Diplomarbeit, 2004
64 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG
2 BEGRIFFLICHE UND KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN
2.1 NETZWERKE ALS HYBRIDE ORGANISATIONSFORM
2.2 NETZWERKSTRUKTUR ALS ELEMENT DER ANALYSE VON NETZWERKEN
2.3 WERTSCHÖPFUNG, VERTIKALE INTEGRATION UND FERTIGUNGSTIEFE
3 UNTERNEHMENSNETZWERKE IN DER THEORIE
3.1 CHARAKTERISIERUNG VON UNTERNEHMENSNETZWERKEN
3.1.1 Differenzierung anhand der Wertschöpfungsstufe
3.1.2 Differenzierung anhand der Bindungsintensität
3.1.3 Differenzierung anhand der Steuerungsform
3.1.4 Differenzierung anhand der Zielsetzung
3.2 ERKLÄRUNGSANSÄTZE AUSGEWÄHLTER NETZWERKTHEORIEN
3.2.1 Ansätze der Neuen Institutionenökonomie
3.2.2 Kontingenztheorie
3.2.3 Ressourcenbasierter Strategieansatz
4 SELEKTION UND INTEGRATION RELEVANTER DIFFERENZIERUNGSDIMENSIONEN
4.1 PRÜFUNG DER ZWECKMÄßIGKEIT DER DIFFERENZIERUNGSDIMENSIONEN
4.2 INTEGRATION DER GEEIGNETEN DIFFERENZIERUNGSDIMENSIONEN
5 UNTERNEHMENSNETZWERKE IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE
5.1 VERTIKALE UNTERNEHMENSNETZWERKE
5.1.1 Machtasymmetrie als Ursache hierarchischer Steuerungsform
5.1.2 Exploitation als dominante Zielsetzung
5.1.3 Fallstudie 1: Das Lieferantenentwicklungsprogramm der BMW Group
5.2 HORIZONTALE UNTERNEHMENSNETZWERKE
5.2.1 Interdependenzen als Ursache heterarchischer Steuerungsform
5.2.2 Exploration als dominante Zielsetzung
5.2.3 Fallstudie 2: Die Network-Value-Strategie der Hella KG Hueck & Co.
6 AKTUELLE TRENDS UND IHRE AUSWIRKUNG AUF DEN STATUS QUO DER NETZWERKSTRUKTUREN IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE
6.1 VIRTUALISIERUNG DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE
6.2 WANDEL ZUR WISSENSBASIERTEN WERTSCHÖPFUNGSARCHITEKTUR
7 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die systematische Beschreibung der in der deutschen Automobilindustrie existierenden Netzwerkstrukturen anhand formaler Kriterien sowie die Analyse der Auswirkungen aktueller Trends auf diese Strukturen. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen durch interorganisatorische Netzwerke ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem turbulenten Marktumfeld sichern können.
5.1.1 Machtasymmetrie als Ursache hierarchischer Steuerungsform
Die heutzutage in der Automobilindustrie existierenden Produktions- und Lieferbeziehungen sind Ergebnis steigender Ansprüche des Marktes an Flexibilität, Produktivität und Innovationsgeschwindigkeit, auf die die Endhersteller mit der Desintegration vertikaler, hierarchisch strukturierter Unternehmenskomplexe sowie der Verringerung ihrer Fertigungs- und Entwicklungstiefe reagieren. Insbesondere die Externalisierung der Fertigung von ganzen Modulen erlaubt es den Herstellern hierbei, die damit verbundenen Flexibilitätsanforderungen und somit einen Großteil des gesamten Flexibilitätsdrucks auf System- oder Modullieferanten zu übertragen. So wie die Hersteller ihre Fertigung auslagern, beziehen diese „First-Tier“-Lieferanten ihrerseits standardisierte Bauteile von Komponenten- sowie auf unterster Ebene von Teile- und Rohstofflieferanten, den so genannten „Second- und Third-Tier“-Zulieferern.
Bedingt durch diese hierarchische Wertschöpfungsarchitektur wie auch durch die Größe der Hersteller, ihre überlegenen finanziellen Ressourcen sowie ihren Zugang zu den Absatzmärkten und dem damit einhergehenden Wissen über die Marktbedingungen existieren signifikante Machtasymmetrien zwischen den Kooperationspartnern. In diesem Kontext gelangen dann auch POHLMANN ET AL. zu dem Schluss, dass „[…] die durch die vorhandene Struktur der Branche determinierte Machtasymmetrie an der Schnittstelle Beschaffung-Zulieferung [...] faire Kooperation innerhalb der Automobilindustrie im großen und ganzen nicht [Hervorhebung im Original] [zulässt]“.
1 EINLEITUNG: Einführung in das turbulente Marktumfeld der Automobilindustrie und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der Netzwerkstrukturen.
2 BEGRIFFLICHE UND KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN: Definition von Netzwerken als hybride Organisationsform und Klärung der Begriffe Wertschöpfung, vertikale Integration und Fertigungstiefe.
3 UNTERNEHMENSNETZWERKE IN DER THEORIE: Systematische Differenzierung von Netzwerken anhand von Merkmalen wie Steuerungsform und Zielsetzung sowie Einbettung in theoretische Erklärungsansätze.
4 SELEKTION UND INTEGRATION RELEVANTER DIFFERENZIERUNGSDIMENSIONEN: Prüfung der Eignung theoretischer Typologien für die Automobilbranche und Entwicklung eines mehrdimensionalen Analyserahmens.
5 UNTERNEHMENSNETZWERKE IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE: Analyse von vertikalen und horizontalen Netzwerken in der Praxis anhand der Fallstudien BMW Group und Hella KG.
6 AKTUELLE TRENDS UND IHRE AUSWIRKUNG AUF DEN STATUS QUO DER NETZWERKSTRUKTUREN IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE: Kritische Reflexion der Auswirkungen von Virtualisierung und wissensbasierter Wertschöpfung auf die Branchenstruktur.
7 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Zusammenfassende Darstellung der Erkenntnisse und Ausblick auf zukünftige Anforderungen an das Management- und Controlling von Netzwerken.
Automobilindustrie, Unternehmensnetzwerke, Netzwerkstrukturen, Fertigungstiefe, vertikale Integration, Steuerungsform, Hierarchie, Heterarchie, Exploitation, Exploration, Machtasymmetrie, Vertrauen, Zulieferer, OEM, Wissensmanagement.
Die Diplomarbeit analysiert die Netzwerkstrukturen in der deutschen Automobilindustrie, um zu verstehen, wie diese Organisationsformen zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Charakterisierung von Unternehmensnetzwerken, die vertikale Arbeitsteilung zwischen Herstellern und Zulieferern sowie der Wandel zu wissensbasierten Kooperationen.
Das Ziel ist es, die existierenden Netzwerkstrukturen anhand formaler Kriterien zu beschreiben und die Auswirkungen aktueller Trends wie der Virtualisierung auf diesen Status Quo zu analysieren.
Der Arbeit liegt eine deduktive Forschungsmethodik zugrunde, bei der Netzwerke als empirische Phänomene analysiert und mittels Typologien systematisiert werden.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung konkrete vertikale (am Beispiel BMW) und horizontale (am Beispiel Hella) Netzwerke untersucht und deren Steuerungsformen sowie Zielsetzungen bewertet.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Netzwerkstrukturen, Automobilindustrie, vertikale Integration, Fertigungstiefe, Steuerungsform, Machtasymmetrie, Vertrauen und wissensbasierte Architektur.
Volumenhersteller wie VW oder Opel setzen stärker auf preisorientierte, wettbewerbsintensive Beziehungen, während Premiumhersteller wie BMW durch langfristige Verträge eher eine partnerschaftliche Vertrauensbasis anstreben.
Es wird als zukunftsweisend eingestuft, da es den Partnerschaftsgedanken durch den Verzicht auf opportunistische Verhaltensweisen in den Vordergrund stellt und Zulieferer frühzeitig in den Produktentstehungsprozess einbindet.
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