Magisterarbeit, 1998
124 Seiten, Note: 1.5
1 EINLEITUNG
1.1 MOTIVATION UND PROBLEMSTELLUNG
1.2 ANGABEN ZUM KORPUS, METHODISCHE UND TECHNISCHE EINSCHRÄNKUNG DER UNTERSUCHUNG
1.3 ZUR LITERATURLAGE
1.3.1 Hypertext
1.3.2 Textlinguistik
1.3.3 (Text-)Linguistik und Hypertext
2 HYPERTEXT: GRUNDSÄTZLICHES ZUR ENTWICKLUNG UND STRUKTUR
2.1 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND
2.1.1 Herkunft des Terminus’ Hypertext
2.1.2 Bedeutung von {hyper}
2.1.3 Bedeutung von {text}
2.1.4 Definition der Sekundärliteratur
2.1.5 Intension und Extension
2.2 KOMPONENTEN EINES HYPERTEXTES
2.2.1 Knoten
2.2.1.1 Struktur
2.2.1.2 Inhalt und Größe
2.2.1.3 Darstellungsform der Knoten
2.2.1.4 Knotenarten
2.2.2 Verweise
2.2.2.1 Allgemeine Eigenschaften
2.2.2.2 Formal: Beziehungsverhältnisse zwischen Ausgangs- und Zielpunkt
2.2.2.3 Inhaltlich: Organisatorische Verweise vs. Referentielle Verweise
2.2.2.3.1 Unterscheidung der beiden Verweisklassen
2.2.2.3.2 Referentielle Verweise
2.2.2.3.3 Organisatorische Verweise
2.2.2.4 Kritik der Verweistypologie
2.2.3 Navigations- und Orientierungskomponenten
2.2.3.1 Textsequenzierung, Navigation und Browsing
2.2.3.2 Orientierungsprobleme und kognitive Mehrbelastung
2.2.3.3 Traditionelle Orientierungshilfen
2.2.3.3.1 Verzeichnisse
2.2.3.3.2 Metainformationen
2.2.3.3.3 Typographische Auszeichnungen
2.2.3.4 Hypertextspezifische Orientierungs- und Navigationshilfen
2.2.3.4.1 Browsersoftware
2.2.3.4.2 Backtracking, Historie, Lesezeichen, Verweismarkierung
2.2.3.4.3 Grafische Übersichten: Browser und Fish-Eye-Views
2.2.3.4.4 Anfrage- bzw. Suchmechanismen: Information Retrieval
2.2.3.4.5 Guided Tours
2.3 ZUSAMMENFASSUNG: DER BEGRIFF HYPERTEXT UND DIE EIGENSCHAFTEN EXISTIERENDER HYPERTEXTE
3 TEXTLINGUISTIK: GRUNDSÄTZLICHES ZUR METHODIK
3.1 UNTERSUCHUNGSGEBIETE DER TEXTLINGUISTIK, EIN ALLGEMEINER TEXTBEGRIFF
3.2 UNTERSUCHUNGSKRITERIEN
3.2.1 Kriterien der Textualität
3.2.2 Textthema: Makrostrukturanalyse
3.2.3 Textstruktur, Textfunktion und Textsorten
3.2.3.1 Textstruktur
3.2.3.2 Textfunktion
3.2.3.3 Textsorten
3.2.3.4 Exkurs: Textsorten als Prototypen für die Texterkennung
3.2.4 Referenzbeziehungen in Texten
3.3 ZUSAMMENFASSUNG: ANALYSESTRATEGIE
4 HYPERTEXT: EINE LINGUISTISCHE ANALYSE
4.1 KRITERIEN DER TEXTUALITÄT
4.1.1 Intertextualität: Text, Hypertext und Textgrenzen
4.1.2 Lokale Kohäsion/Kohärenz vs. Kontext
4.1.3 Intentionalität, Informativität, Situationalität und Aktzeptabilität
4.2 MAKROSTRUKTURANALYSE
4.3 TEXTFUNKTION UND TEXTSTRUKTUR
4.3.1 Kontextanalyse
4.3.2 Analyse der Textfunktion
4.3.3 Analyse der thematischen Textstruktur
4.4 REFERENZSTRUKTUREN IN HYPERTEXTEN
4.4.1 Modell der referentiellen Bewegung
4.4.2 Referentielle Bewegung in Hypertexten
4.4.3 Bedeutung der Quaestio für Kohärenzphänomene zwischen einzelnen Knoten
4.5 HYPERTEXT ALS TEXTSORTE?
5 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
6 TABELLE DER EINZELERGEBNISSE
Die Arbeit untersucht das Phänomen Hypertext aus textlinguistischer Perspektive, um zu klären, ob es sich bei Hypertexten um "Texte" im linguistischen Sinne handelt und welche Besonderheiten die Textstruktur sowie die Kohärenz in einem nicht-linearen, modularen Medium aufweisen.
2.1.1 Herkunft des Terminus’ Hypertext
In dem Artikel Professor Nelson Talk Analyzes P.R.I.D.E. der Zeitung Vassar College Miscellany News vom 3. Februar 1965, wird geschrieben, Nelson habe in einem Vortrag das Wort hyper-text verwendet. Die Autorin, Laurie Wedeles, berichtet:
„[...] he [Nelson] reminded the audience of the problems of organizing material into a coherent piece of writing. As a new organization method Mr. Nelson has invented the PRIDE (Personalized Retrieval Indexing and Documentary Evolution) system.“ (Wedeles 1965)
Nelson wies auf mögliche Probleme hin, die sich bei der Linearisierung von Informationsmaterial zu einem einzigen „coherent piece of writing“ ergeben. Sein System PRIDE versucht, diese Probleme zu lösen:
„ In this system passages of material would be translated into machine language and filed in the machine in any sequence. With the proper instructions the machine would print out any sequence the writer wished to try, freeing him from the necessity of keeping the ideas in his head.“ (Wedeles 1965)
Nelson glaubte, diese Form der Informationsrepräsentation entspräche eher der menschlichen Form des Denkens als eine rein lineare Variante:
„Mr. Nelson pointed out that we often do not think in linear sequences but rather in "swirls" and in footnotes. He introduced the concept of the hyper-text, which would be a more flexible, more generalized, non-linear presentation of material on a particular subject.“ (Wedeles 1965)
Der Schöpfer des Wortes hyper-text nahm also an, menschliches Denken verlaufe nicht in linearen Sequenzen, sondern sei vielmehr mit „Wirbeln“ oder „Fußnoten“ zu vergleichen. Hypertext ist für Nelson eine nicht-lineare, verallgemeinerte und flexiblere Weise, Wissen über ein bestimmtes Thema zu repräsentieren.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung motiviert das Thema Hypertext, grenzt den Untersuchungsgegenstand ein und erläutert die methodische sowie technische Vorgehensweise.
2 HYPERTEXT: GRUNDSÄTZLICHES ZUR ENTWICKLUNG UND STRUKTUR: Dieses Kapitel befasst sich mit der Etymologie, Begriffsbestimmung und den technischen Kernkomponenten eines Hypertextes, wie Knoten und Verweisen.
3 TEXTLINGUISTIK: GRUNDSÄTZLICHES ZUR METHODIK: Hier werden die linguistischen Grundlagen dargelegt, insbesondere der Textbegriff und die Kriterien der Textualität, die zur Analyse herangezogen werden.
4 HYPERTEXT: EINE LINGUISTISCHE ANALYSE: Im Hauptteil findet die eigentliche Untersuchung statt, in der Intertextualität, Kohäsion, Kohärenz sowie die thematische Struktur in Hypertexten analysiert werden.
5 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Dieses Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Frage, ob Hypertexte als eigenständige Textsorte oder als medialer Rahmen zu verstehen sind.
6 TABELLE DER EINZELERGEBNISSE: Hier werden die zentralen Analyseergebnisse tabellarisch zusammengefasst.
Hypertext, Textlinguistik, Kohärenz, Kohäsion, WWW, Knoten, Verweise, Navigation, Browsing, Intertextualität, Textstruktur, Textfunktion, Information Retrieval, Referenzstruktur
Die Magisterarbeit untersucht das Phänomen Hypertext aus einer textlinguistischen Perspektive, um zu klären, ob es sich dabei um Textgebilde handelt und wie diese strukturiert sind.
Die zentralen Felder sind die Definition von Hypertext, die Identifikation seiner Komponenten (Knoten, Verweise), die Analyse der Kohärenz in nicht-linearen Strukturen sowie die Einordnung von Hypertext in bestehende Textsorten-Konzepte.
Das primäre Ziel ist es, ein textlinguistisches Verständnis für das "neue Medium" Hypertext zu entwickeln und zu prüfen, inwieweit etablierte Begriffe der Textlinguistik auf hypertextuelle Strukturen anwendbar sind.
Die Arbeit nutzt die Analyse von Textualitätskriterien (Kohäsion, Kohärenz, etc.) sowie Methoden der Makrostrukturanalyse und der Modellierung referentieller Bewegung, um elektronische Fachtexte zu untersuchen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten linguistischen Analyse, insbesondere dem Problem der Textgrenzen, der Intertextualität und der Art und Weise, wie Leser durch Navigation ihren eigenen "Lesepfad" generieren.
Die wichtigsten Begriffe sind Hypertext, Textlinguistik, Kohärenz, Knoten, Verweise (Links), Navigation und Textsorte.
Der Leser nutzt dafür Navigations- und Orientierungsinstrumente, wie beispielsweise "Backtracking"-Funktionen, Inhaltsverzeichnisse oder visuelle Browser-Hilfen, die den zurückgelegten Lesepfad strukturieren.
Im Hypertext ist die Lese-Reihenfolge nicht zwingend linear vorgegeben, was die Kohärenzbildung erschwert, da der Autor beim Schreiben nicht voraussetzen kann, welche Informationen der Leser bereits in vorherigen "Knoten" aufgenommen hat.
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