6.3.2 Bilanzierung nach dem HGB
7. Ausweis und Berichterstattung
7.1 Ausweis in der Bilanz
7.2 Ausweis in der GuV
7.3 Berichterstattung im Anhang
7.3.1 Qualitative und quantitative Angaben
7.3.2 Schutzklausel
8. Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Bilanzierung von Rückstellungen nach den deutschen HGB-Vorschriften und dem internationalen Standard IAS 37. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich der Übergang von einem HGB-orientierten zu einem IAS-basierten Konzernabschluss auf die Bilanzierung von Rückstellungen auswirkt und welche Konsequenzen dies für die Unternehmensberichterstattung hat.
3.1.2.1 Gegenwärtige Verpflichtung
Die Ursache für die gegenwärtige Verpflichtung (present obligation) kann entweder rechtlicher (legal obligation) oder faktischer (constructive obligation) Natur sein. Als mögliche Auslöser einer legal obligation nennt IAS 37.10: vertragliche Vereinbarungen, Gesetze oder sonstige rechtliche Grundlagen. Diese Umschreibung entspricht der Unterscheidung zwischen privat- und öffentlich-rechtlichen Ursachen im HGB.
Eine constructive obligation i.S.v. IAS 37.10 erfordert zweierlei: durch die bisherigen etablierten Verhaltensweisen, veröffentlichte Firmengrundsätze oder andere genügend detaillierte aktuelle Erklärungen hat das Unternehmen Dritten zu erkennen gegeben, daß es bestimmte Verpflichtungen übernommen hat, und aufgrund dessen wurde bei diesen Dritten eine Erwartungshaltung begründet, daß die Verpflichtung auch in der erklärten oder praktizierten Form erfüllt werden wird. Solche faktischen Verpflichtungen zählen auch im HGB zu den möglichen Verpflichtungsursachen. Für deren Anerkennung ist erforderlich, daß sich das Unternehmen der Leistung nicht entziehen kann. Somit werden die Konkretisierungserfordernisse nach HGB und IAS in den Fällen, in denen eine bisherige etablierte Verhaltensweise die Erwartungshaltung begründet hat, zum gleichen Ergebnis führen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der internationalen Rechnungslegungsharmonisierung ein und skizziert das Ziel der Untersuchung im Kontext des deutschen HGB und des IAS 37.
2. Grundlagen für die Rückstellungsbilanzierung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Bestimmungen zur Rechnungslegung nach HGB und IAS und grenzt den Begriff der Rückstellung von anderen Bilanzposten ab.
3. Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten: Hier werden die Ansatz- und Bewertungskriterien für ungewisse Verbindlichkeiten nach HGB und IAS im Detail verglichen und analysiert.
4. Drohverlustrückstellungen: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Voraussetzungen für die Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.
5. Aufwandsrückstellungen: Hier wird die Behandlung von Aufwandsrückstellungen beleuchtet, die unter dem HGB zulässig sind, jedoch unter den IAS grundsätzlich nicht als Rückstellungen passiviert werden dürfen.
6. Besondere Rückstellungen: Dieses Kapitel behandelt spezialisierte Rückstellungsthemen wie Steuern, Pensionen und Restrukturierungsmaßnahmen.
7. Ausweis und Berichterstattung: Hier werden die Anforderungen an den Bilanz- und GuV-Ausweis sowie die umfangreichen Anhangspflichten nach den verschiedenen Normensystemen dargestellt.
8. Schlußbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zusammen und bewertet die Auswirkungen auf die Bilanzierungspraxis.
Rückstellungsbilanzierung, HGB, IAS 37, Außenverpflichtung, Innenverpflichtung, Rechnungslegungsharmonisierung, Vorsichtsprinzip, Bewertungsmaßstäbe, Abzinsung, Drohverlustrückstellungen, Aufwandsrückstellungen, Restrukturierungsrückstellungen, latente Steuern, Konzernerfolgsermittlung
Die Arbeit vergleicht die Bilanzierung von Rückstellungen nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) mit den internationalen Anforderungen nach IAS 37.
Die Arbeit deckt die Ansatz- und Bewertungsvorschriften für ungewisse Verbindlichkeiten, Drohverlustrückstellungen, Aufwandsrückstellungen sowie besondere Positionen wie Pensions- und Steuerrückstellungen ab.
Das Hauptziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen HGB und IAS 37 zu identifizieren, um einem nach HGB bilanzierenden Konzern bei der Umstellung auf internationale Rechnungslegungsstandards als Leitfaden zu dienen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse der handelsrechtlichen und internationalen Bilanzierungsstandards sowie der relevanten Rechtsprechung und Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert schrittweise die Voraussetzungen für den Ansatz (z.B. Schuldcharakter, Wahrscheinlichkeit) und die Bewertung (z.B. Erfüllungsbetrag, Abzinsung) von Rückstellungen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen dogmatischen Ansätze von HGB und IAS.
Wichtige Begriffe sind insbesondere das Realisationsprinzip und das Vorsichtsprinzip nach HGB im Vergleich zum Unentziehbarkeitsprinzip und dem best estimate nach IAS.
Technologische Veränderungen können dann rückstellungsmindernd wirken, wenn sie durch Experten begründbar sind und Informationen über die zukünftige Technologie am Erfüllungszeitpunkt vorliegen.
Ja, während das HGB eine Abzinsung nur bei Zinsanteilen vorsieht, verlangen die IAS ein generelles Abzinsungsgebot, sobald der Zinseffekt als wesentlich einzustufen ist.
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