Magisterarbeit, 1999
105 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
TEIL I – THEORIE DER GESCHLECHTERDIFFERENZ
1. Feministische Thesen „vor“ und „nach“ Marlen Haushofer
1.1 1949: Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“
1.2 80er und 90er Jahre: Thesen zur Geschlechterdifferenz
2. Versuch einer Definition: Was heißt Geschlechterdifferenz?
TEIL II – GESCHLECHTERDIFFERENZ BEI MARLEN HAUSHOFER
1. Von äußere r Freiheit in Eine Handvoll Leben bis zur Befreiung nach innen in Die Mansarde: Der Zusammenhang der Romane
1.1 Eine Handvoll Leben: Der Lebensentwurf Freiheit
1.2 Die Taptetentür: Der Entwurf „normales Leben“
1.3 Wir töten Stella: „Exkurs“ – Wissen und Verrat
1.4 Die Wand: Ein neuer Ansatz – weibliche Autonomie als Lebensform
1.5 Himmel, der nirgendwo endet: Reprojektion – der Lebens-Raum Kindheit
1.6 Die Mansarde: Die Befreiung nach innen
2. Positionen der Geschlechterdifferenz
2.1 Die Kindheit
2.1.1 Sozialisation
2.1.2 Die Tochter-Vater-Beziehung
2.1.3 Keine Rückkehr möglich
2.2 Liebe
2.2.1 Die zwei Seiten des Mannes
2.2.2 Das Scheitern der Liebe
2.3 Funktionalisierung der Frau durch die Männer
2.3.1 Geliebte
2.3.2 Hausfrau
2.3.3 Mutter
2.4 Der Ausschluß der Frau
2.4.1 Heimatlosigkeit
2.4.2 Die Welt des Mannes
2.5 Das Körper-Geist-Problem
2.6 Wissen und Verrat
2.6.1 Handlungsunfähigkeit
2.6.1.1 Denken heißt Nicht-Handeln
2.6.1.2 Einsicht in die innere Notwendigkeit
2.6.1.3 Nichtstun als Beihilfe
2.6.2 Das Zusammenwirken der Geschlechter
2.6.2.1 Die fehlende Kommunikation
2.6.2.2 Die Stabilisierung der patriarchalen Ordnung
2.6.2.3 Wände und Schutz-Räume
2.7 Strategien des Überlebens
2.7.1 Substitution
2.7.2 Erinnern und Vergessen
2.7.3 Erstarrung und „Scheintod“
2.8 Auswege ohne Veränderungspotential
2.8.1 Die Unmöglichkeit einer Veränderung
2.8.1.1 Mutter und Sohn
2.8.1.2 Die Macht des Patriarchats
2.8.2 Mögliche Auswege
2.8.2.1 Die weibliche Autonomie
2.8.2.2 Die Befreiung nach innen
5. Zusammenfassung
Schluß
Die Arbeit untersucht das Romanwerk von Marlen Haushofer unter der zentralen Forschungsfrage, wie die Autorin das Phänomen der Geschlechterdifferenz und dessen Auswirkungen auf die weibliche Existenz literarisch darstellt und verarbeitet. Dabei wird analysiert, inwieweit Haushofers Protagonistinnen an den patriarchalen Strukturen scheitern oder alternative Lebensformen finden können.
I.1.1. 1949: Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“
Das erste Buch, das sich ausführlich und erklärend mit der Geschlechterdifferenz und der Situation der Frau beschäftigt, ist die Abhandlung Le Deuxième Sexe¹ von Simone de Beauvoir, die in der Originalausgabe 1949 in Paris erschien. Bereits 1951 kam die deutsche Ausgabe auf den Markt. Man kann davon ausgehen, daß auch Marlen Haushofer das umfangreiche Werk (über 900 Seiten in der Taschenbuchausgabe) gelesen hat, denn in ihrer persönlichen Bibliothek wurde ein Exemplar von Das andere Geschlecht gefunden.
Beauvoirs Werk ist in zwei große Abschnitte unterteilt: Das erste Buch, „Fakten und Mythen“, untersucht im Kapitel „Schicksal“ die biologischen Gegebenheiten, den psychoanalytischen Standpunkt sowie den des historischen Materialismus; dem Kapitel „Geschichte“ folgt als dritter Teil die Untersuchung des „Mythos“ Frau mit Untersuchungen literarischer Werke. Im zweiten Buch, „Gelebte Erfahrung“, geht es um den Werdegang und die Situation der Frauen, ihre Rechtfertigungen und schließlich um den Weg zu einer Befreiung.
Bereits in der Einleitung umreißt Beauvoir das Verhältnis der Geschlechter: In Amtsregistern und auf Personalbögen sind die Rubriken »männlich« und »weiblich« nur der Form halber symmetrisch. Das Verhältnis der beiden Geschlechter ist nicht das zweier elektrischer Ströme, zweier Pole: der Mann vertritt so sehr zugleich das Positive und das Neutrale, daß im Französischen les hommes (die Männer) die Menschen schlechthin bezeichnen, da die spezielle Bedeutung des Wortes vir in der allgemeinen von homo aufgegangen ist. Die Frau dagegen erscheint als das Negative, so daß jede Bestimmung ihr zur Einschränkung gereicht, ohne daß die Sache umkehrbar wäre. (G 11)
Einleitung: Hinführung zum Thema und Begründung der Relevanz von Marlen Haushofers Werk in Bezug auf die Geschlechterdifferenz.
TEIL I – THEORIE DER GESCHLECHTERDIFFERENZ: Aufarbeitung feministischer Theorien von Simone de Beauvoir über Luce Irigaray bis Judith Butler als theoretischer Rahmen.
TEIL II – GESCHLECHTERDIFFERENZ BEI MARLEN HAUSHOFER: Detaillierte Analyse der Romane unter Aspekten wie Kindheit, Liebe, Ausschluss der Frau und Überlebensstrategien.
5. Zusammenfassung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion der literarischen Darstellung von weiblicher Autonomie.
Geschlechterdifferenz, Marlen Haushofer, Patriarchat, Simone de Beauvoir, Sozialisation, Identität, Immanenz, Transzendenz, Erstarrung, Scheintod, Weiblichkeit, Handlungsunfähigkeit, Feministische Theorie, Romananalyse, Autonomie.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der literarischen Auseinandersetzung der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer mit der Geschlechterdifferenz und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Bedingungen für Frauen.
Zentrale Themen sind die patriarchale Struktur der Gesellschaft, die Einengung weiblicher Existenz durch Sozialisation, das Konzept der „männlichen“ und „weiblichen“ Rollen sowie der Kampf um Identität und Freiheit.
Ziel ist es zu untersuchen, wie Haushofer das Scheitern von Fluchtversuchen ihrer Protagonistinnen thematisiert und ob eine Form von weiblicher Autonomie innerhalb oder außerhalb dieser patriarchalen Ordnung überhaupt denkbar ist.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung feministischer Theorieansätze, um Haushofers Romane strukturell und inhaltlich zu deuten.
Der Hauptteil analysiert das Gesamtwerk Haushofers chronologisch – von „Eine Handvoll Leben“ bis „Die Mansarde“ – und untersucht spezifische Positionen wie Kindheit, Liebe, Ausschluss und Überlebensstrategien.
Wichtige Begriffe sind Geschlechterdifferenz, Patriarchat, Immanenz, Transzendenz, Handlungsunfähigkeit und weibliche Autonomie.
Die „Wand“ wird als vielschichtige Metapher für das Ausgeschlossensein der Frau interpretiert, die gleichzeitig als Schutzraum vor der feindlichen Außenwelt dient, aber auch die Isolation stabilisiert.
Das Ende wird als „Befreiung nach innen“ gewertet; das Bild des Drachen symbolisiert eine neue Art der Selbstakzeptanz, die eine weniger destruktive und realistischere Utopie darstellt als die katastrophale Wandlung in „Die Wand“.
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