Examensarbeit, 2003
82 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
2 Entstehungskontexte des Trainings
2.1 Interkulturelle Trainings im Allgemeinen
2.1.1 Zur Anwendung des Begriffs Training für interkulturelle Bildungsprogramme
2.1.2 Zum Ursprung und zur Entwicklung von interkulturellen Trainings
2.1.3 Zu Kategorisierungen von interkulturellen (Management-) Trainings
2.1.3.1 Eine Differenzierung nach den Inhalten
2.1.3.2 Eine Differenzierung nach der Methode
2.1.3.3 Eine Differenzierung nach den Zielen
2.1.3.4 Eine Differenzierung nach dem interkulturellen Bildungsansatz
2.2 Die Entstehung des Eine Welt der Vielfalt - Konzepts
2.2.1 Die amerikanische ADL und A World of Difference
2.2.2 Das deutschen Eine Welt der Vielfalt - Konzept
3 Durchführungsmodi und ihre Kontexte
3.1 Die strukturelle Organisation (Makrodidaktik)
3.1.1 Die Koordination
3.1.2 Das Trainer- und Ausbildungssystem
3.1.3 Die Finanzierung und Kooperationen
3.1.4 Die Qualitätssicherung
3.2 Die Seminar-Organisation (Mikrodidaktik)
3.2.1 Der/ die ModeratorIn
3.2.2 Die Adressaten
3.2.3 Eine Welt der Vielfalt - Materialien
3.2.4 Der Seminarablauf
3.2.5 Der zeitliche Umfang
3.2.6 Veranstaltungsorte
4 Betrachtung des Trainings als didaktisches Konzept
4.1 Die Ziele des Programms
4.1.1 Die Ziele von EWdV nach der didaktischen Grundeinteilung
4.1.1.1 Richtziele
4.1.1.2 Grobziele
4.1.1.3 Feinziele
4.1.2 EWdV und die Forderungen an Ziele von interkulturellen Trainings
4.2 Die Inhalte des Programms
4.2.1 Die Inhalte von EWdV bzw. die Themen der Handbücher
4.2.2 EWdV und die Forderungen an die Inhalte von interkulturellen Trainings
4.3 Auf der Suche nach der theoretischen Fundierung der Inhalte und Ziele von EWdV
4.3.1 Exkurs: Sozialpsychologische Vorurteilsforschung
4.3.2 Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung und die Ziele und Inhalte von EWdV
4.3.3 EWdV und die Forderungen an die theoretischen Grundlagen von interkulturellen Trainings
4.4 Die Methodik des Programms
4.4.1 Die Methoden von EWdV
4.4.2 Die Methodik von EWdV in den Übungen der Handbücher
4.4.3 EWdV und die Forderungen an eine Methodik und Didaktik von interkulturellen Trainings
4.5 Eigene Reflexionen zum didaktischen Konzept von EWdV
5 Persönlicher Zugang & Resümee
Das primäre Ziel der Arbeit ist die erwachsenenpädagogische Analyse des interkulturellen Trainingsprogramms „Eine Welt der Vielfalt“ (EWdV), um dessen didaktische Konzeption hinsichtlich Ziele, Inhalte und Methoden zu untersuchen und zu reflektieren. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie das Konzept didaktisch fundiert ist und ob es den Ansprüchen an eine interkulturelle Didaktik sowie an ein handlungsorientiertes Lernen gerecht wird.
Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung und die Ziele und Inhalte von EWdV
Um mich der theoretischen Grundlage anzunähern, auf welcher die Ziele und Inhalte von EWdV beruhen, fragte ich: Aufgrund welcher Annahmen wird für Vorurteile und kulturelle Vielfalt sensibilisiert? Auf der Suche nach der theoretischen Fundierung, kam ich auf die „Philosophie“ des EWdV-Konzepts zu sprechen - welche sich mir als didaktische Prämissen des Programms entpuppte. Jedoch führte mich diese zur Lerntheorie, die von einer sozialen Konditionierung von Vorurteilen ausgeht. Weil die sozialpsychologische Vorurteilsforschung bei EWdV erwähnt wird, ging ich vorhergehend in einem Exkurs auf sie ein und schaue nun, wie sich die weiter oben dargestellten Annahmen der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung mit dem EWdV-Programm vereinbaren lassen.
Wie sich weiter oben sehen lässt, untersucht die sozialpsychologische Vorurteilsforschung einerseits individuelle, innerpsychische Prozesse und andererseits allgemeine, gesellschaftliche und (Inter-) Gruppenprozesse. (vgl. Lin 2002) Sie sucht zwar auf verschiedenen Ebenen - der intra-personalen, inter-personalen, inter-gruppalen oder ideologischen - Erklärungen für Vorurteile (vgl. Zick 1997,53), dennoch werden Vorurteile aus sozialpsychologischer Sicht weitgehend durch intergruppale Differenzierungsprozesse determiniert. (vgl. ebd.,49) Vorurteile werden demnach als negative Einstellungen gegenüber Mitgliedern einer sozialen Gruppe definiert. (vgl. Brown 1990, 404) D.h. Prozesse der Ingroup-Outgroup-Abwertung scheinen die wesentlichen psychischen (individuellen) Mechanismen zu sein, die zur Ausbildung oder Aufrechterhaltung von Vorurteilen führen.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Trainingsprogramm EWdV vor und erläutert die persönliche Motivation der Autorin, die sich aus eigenen Auslandserfahrungen und der damit verbundenen Konfrontation mit Stereotypen speist.
2 Entstehungskontexte des Trainings: Dieses Kapitel verortet das Training im breiten Feld der interkulturellen Bildungsangebote, diskutiert den Trainingsbegriff und arbeitet die Entstehungsgeschichte des EWdV-Konzepts ausgehend von der amerikanischen Anti-Defamation League auf.
3 Durchführungsmodi und ihre Kontexte: Hier wird die praktische Umsetzung in Deutschland analysiert, wobei sowohl die makrodidaktische Rahmenstruktur, wie Koordination und Ausbildung, als auch die mikrodidaktische Seminarorganisation betrachtet werden.
4 Betrachtung des Trainings als didaktisches Konzept: Der Hauptteil unterzieht das EWdV-Programm einer eingehenden didaktischen Analyse hinsichtlich der gesetzten Lernziele, der inhaltlichen Schwerpunkte und der eingesetzten Methoden, ergänzt durch eine theoretische Fundierung über die sozialpsychologische Vorurteilsforschung.
5 Persönlicher Zugang & Resümee: Die Autorin reflektiert ihre eigenen, durch Auslandsaufenthalte geprägten Erfahrungen und zieht ein kritisches Resümee über die Eignung des Trainings zur Bearbeitung interkultureller Konfliktsituationen.
Erwachsenenbildung, interkulturelles Training, Eine Welt der Vielfalt, EWdV, Vorurteilsforschung, Didaktik, Interkulturelle Kompetenz, Diversity, Rassismus, Sozialisation, Stereotype, Handlungsorientierung, Lerntheorie, Diskriminierung, Moderation.
Die Arbeit untersucht das interkulturelle Trainingsprogramm „Eine Welt der Vielfalt“ (EWdV) aus erwachsenenpädagogischer Perspektive, um dessen didaktische Konzeption und praktische Umsetzung zu analysieren.
Im Zentrum stehen die Entstehungskontexte des Trainings, seine organisationale Einbettung in Deutschland, die didaktische Aufbereitung der Inhalte, die methodische Gestaltung der Seminare sowie die theoretische Fundierung durch sozialpsychologische Erkenntnisse.
Das Hauptziel ist es, das didaktische Konzept von EWdV zu durchleuchten und kritisch zu prüfen, inwieweit das Programm die komplexen Lernprozesse zur Reduktion von Vorurteilen und zur Förderung interkultureller Kompetenz leisten kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu interkulturellen Trainings und sozialpsychologischer Vorurteilsforschung sowie auf der Auswertung von Programmhandbüchern, Materialien und Experteninformationen (Interviews).
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rahmenbedingungen (Makro- und Mikrodidaktik), die Analyse der Lernziele und Inhalte sowie den Exkurs in die Theorie der Vorurteilsbildung, um diese mit dem praktischen Programmansatz zu verknüpfen.
Zentrale Begriffe sind die Sensibilisierung für Vielfalt, die Reduktion von Stereotypen, die Rolle des Moderators, Handlungsorientierung, Theorie der sozialen Identität und die Reflexion kultureller Sozialisation.
Die Autorin betont, dass die Rolle des Moderators entscheidend ist und eine hohe Kompetenz sowie Authentizität erfordert, da er den Balanceakt zwischen Strukturvorgaben und Teilnehmerorientierung bewältigen muss.
Die Autorin kritisiert insbesondere die potenzielle Unauthentizität bei erzwungenem Verhalten sowie die Kurzfristigkeit der Maßnahmen, die für einen tiefgreifenden Lernprozess schwierig erscheinen, und hinterfragt den Nutzen des Trainings ohne direkte, reale Kontakterfahrungen.
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