Diplomarbeit, 2002
162 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. HISTORISCHE RAHMENBEDINGUNGEN
2.1 POLITIK UND GESELLSCHAFT
2.1.1 Die politische Situation Deutschlands bis zur Gründung der Bundesrepublik (1945-1949)
2.1.2 Die Westintegration der Bundesrepublik und der Weg in die Souveränität (1949-1955)
2.1.3 Die Sonderrolle des Saarlandes
2.1.4 Die wirtschaftliche Konsolidierung der BRD und der Beginn des ‚Wirtschaftswunders‘
2.1.5 Die bundesrepublikanischen Lebensumstände Mitte der 50er Jahre
2.1.6 Die Einstellung der bundesdeutschen Gesellschaft zu Politik, Staat und Demokratie
2.2 SPORT
2.2.1 Der Einfluss der Besatzungsmächte auf die Entwicklung des bundesdeutschen Sports nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2.2 Die Gründung des Deutschen Sportbundes (DSB)
2.2.3 Die Gründung des bundesdeutschen Nationalen Olympischen Komitees (NOK)
2.3 FUßBALL
2.3.1 Erste Initiativen zur Wiederbelebung des Spielbetriebes nach dem Zweiten Weltkrieg
2.3.2 Die Wiedergründung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)
2.3.3 Der Weg aus der internationalen Isolation
2.3.4 Die Reintegration des DFB in die FIFA
2.4 MEDIEN
2.4.1 Die Alliierte Medienpolitik und ihr Einfluss auf die bundesdeutsche Presselandschaft am Beispiel Nordrhein-Westfalen
2.4.2 Der Kölner Stadt-Anzeiger (KSTA)
2.4.3 Die Kölnische Rundschau (KR)
2.4.4 Die kommunistischen Presse in Nordrhein-Westfalen unter besonderer Berücksichtigung der Volksstimme
3. ANALYSE DER BERICHTERSTATTUNG AUSGEWÄHLTER KÖLNER TAGESZEITUNGEN ÜBER DIE FUßBALLWELTMEISTERSCHAFT 1954
3.1 IM VORFELD DER WELTMEISTERSCHAFTSENDRUNDE
3.1.1 Analyseeinheit 1 (24. Mai 1954 – 16. Juni 1954)
3.1.1.1 Die Beurteilung der Erfolgsaussichten des bundesdeutschen Teams
3.1.1.2 Die Berücksichtigung ausländischer Mannschaften
3.1.1.3 Die Auseinandersetzung mit dem Austragungsmodus
3.1.2 Zusammenfassung
3.2 DIE VORRUNDE
3.2.1 Analyseeinheit 2 (17. Juni 1954 – 24. Juni 1954)
3.2.1.1 Der Weltmeisterschaftsauftakt
3.2.1.2 BR Deutschland – Türkei
3.2.1.3 BR Deutschland – Ungarn
3.2.1.4 Das Foul Liebrichs an Puskas
3.2.1.5 BR Deutschland – Türkei (Entscheidungsspiel)
3.2.2 Zusammenfassung
3.3 DIE FINALSPIELE
3.3.1 Analyseeinheit 3 (25. Juni 1954 - 05. Juli 1954)
3.3.1.1 Vor dem Viertelfinale gegen Jugoslawien
3.3.1.2 BR Deutschland – Jugoslawien
3.3.1.3 Das Skandalspiel Ungarn – Brasilien
3.3.1.4 Vor dem Halbfinale gegen Österreich
3.3.1.5 Das Halbfinale BRD – Österreich
3.3.1.6 Vor dem Endspiel gegen Ungarn
3.3.1.7 Das Endspiel BR Deutschland – Ungarn
3.3.2 Zusammenfassung
3.4 DIE EREIGNISSE NACH DER WM-ENDRUNDE
3.4.1 Analyseeinheit 4 (06. Juli 1954 – 20. Juli 1954)
3.4.1.1 Die Rede des DFB-Präsidenten Bauwens im Löwenbräukeller
3.4.1.2 Die Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes an die bundesdeutsche Mannschaft durch Bundespräsident Heuss in Berlin
3.4.1.3 Der Film „Fußballweltmeisterschaft 1954“
3.4.1.4 Die Ausschreitungen in Budapest bei der Rückkehr der ungarischen Nationalmannschaft
3.4.2 Zusammenfassung
4. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die gesellschaftspolitische Dimension des bundesdeutschen Fußball-Weltmeisterschaftssieges von 1954. Das primäre Ziel ist es, mittels einer Inhaltsanalyse der drei Kölner Tageszeitungen "Kölner Stadt-Anzeiger", "Kölnische Rundschau" und "Volksstimme" aufzuzeigen, ob und wie der WM-Sieg als identitätsstiftender Faktor für die junge Bundesrepublik Deutschland sowie als Projektionsfläche für politische Meinungsbildung in den Medien diente.
Die gesellschaftspolitische Bedeutung des WM-Gewinns 1954
Der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft durch die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Juli 1954 in Bern wird in der Retrospektive häufig nicht nur als eine der vielleicht größten sportlichen Sensationen dargestellt, ihm wird auch von vielen Historikern, Journalisten und Politikern eine über den Sport hinausgehende, gesellschaftliche und politische Dimension zugeschrieben. Der Sportjournalist Joachim SCHWEER sieht den WM-Gewinn sogar als eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland (BRD) an: „Die Bundesrepublik feiert[e] zwar erst 1999 ihren 50. Geburtstag, doch es gibt nicht wenige Menschen, die nur fünf Jahre zuvor ihren 40. festgestellt haben wollen.“
In der vorliegenden Studie soll aufgezeigt werden, ob, und wenn ja in welcher Ausprägung sich diese gesellschaftliche und politische Relevanz bereits während der Fußballweltmeisterschaft und in unmittelbarem Anschluss an diese in der Kölner Tagespresse manifestiert. Dies soll mittels einer qualifizierenden Inhaltsanalyse geschehen, die sowohl diagnostisch auf Einstellungen des Kommunikators, als auch reflektorisch auf Bedürfnisse auf Seiten des Rezipienten Rückschlüsse erlauben soll. Somit geht das Analyseverfahren über das von REINERMANN für seine Diplom-Arbeit zum gesellschaftlichen Stellenwert von Fußballweltmeisterschaften gewählte Verfahren einer rein quantifizierenden Inhaltsanalyse hinaus.
1. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik und Definition der Forschungsziele bezüglich der gesellschaftspolitischen Dimension des WM-Sieges von 1954.
2. HISTORISCHE RAHMENBEDINGUNGEN: Umfassende Analyse der politischen, gesellschaftlichen und sportorganisatorischen Bedingungen im Nachkriegsdeutschland sowie der Medienlandschaft.
3. ANALYSE DER BERICHTERSTATTUNG AUSGEWÄHLTER KÖLNER TAGESZEITUNGEN ÜBER DIE FUßBALLWELTMEISTERSCHAFT 1954: Detaillierte chronologische Inhaltsanalyse der Berichterstattung vom Vorfeld bis nach der Weltmeisterschaft in drei Kölner Zeitungen.
4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Rolle des WM-Sieges für die westdeutsche Identitätsbildung.
Fußballweltmeisterschaft 1954, Bundesrepublik Deutschland, Kölner Tagespresse, gesellschaftlicher Stellenwert, Sepp Herberger, Inhaltsanalyse, Identitätsstiftung, Peco Bauwens, Sport und Politik, Kalter Krieg, Medienpolitik, 1954, Westintegration, Propaganda, Identifikation.
Die Arbeit analysiert die gesellschaftspolitische Bedeutung des deutschen Sieges bei der Fußball-WM 1954 in Bern durch die Linse dreier Kölner Tageszeitungen und hinterfragt dessen Rolle für die Identitätsbildung der jungen Bundesrepublik.
Im Zentrum stehen die historischen Rahmenbedingungen (Wiederaufbau, Westbindung), die Entwicklung des Sport- und Medienwesens der Nachkriegszeit sowie die konkrete redaktionelle Verarbeitung des WM-Sieges.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politisch unterschiedlich ausgerichtete Medien den sportlichen Erfolg als gesellschaftspolitisches Instrument bzw. als identitätsstiftendes Element nutzten.
Die Autorin verwendet eine qualifizierende Inhaltsanalyse, um diagnostische Rückschlüsse auf die politische Einstellung der Redaktionen und reflektorische auf die Bedürfnisse der Leserschaft zu ziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in vier chronologische Analyseeinheiten: das Vorfeld der WM, die Vorrundenspiele, die Finalspiele und die Zeit nach der Endrunde.
Zu den zentralen Begriffen zählen Identitätsstiftung, gesellschaftspolitischer Stellenwert, Inhaltsanalyse, 1954, Westintegration und die spezifische Kölner Medienlandschaft der 50er Jahre.
Als kommunistische Zeitung diente die Volksstimme als Gegenentwurf zu den bürgerlichen Blättern; ihre Berichterstattung ist besonders von politisch-propagandistischer Instrumentalisierung geprägt.
Während der DFB-Präsident in der konservativ-bürgerlichen "Kölnischen Rundschau" weitgehend protegiert wurde, stieß seine chauvinistische Rhetorik im Kölner Stadt-Anzeiger und insbesondere in der Volksstimme auf teils scharfe Kritik.
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