Examensarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 1,3
0. Einleitung
1. Methodischen Vorgehensweise in dieser Arbeit
2. Einige Leitideen marxistischer und sozialistischer Pädagogik
2.1 Geschichtsphilosophische Grundlagen
2.2 Allseitige Entwicklung der Individuen
2.3 Verbindung des Unterrichts mit der produktiven Arbeit
2.4 Polytechnische Bildung und Erziehung
2.5 Ausblick
3. Entwicklung des Regel- und Sonderschulwesens der DDR
3.1 Die Schulreform von 1946
3.2 Die Sonderschulentwicklung 1946-1948
3.3 Die ideologische Okkupation der Schule und Pädagogik nach 1948
3.4 Die Sonderschulentwicklung 1948-1958
3.5 Die Polytechnisierung der Schule seit 1958
3.6 Die Sonderschulentwicklung 1959-1965
3.7 Das einheitliche sozialistische Bildungssystem
3.8 Die Sonderschulentwicklung 1965-1989
3.9 Zusammenfassung
4. Die Entwicklung der Rehabilitationspädagogik als erziehungswissenschaftliche Disziplin
4.1 Genese der Bezeichnung Rehabilitationspädagogik
4.2 Wissenschaftstheoretisches Selbstverständnis der Rehabilitationspädagogik
4.3 Inhaltliche Bestimmung des Rehabilitationsbegriffes
4.4 Menschenbild der Rehabilitationspädagogik
4.5 Rehabilitationspädagogik – eine Zusammenfassung
5. Zur Lebenssituation von geistig behinderten Menschen in der DDR
6. Die Rehabilitationspädagogik schulbildungsfähiger intellektuell Geschädigter in der DDR
6.1 Gegenstandsbestimmung der Rehabilitationspädagogik schulbildungsfähiger intellektuelle Geschädigter
6.2 Wesensbestimmung und Ätiologie schulbildungsfähiger intellektuell Geschädigter
6.3 Historische Entwicklung einer speziellen Bildung und Erziehung schulbildungsfähiger intellektuell Geschädigter in der DDR
6.4 Zielaspekte der Rehabilitationspädagogik schulbildungsfähiger intellektuelle Geschädigter
6.5 Funktion der Rehabilitationspädagogik schulbildungsfähiger intellektuelle Geschädigter
6.5.1 Theoretische Funktion
6.5.2 Praktische Funktion
6.5.3 Prognostische Funktion
6.6 Zur Gestaltung des rehabilitationspädagogischen Prozesses mit schulbildungsfähigen intellektuell Geschädigten
6.6.1 Einheit von Erziehung, Bildung und Rehabilitation im pädagogischen Prozess
6.6.2 Inhalte der Erziehung und Bildung schulbildungsfähiger intellektuell Geschädigter
6.7 Zusammenfassung der Rehabilitationspädagogik für schulbildungsfähige intellektuell Geschädigte
7. Rehabilitationspädagogik für schulbildungsunfähige förderungsfähige Intelligenzgeschädigte
7.1 Gegenstand der Rehabilitationspädagogik der schulbildungsunfähigen förderungsfähigen Intelligenz geschädigten
7.2 Zur Bezeichnung und Kennzeichnung schulbildungsunfähiger förderungsfähiger Intelligenz-geschädigter
7.3 Die Entwicklung der Förderungspädagogik in der DDR
7.3.1 Lösungsversuche im Rahmen der Hilfsschule
7.3.2 Lösungsversuche in Institutionen des Gesundheitswesens
7.3.3 Bemühungen zur Lösung des Problems am Institut für Sonderschulwesen der Humboldt-Universität zu Berlin
7.4 Aufgaben und Gestaltung der Rehabilitationspädagogik für schwerintelligenzgeschädigte Kinder und Jugendliche
7.5 Zusammenfassung der Rehabilitationspädagogik für schulbildungsunfähige förderungsfähige Intelligenzgeschädigte
8. Gab es in der Deutschen Demokratischen Republik ein Unerziehbarkeitsdogma?
9. Literatur
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Pädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung in der DDR, mit besonderem Fokus auf das Spannungsfeld zwischen Bildungsfähigkeit und Ausgrenzung sowie der Ideologie sozialistischer Pädagogik.
1. Methodischen Vorgehensweise in dieser Arbeit
Mit Hilfe der Hermeneutik soll in dieser Arbeit die Geschichte einer Pädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung in der Deutschen Demokratischen Republik entwickelt werden. Das Wort Hermeneutik stammt aus dem Griechischen und bedeutet ein wissenschaftliches Verfahren zur Auslegung und Erklärung von Texten (vgl. Deutsches Fremdwörterlexikon 1974, 288). Zurückzuführen ist die Methode der Hermeneutik auf Wilhelm Dilthey, der 1883 seine „Einleitung in die Geisteswissenschaften“ veröffentlichte (vgl. Dilthey 1957) und das System der Wissenschaften auf eine neue philosophisch fundierte Grundlage stellte. Die Systematisierung der Wissenschaften ergab sich für ihn aus den Methoden ihrer Erforschung. „Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir“ (Dilthey 1957, 143). Das impliziert, dass Naturwissenschaften die Welt beschreiben und kausale Zusammenhänge ausdrücken und dass Geisteswissenschaften nach dem „Sinn“ menschlicher Lebensäußerungen suchen, der nur im „Verstehen“ ausgedrückt werden kann (vgl. Jank/Meyer 2002, 135). Dieses „Verstehen“ bezeichnet man als Hermeneutik.
Der Höhepunkt der neuzeitlichen Hermeneutik fällt mit dem Werk des Philosophen Hans- Georg Gadamer zusammen, der das „Verstehen“ als Kreislauf in drei „hermeneutischen Zirkeln“ entwickelte (vgl. Gadamer 1965): [1] Vorverständnis und Erwartungshorizont prägen das Verstehen vor, werden aber durch das Textverstehen selber verändert. [2] Das Verstehen des Teils hängt vom Verstehen des Ganzen ab und bestimmt es zugleich. [3] Der Gegenwartshorizont des Verstehenden und der historische Horizont des zu Verstehenden setzen einander voraus, da es weder einen Gegenwartshorizont noch einen historischen Horizont je für sich gibt.
0. Einleitung: Einführung in das Thema der Entwicklung der Pädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung in der DDR unter Berücksichtigung von Bildungsfähigkeit und Ausgrenzung.
1. Methodischen Vorgehensweise in dieser Arbeit: Erläuterung der hermeneutischen Methode, die zur historischen Analyse der Texte und pädagogischen Konzeptionen herangezogen wird.
2. Einige Leitideen marxistischer und sozialistischer Pädagogik: Darstellung der marxistisch-leninistischen Grundlagen wie allseitige Entwicklung, polytechnische Bildung und die Verbindung von Unterricht und produktiver Arbeit.
3. Entwicklung des Regel- und Sonderschulwesens der DDR: Historischer Überblick über die Schulreformen und die Entwicklung des Sonderschulwesens unter ideologischem Einfluss von 1946 bis 1989.
4. Die Entwicklung der Rehabilitationspädagogik als erziehungswissenschaftliche Disziplin: Analyse der Entstehung der Rehabilitationspädagogik als eigenständige Wissenschaftsdisziplin und ihres Selbstverständnisses.
5. Zur Lebenssituation von geistig behinderten Menschen in der DDR: Untersuchung der Lebensperspektiven behinderter Menschen, abhängig von ihrer Einstufung als bildungsfähig oder bildungsunfähig.
6. Die Rehabilitationspädagogik schulbildungsfähiger intellektuell Geschädigter in der DDR: Detaillierte Betrachtung der Theorie und Praxis der Förderung für schulbildungsfähige intellektuell geschädigte Kinder.
7. Rehabilitationspädagogik für schulbildungsunfähige förderungsfähige Intelligenzgeschädigte: Erörterung der späteren Bemühungen, auch für Kinder ohne Schulbildungsfähigkeit spezifische Förderkonzepte zu entwickeln.
8. Gab es in der Deutschen Demokratischen Republik ein Unerziehbarkeitsdogma?: Abschließende kritische Reflexion zur Frage, ob das DDR-System durch die Stigmatisierung als bildungsunfähig den Zugang zu Grundrechten verwehrte.
Rehabilitationspädagogik, DDR, Geistigbehindertenpädagogik, Schulbildungsfähigkeit, Bildungssystem, Sozialistische Pädagogik, Exklusion, Inklusion, Hermeneutik, Sonderpädagogik, Menschenbild, Polytechnik, Förderungspädagogik, Unerziehbarkeitsdogma, Ideologie.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Pädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung in der DDR und untersucht kritisch, wie das sozialistische Erziehungssystem zwischen dem Anspruch auf Teilhabe und der tatsächlichen Ausgrenzung agierte.
Zu den zentralen Themen gehören die marxistischen Bildungsleitlinien, die historische Entwicklung des DDR-Schulwesens, die Rolle der Rehabilitationspädagogik und die Frage nach dem Unerziehbarkeitsdogma gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung.
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Bildungsfähigkeit und Ausgrenzung in der DDR aufzuzeigen und zu untersuchen, ob Menschen mit geistiger Behinderung durch das staatliche Erziehungssystem systematisch stigmatisiert oder ausgeschlossen wurden.
Die Arbeit stützt sich auf die Methode der Hermeneutik, um historische Texte und Bildungskonzeptionen der DDR ideologiekritisch auszulegen und in ihrem damaligen Kontext zu verstehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung marxistischer Erziehungsideale, die Chronologie des Sonderschulwesens, die theoretische Fundierung der Rehabilitationspädagogik sowie eine differenzierte Analyse der verschiedenen Stufen von (Schul-)Bildungsfähigkeit.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rehabilitationspädagogik, DDR, Bildungsfähigkeit, Exklusion, sozialistische Pädagogik und Sonderschulwesen geprägt.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Kategorisierung als "bildungsunfähig" für Betroffene oft den Ausschluss aus dem Bildungssystem bedeutete, da für diese Gruppe lange Zeit keine pädagogische Rehabilitation vorgesehen war und die Verantwortung beim Gesundheitswesen lag.
Der Autor stellt fest, dass die DDR-Rehabilitationspädagogik den in der Bundesrepublik eingeleiteten Paradigmenwechsel – den Abschied vom Unerziehbarkeitsdogma – weitgehend ignorierte und an einer medizinisch-biologischen Defektsicht festhielt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

