Diplomarbeit, 2004
158 Seiten, Note: Gut
1. Sexualität
1.1. Sexualität – eine Begriffsklärung
1.2. Kindliche Sexualität
2. Der Körper
2.1. Der weibliche und der männliche Körper
2.1.1. Die Entwicklung der männlichen und weiblichen Anatomie
2.1.2. Aufbau und Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane
2.1.2.1. Die äußeren Geschlechtsorgane
2.1.2.2. Die inneren Geschlechtsorgane
2.1.2.3. Der Menstruationszyklus
2.1.2.4. Die Menopause
2.1.3. Die Brust
2.1.4. Aufbau und Funktion der männlichen Geschlechtsorgane
2.2. Der Geschlechtsverkehr
3. Die pubertäre Entwicklung der Schüler
3.1. Die Vorpubertät (Präpubertät)
3.1.1. Das Phänomen der Akzeleration
3.1.1.1. Die psychische Auswirkung der Akzeleration
3.2. Die Pubertät
3.2.1. Körperliche Entwicklung – Wachstum
3.2.2. Sexuelle Reifung
4. Die Empfängnisverhütung
4.1. Verhütungsmethoden für Männer
4.2. Verhütungsmethoden für Frauen
5. Die Schwangerschaft
5.1. Die Embryonalentwicklung
5.2. Normaler Geburtsverlauf
6. Die Geschlechtskrankheiten
6.1. Gonorrhö
6.2. Syphilis
6.3. Aids
7. Geistige Behinderung
7.1. Geistige Behinderung – Begriffsklärung
8. Geistige Behinderung und Sexualität
8.1. Vorurteile
9. Sexualpädagogik
9.1. Die Sexualpädagogik in der Geschichte
9.2. Verschiedene Wege der Sexualpädagogik
9.3. Ziele der Sexualpädagogik
9.3.1. Besondere Aufgaben der Behindertenpädagogik im Bereich der Sexualerziehung
9.4. Der Lehrer als Geschlechtserzieher
9.5. Die Bestimmungen des Lehrplans der Sonderschule
10. Elternarbeit
10.1. Die Aufgaben eines Elternabends
10.2. Einladung zum Elternabend
10.3. Der Elternabend – eine mögliche Gestaltung
11. Warming-ups
12. Unterrichtsbeispiele
12.1. Die Entstehung der Babys
12.2. Die Körperpflege
12.3. Problembewältigung in Beziehungen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Aufarbeitung und praxisnahe Gestaltung von Sexualerziehung für Menschen mit geistiger Behinderung. Die Forschungsfrage widmet sich der Frage, wie Lehrpersonen trotz individueller Lernvoraussetzungen und soziokultureller Barrieren einen altersgerechten, enttabuisierten und integrierten Sexualunterricht in Sonderschulen gestalten können.
2. 1. 2. 1. Die äußeren Geschlechtsorgane
Die äußeren Geschlechtsorgane der Frau bestehen aus:
dem Venushügel (Mons Veneris),
den großen Schamlippen (Labia maiora),
den kleinen Schamlippen (Labia minora),
der Klitoris (Kitzler) und
dem Scheideneingang.
Der Venushügel und die großen Schamlippen bestehen hauptsächlich aus Fettgewebe und sind mit Schamhaaren bewachsen. Große und kleine Schamlippen liegen aneinander und umfassen die Schamspalte.
Die kleinen Schamlippen werden von zwei Hautfalten gebildet die ein dichtes Netz von Blutgefäßen und Nervenendungen durchzieht. Daher sind sie besonders sensibel. Nach vorne bilden sie eine Art Vorhaut für die Klitoris. Auf den kleinen Schamlippen münden aber auch die Ausführungsgänge der Bartholinschen Drüsen, die den Bulbourethral-Drüsen (oder auch Cowper-Drüsen) beim Mann entsprechen. Sie sondern eine kleine Menge an Gleitflüssigkeit ab. Der größte Teil, beim Geschlechtsverkehr, kommt jedoch direkt aus der Scheidenwand.
1. Sexualität: Einführung in den Begriff der Sexualität, die über die rein biologische Fortpflanzungsfunktion hinausgeht und menschliche Entwicklung miteinbezieht.
2. Der Körper: Detaillierte biologische Erläuterung der männlichen und weiblichen Anatomie und deren Funktionen als Grundvoraussetzung für den Sexualunterricht.
3. Die pubertäre Entwicklung der Schüler: Analyse der körperlichen und seelischen Veränderungen während der Pubertät sowie das Phänomen der Akzeleration.
4. Die Empfängnisverhütung: Übersicht über verschiedene Methoden zur Verhütung bei Mann und Frau unter Berücksichtigung von Sicherheit und Anwendung.
5. Die Schwangerschaft: Beschreibung der Embryonalentwicklung und des normalen Geburtsverlaufs in den verschiedenen Stadien.
6. Die Geschlechtskrankheiten: Aufklärung über Risiken, Übertragungswege und Symptome von Geschlechtskrankheiten sowie notwendige Vorsorgemaßnahmen.
7. Geistige Behinderung: Auseinandersetzung mit der Begriffsbestimmung von geistiger Behinderung und deren gesellschaftlicher Wahrnehmung.
8. Geistige Behinderung und Sexualität: Erörterung der Rechte von Menschen mit geistiger Behinderung auf ein erfülltes Sexualleben und Abbau gängiger Vorurteile.
9. Sexualpädagogik: Darstellung der historischen Entwicklung, Ziele und Methoden der Sexualpädagogik im sonderpädagogischen Kontext.
10. Elternarbeit: Bedeutung und praktische Gestaltung der Kooperation zwischen Schule und Elternhaus für eine ganzheitliche Sexualerziehung.
11. Warming-ups: Vorstellung methodischer Einstiege zur Auflockerung und Interaktion im Unterricht.
12. Unterrichtsbeispiele: Konkrete Planungsentwürfe für Unterrichtseinheiten zu den Themen Entstehung des Lebens, Körperpflege und Beziehungsarbeit.
Sexualerziehung, Geistige Behinderung, Sonderschule, Sexualpädagogik, Biologie, Pubertät, Verhütungsmethoden, Elternarbeit, Körperwahrnehmung, Aufklärung, Inklusion, Prävention, Beziehungsfähigkeit, Unterrichtsplanung, Geschlechtskrankheiten.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Implementierung von Sexualerziehung für Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung, wobei biologisches Wissen mit sozialpädagogischen Ansätzen verknüpft wird.
Die Arbeit deckt die biologischen Grundlagen der menschlichen Sexualität, die pubertäre Entwicklung, Empfängnisverhütung, Schwangerschaft, den Umgang mit Geschlechtskrankheiten sowie die spezifischen sexualpädagogischen Herausforderungen bei geistiger Behinderung ab.
Ziel ist es, Lehrkräften fundiertes Fachwissen zu vermitteln und konkrete Wege aufzuzeigen, wie Sexualerziehung individuell und altersgerecht gestaltet werden kann, um Schülern Selbstbestimmung und soziale Kompetenz zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretische Diplomarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und diese durch praxisnahe Unterrichtsbeispiele und methodische Vorschläge für den Sonderschulalltag ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Biologie des Menschen, eine Analyse der Pubertät, eine kritische Betrachtung von Vorurteilen gegenüber der Sexualität von Menschen mit Behinderung sowie praktische Anleitungen für den Unterricht und die Elternarbeit.
Die zentralen Schlagworte sind Sexualerziehung, Sonderschulpädagogik, geistige Behinderung, Prävention, Körperbild und die Rolle des Lehrers als Geschlechtserzieher.
Die Arbeit empfiehlt, Fragen ehrlich, leicht verständlich und ohne Schamgefühle zu beantworten, wobei das Prinzip der Natürlichkeit und der Respekt vor dem individuellen Entwicklungsstand des Schülers im Vordergrund stehen.
Die Elternarbeit wird als essenzielle Brücke zwischen häuslichem Umfeld und Schule betrachtet, um einen einheitlichen und unterstützenden Rahmen zu schaffen, Ängste bei Eltern abzubauen und eine vertrauensvolle Basis für das Kind zu gewährleisten.
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