Diplomarbeit, 2002
94 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Sterben und Tod im Wandel
2.1 Sterben und Tod in der Vergangenheit
2.2 Sterben und Tod in der Gegenwart
2.3 Sterben und Tod in der Zukunft
3 Die Problemlagen sterbender Menschen
3.1 Körperliche Probleme
3.2 Seelische Probleme
3.2.1 Sterbemodelle
3.2.2 Ängste
3.2.3 Trauer
3.3 Soziale Probleme
3.4 Spirituelle Probleme
4 Die Hospizbewegung
4.1 Die Geschichte der Hospizbewegung
4.2 Die Grundsätze der Hospizbewegung
4.3 Formen der Hospizarbeit
4.3.1 Ambulanter Hospizdienst
4.3.2 Tageshospiz
4.3.3 Stationäres Hospiz
4.4 Die Praxis der Sterbebegleitung
4.5 Sterbebegleitung - Ein neues Tätigkeitsfeld für Sozialpädagogen
4.6 Persönliches Resümee
5 Euthanasie
5.1 Definition des Begriffes Euthanasie
5.2 Formen der Sterbehilfe
5.2.1 Sterbebegleitung
5.2.2 Indirekte Sterbehilfe
5.2.3 Passive Sterbehilfe
5.2.4 Aktive Sterbehilfe
5.3 Juristische Betrachtung der Sterbehilfe
5.4 Ethisch - philosophische Betrachtung der Sterbehilfe
5.5 Theologische Betrachtung der Sterbehilfe
5.5.1 Die katholische Kirche
5.5.2 Die evangelische Kirche
5.6 Julius Hackethal und der Meineid des Hippokrates
5.7 Die Praxis in den Niederlanden
5.8 Das Sterbehilfe - Gesetz in Belgien
5.9 Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V.
5.10 Persönliches Resümee
6 Schlußwort
7 Anhang
Anhang 1 : Entwicklung der Hospizdienste 1955 - 1999
Anhang 2 : Repräsentativumfrage von 1999
Anhang 3 : Durchschnittlicher Tagesverbrauch definierter Tagesdosen von Betäubungsmitteln pro Mio. Einwohner (1986 - 1990)
Anhang 4 : Zum Beschluß des OLG Frankfurt zur Sterbehilfe
Anhang 5 : Richtlinien für ärztliche Sterbebegleitung der Bundesärztekammer
Anhang 6 : Die Kernthesen der neuen Euthanasie-Bewegung Peter Singers
Anhang 7 : Forderungen der DGHS für ein humaneres Leben(s-Ende)
Anhang 8 : Rechtspolitische Leitsätze und Vorschläge der DGHS zu einer gesetzlichen Regelung der Sterbehilfe und -begleitung
Die Diplomarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Sterbebegleitung und Sterbehilfe mit dem Ziel, einen umfassenden Überblick über die Problematik in der Gegenwart zu geben und darzulegen, warum sich beide Konzepte gegenseitig ausschließen. Zentrale Forschungsfrage ist, wie ein Sterben in Würde ermöglicht werden kann.
Die Problemlagen sterbender Menschen
Fast jeder Mensch macht im Verlauf seines Lebens die Erfahrung, welche tiefgreifenden Auswirkungen Schmerzen je nach Dauer und Intensität auf jegliche Aspekte des Lebens haben können. Schmerzen beeinträchtigen den Menschen nicht nur körperlich erheblich, sondern sie greifen auch seine seelische Verfassung an und setzen damit seine Lebensqualität in hohem Maße herab. Der Schmerz ist daher auch von allen körperlichen Beeinträchtigungen das Hauptproblem sterbender Menschen. Bereits 1967 prägte Cicely Saunders den Begriff des „Totalen Schmerzes”, mit welchem sie eine ganzheitliche Sicht des Schmerzes definierte.(vgl. Saunders 1999, S. 11) Sie beschrieb mit diesem Begriff, daß Patienten niemals ausschließlich physische Schmerzanteile haben, sondern daß vielmehr immer auch emotionale, soziale und spirituelle Schmerzanteile vorhanden sind. Sie schlußfolgerte aus dieser Erkenntnis, daß eine Schmerzerleichterung nur möglich sein kann, wenn man das Problem der Schmerzen ganzheitlich betrachtet und angeht.
Sterbende leiden jedoch häufig nicht nur an Schmerzen, sondern meist setzen ihnen zusätzlich spezifische Krankheitssymptome zu. Besonders Patienten mit fortgeschrittenem Krebs werden durch störende Symptome wie Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Darmverschluß erheblich beeinträchtigt. Die gesamte physische Situation sterbender Menschen ist dabei von einem stetigem und unaufhaltsamen Verfall gekennzeichnet. Die zunehmende körperliche und geistige Schwäche, die daraus resultierenden Einschränkungen sowie der teilweise oder vollständige Ausfall einzelner Organe bestimmen das alltägliche Leben der Sterbenden.
In der Betreuung, Versorgung und Pflege Sterbender muß dabei stets bedacht werden, daß die körperlichen Empfindungen natürlich auch hier immer subjektiv gefärbt sind, weswegen eine objektive Beurteilung durch den Außenstehenden nie möglich sein kann. Eine solche Beurteilung darf allerdings ohnehin nicht wichtig erscheinen, da immer das Empfinden des Betroffenen im Mittelpunkt stehen muß.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Tabuisierung von Tod und Sterben und begründet das Ziel, Sterbebegleitung und Sterbehilfe umfassend gegenüberzustellen.
2 Sterben und Tod im Wandel: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Umgangs mit dem Tod von der Antike bis zur heutigen Medizinisierung nach.
3 Die Problemlagen sterbender Menschen: Hier werden die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Herausforderungen erläutert, mit denen Sterbende konfrontiert sind.
4 Die Hospizbewegung: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung, die ethischen Grundsätze und die verschiedenen Organisationsformen der modernen Hospizarbeit.
5 Euthanasie: Eine detaillierte Analyse der Begriffsdefinitionen, ethischen und juristischen Kontroversen sowie der internationalen Rechtslage bezüglich der Sterbehilfe.
6 Schlußwort: Ein abschließendes Resümee, das die Unvereinbarkeit von Sterbebegleitung und Sterbehilfe unterstreicht und zur Humanisierung des Sterbens aufruft.
Sterbebegleitung, Sterbehilfe, Hospizbewegung, Würde, Euthanasie, Palliativmedizin, Patientenverfügung, Selbstbestimmung, Trauer, Lebensqualität, Schmerztherapie, Sozialpädagogik, Sterbekultur, Freitod.
Die Arbeit befasst sich mit der Abgrenzung von Sterbebegleitung und aktiver Sterbehilfe unter dem Fokus eines würdevollen Sterbens.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Todesverständnisses, den Problemlagen Sterbender, der Hospizarbeit und einer ethisch-juristischen Auseinandersetzung mit der Euthanasie.
Das Ziel ist eine umfassende Darlegung beider Ansätze, um fundiert aufzuzeigen, warum Sterbebegleitung und Sterbehilfe sich in der Praxis gegenseitig ausschließen.
Die Autorin nutzt eine Analyse vorhandener Fachliteratur, rechtlicher Rahmenbedingungen und internationaler Beispiele, ergänzt durch ihre persönlichen Erfahrungen aus der Hospizarbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die Problemanalyse für Sterbende, die Vorstellung der Hospizbewegung als Lebensbegleitung sowie eine ausführliche Diskussion der Euthanasie-Debatte.
Die zentralen Begriffe sind Sterbebegleitung, Euthanasie, Hospizbewegung, Selbstbestimmung und Würde.
Sie äußert sich kritisch dazu, da die dortigen Gesetze das Risiko bergen, den sozialen Druck auf Kranke zu erhöhen und die Bedeutung der Hospizbewegung zu untergraben.
Die Autorin plädiert dafür, dass die Sozialpädagogik Sterbebegleitung als neues Tätigkeitsfeld begreifen und aktiv zur Enttabuisierung von Sterben und Tod beitragen sollte.
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