Diplomarbeit, 2003
83 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und methodische Vorgehensweise
2. Einordnung
2.1 Getroffene Annahmen und Eingrenzung
2.2 Inländischer Gesellschafter
2.3 Ausländische Personengesellschaft
2.4 Pflicht zur Anzeige der Gründung
3. Steuerfolgen bei einer übereinstimmend transparent besteuerten Personengesellschaft
3.1 Abkommensberechtigung von ausländischen Personengesellschaften und inländischen Personengesellschaftern
3.2 Grundsätze der Gewinnermittlung bei Auslandsbeteiligungen
3.2.1 Rechnungslegungspflichten und Bilanzierung bei Beteiligungen an ausländischen Personengesellschaften
3.2.1.1 Nach inländischem Handelsrecht
3.2.1.2 Nach inländischem Steuerrecht
3.2.2 Mitunternehmerkonzept in Deutschland
3.3 Bargründung einer ausländischen Personengesellschaft
3.4 Sachgründung einer ausländischen Personengesellschaft
3.4.1 Einbringung von Einzel-Wirtschaftsgütern
3.4.1.1 Sachgründung aus dem Privatvermögen
3.4.1.1.1 Steuerfolgen bei steuerverhafteten Wirtschaftsgütern
3.4.1.1.1.1 Nach § 17 EStG
3.4.1.1.1.2 Nach § 23 EStG
3.4.1.1.1.3 Nach § 21 UmwStG
3.4.1.1.2 Nicht steuerverhaftete Wirtschaftsgüter
3.4.1.1.3 Ansatz in der anzupassenden Gewinnermittlung
3.4.1.2 Sachgründung aus einem Betriebsvermögen
3.4.1.2.1 Problemstellung
3.4.1.2.2 Betriebsvermögen im Inland belegen
3.4.1.2.2.1 Sachgründung im Inland
3.4.1.2.2.2 Sachgründung in einem Nicht-DBA-Staat
3.4.1.2.2.2.1 Übertragung von Wirtschaftsgütern aus Sicht der Finanzverwaltung
3.4.1.2.2.2.2 Kritik an der Sicht der Finanzverwaltung
3.4.1.2.2.3 Sachgründung in einem DBA-Staat
3.4.1.2.2.3.1 Überführung in ausländische Betriebsstätte
3.4.1.2.2.3.2 Überführung in eine ausländische Personengesellschaft
3.4.1.2.3 Betriebsvermögen im Ausland belegen
3.4.1.2.3.1 Mit ausländischem Staat besteht kein DBA
3.4.1.2.3.2 Mit ausländischem Staat besteht ein DBA
3.4.2 Einbringung von immateriellen Wirtschaftsgütern
3.4.3 Einbringung von Sachgesamtheiten
3.4.3.1 Auswirkungen für den einbringenden Gesellschafter
3.4.3.2 Einbringung einer Betriebsstätte
3.4.3.2.1 Im Inland belegen
3.4.3.2.1.1 Mit Teilbetriebsqualität
3.4.3.2.1.2 Ohne Teilbetriebsqualität
3.4.3.2.2 Im Ausland belegen
3.4.3.2.2.1 Mit Teilbetriebsqualität
3.4.3.2.2.2 Ohne Teilbetriebsqualität
3.4.3.3 Einbringung eines Mitunternehmeranteils
3.4.3.4 Einbringung einer 100%-Beteiligung
3.4.3.5 Gewerbesteuer bei Einbringung von Sachgesamtheiten
3.5 Nutzungsüberlassung bei Begründung des Auslandsengagements
3.5.1.1 Bilanzierungskonkurrenz
3.5.1.2 Korrespondierende Bilanzierung
3.6 Fremdfinanzierte Beteiligung
3.7 Gründungskosten
3.7.1 Tatsächliche Gründungskosten
3.7.2 Gescheiterte Gründung
4. Besonderheiten bei abweichend transparenter Besteuerung
5. Besonderheiten der intransparent besteuerten Personengesellschaft
5.1 Abkommensberechtigung der Gesellschaft und der Gesellschafter
5.2 Abweichende Rechnungslegungs- und Buchführungspflichten
5.3 Übertragungsvorgänge
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die ertragsteuerlichen Konsequenzen, die sich für inländische Gesellschafter bei der Gründung einer ausländischen Personengesellschaft ergeben, insbesondere im Hinblick auf grenzüberschreitende Sachgründungsvorgänge und die damit verbundene Besteuerung stiller Reserven.
1.1 Problemstellung
Hohe Steuern, viele Reglementierungen und eine nur langsam wach sende inländische Wirtschaft lassen viele inländische Unternehmer ü ber ein Auslandsengagement nachdenken, was der ständig steigende Umfang der Outbound-Investitionen1 bestätigt: Von 20 Mrd. Euro 1990 auf 93 Mrd. Euro 1999.2
Insbesondere mittelständische Unternehmen streben dafür jedoch kein kompliziertes System mit Holdingstrukturen an, sondern beteiligen sich investiv an ausländischen Gesellschaften, zunehmend auch an Perso nengesellschaften.3
Zwischen Stammhaus und Betriebstätte sind Kauf-, Miet-, Darlehens-, Lizenz- und sonstige Verträge nicht möglich, das Betriebstättenergebnis bildet einen Teil des Betriebsergebnisses des Stammhauses. Mit einer Personengesellschaft dagegen als eigenständige Gesellschaft im Ausland sind solche Verträge sehr wohl durchführbar. Daher gelten zwar die meisten Grundsätze für Betriebsstätten im Ausland auch für ausländische Personengesellschaften, im Detail sind jedoch zahlreiche Unterschiede vorhanden.
Die Personengesellschaft nimmt daher eine Stellung zwischen der un eingeschränkt rechtsfähigen Kapitalgesellschaft und der rechtlich völlig unselbständigen Betriebsstätte ein4 und gilt in der grenzüberschreiten den Betrachtung als „besonders schwierig“.5
1. Einleitung: Beschreibt die Beweggründe für Auslandsengagements von Unternehmen und definiert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der steuerlichen Auswirkungen bei der Gründung ausländischer Personengesellschaften.
2. Einordnung: Klärt grundlegende Begrifflichkeiten, nimmt eine thematische Eingrenzung vor und stellt die steuerrechtliche Einordnung der Personengesellschaft und ihrer Gesellschafter dar.
3. Steuerfolgen bei einer übereinstimmend transparent besteuerten Personengesellschaft: Untersucht die detaillierten steuerlichen Konsequenzen, insbesondere bei Sachgründungen und der Einbringung von Betriebsvermögen, unter Berücksichtigung von DBA-Situationen.
4. Besonderheiten bei abweichend transparenter Besteuerung: Erläutert die Problematik, wenn ausländische Staaten beim Besteuerungskonzept vom deutschen Transparenzprinzip abweichen.
5. Besonderheiten der intransparent besteuerten Personengesellschaft: Analysiert die abkommensrechtlichen und steuerlichen Folgen, wenn eine Personengesellschaft im Ausland als Steuersubjekt behandelt wird.
6. Schlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer betriebswirtschaftlich motivierten Entscheidungsfindung bei Auslandsgründungen.
Ausländische Personengesellschaft, Ertragsbesteuerung, Sachgründung, stille Reserven, Mitunternehmerkonzept, Steuerverstrickung, Betriebsstätte, Doppelbesteuerungsabkommen, Einbringung, Nutzungsüberlassung, Sonderbetriebsvermögen, Outsourcing, Steuerneutralität, Außensteuerrecht.
Die Arbeit befasst sich mit der ertragsteuerlichen Behandlung eines inländischen Unternehmers, der eine Personengesellschaft im Ausland gründet.
Zentrale Themen sind die Steuerfolgen bei Sachgründungen, die Einbringung von Wirtschaftsgütern, das Mitunternehmerkonzept sowie die abkommensrechtliche Einordnung von Personengesellschaften.
Ziel ist die Darstellung der ertragsteuerlichen Konsequenzen und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Gründung einer ausländischen Personengesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der Besteuerung stiller Reserven.
Die Arbeit verwendet eine steuerrechtliche Analyse der nationalen und abkommensrechtlichen Vorschriften unter Einbeziehung der aktuellen Rechtsprechung und Literaturmeinungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bargründung, der verschiedenen Formen der Sachgründung (Privat- vs. Betriebsvermögen), der Nutzungsüberlassung, der Fremdfinanzierung sowie der Besonderheiten bei abweichend transparenter oder intransparenter Besteuerung.
Schlüsselwörter sind u.a. Personengesellschaft, Sachgründung, stille Reserven, Mitunternehmerkonzept, Betriebsstätte und Doppelbesteuerungsabkommen.
Die Wahl entscheidet darüber, ob stille Reserven sofort steuerwirksam aufgedeckt werden müssen oder ob eine steuerneutrale Buchwertübertragung (unter bestimmten Voraussetzungen) möglich ist.
Die Personengesellschaft nimmt steuerlich eine Zwischenstellung zwischen voll rechtsfähigen Kapitalgesellschaften und unselbständigen Betriebsstätten ein, was zu komplexen Qualifikationskonflikten und abkommensrechtlichen Fragen führt.
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