Examensarbeit, 2003
117 Seiten, Note: 2
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 EINLEITUNG
2 VORBEMERKUNGEN
2.1 TERMINOLOGIE
2.1 KINDER VON ÜBERLEBENDEN DES HOLOCAUSTS
2.3 ANTIFASCHISMUS UND JUDEN IN DER DDR
3 ERZÄHLANALYSE
3.1 ZUR STRUKTUR UND ZUR FORM
3.2 ZUR SPRACHE UND ZUR KOMMUNIKATION
3.3 VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG
3.3.1 Hans
3.3.2 Arno - der Vater
3.3.3 Elle - die Schwester
3.3.4 Martha Lepschitz - die Freundin
3.3.5 Ehepaar Lepschitz
3.4 DDR-KONTEXT
3.5 ZUM BIOGRAFISCHEN KONTEXT
3.6 ZWISCHENFAZIT
4 DIDAKTISCHE ANALYSE
4.1 DIDAKTISCHE BEGRÜNDUNG
4.2 CURRICULARE VORGABEN
4.3 DDR- THEMATIK IM DEUTSCHUNTERRICHT
4.4 DEUTSCH-JÜDISCHE THEMATIK IM DEUTSCHUNTERRICHT
4.5 LEHRZIELE
5 LITERATURDIDAKTIK
5.1 DIDAKTISCHE SITUATION ZUM EINSATZ VON ROMANEN
5.2 DIDAKTISCH-METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN
5.2.1 Handlungs- und produktionsorientierter Ansatz
5.2.2 Poststrukturalistischer Ansatz
5.2.3 Interdisziplinärer Ansatz
5.3 PERSÖNLICHE EINSCHÄTZUNG
6 SCHLUSSBETRACHTUNGEN UND AUSBLICK
7 BIBLIOGRAPHIE
7.1 PRIMÄRLITERATUR
7.2 BECKER: REDEN, AUFSÄTZE, GESPRÄCHE
7.3 SEKUNDÄRLITERATUR
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Jurek Beckers Roman „Bronsteins Kinder“ für den Deutschunterricht, insbesondere im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und dem DDR-Kontext. Das primäre Ziel ist es, literaturdidaktische Ansätze aufzuzeigen, wie Schüler der Sekundarstufe zu einem sensiblen Verständnis für historische Traumata und ihre Auswirkungen auf nachfolgende Generationen geführt werden können, ohne dabei in einfache Schwarz-Weiß-Schemata zu verfallen.
3.1 Zur Struktur und zur Form
„In den winzigen Schrittchen, in denen das Leben nun mal vorwärts schreitet, erzählt das Buch sogar so etwas wie eine Entwicklungsgeschichte“. Doch diese Entwicklungsgeschichte ist nicht als einsträngige Handlung modelliert, sondern wird, wie oben bereits eingeführt, auf zwei Zeitebenen dargeboten: in aktuellen und erinnerten Erzählabschnitten, die entsprechend im Präsens und Präteritum erzählt werden.
Auf der Oberfläche lassen sich Vergangenheit bzw. Erinnertes und Gegenwart in 37 einzelne Kapitel selektieren, aber auf der Tiefenebene der Kapitel sind immer wieder Zeitsprünge, Verweise und Reflexionen eingebaut. Fließend werden Motive, Personen und Handlungsteile des einen Kapitels im Folgenden, auch auf einer anderen Zeitebene, aufgenommen und weitergeführt.
1 EINLEITUNG: Grundlegung der Arbeit, die sich mit der Notwendigkeit einer differenzierten Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und DDR-Geschichte im Deutschunterricht befasst.
2 VORBEMERKUNGEN: Klärung der zentralen Terminologien und des politisch-historischen Kontextes als notwendige Basis für die nachfolgende Analyse.
3 ERZÄHLANALYSE: Untersuchung der erzähltechnischen Gestaltung, der Rolle der Sprache und der Kommunikationsstrukturen innerhalb des Romans.
4 DIDAKTISCHE ANALYSE: Begründung der Bedeutung des Romans für den Unterricht auf Basis bildungstheoretischer Kriterien und unter Einbeziehung curricularem Vorgaben.
5 LITERATURDIDAKTIK: Erörterung literaturdidaktischer Ansätze wie handlungs- und produktionsorientierter sowie poststrukturalistischer Verfahren zur Erschließung des Romans.
6 SCHLUSSBETRACHTUNGEN UND AUSBLICK: Reflexion der Ergebnisse und Diskussion weiterer Forschungspotenziale und Anknüpfungspunkte.
7 BIBLIOGRAPHIE: Zusammenstellung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Bronsteins Kinder, Jurek Becker, Vergangenheitsbewältigung, DDR-Geschichte, Holocaust, Literaturdidaktik, Identitätssuche, Nationalsozialismus, Deutschunterricht, Opfer-Täter-Relation, Kommunikation, Generationenkonflikt, Romananalyse.
Die Arbeit analysiert Jurek Beckers Roman „Bronsteins Kinder“ hinsichtlich seines Potenzials, komplexe historische und generationenübergreifende Themen wie Vergangenheitsbewältigung und DDR-Alltag im Deutschunterricht zu vermitteln.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die spezielle Situation der jüdischen „zweiten Generation“, Identitätsfragen und die Auswirkungen der DDR-Diktatur.
Das Ziel ist es, konkrete didaktische Wege zu skizzieren, um Schülern einen Zugang zu ernsten, emotional belasteten Themen zu ermöglichen, der über simple Wissensvermittlung hinausgeht und kritisches Denken fördert.
Die Arbeit verknüpft eine erzähltechnische Analyse des Romans mit literaturdidaktischen Ansätzen (handlungs- und produktionsorientiert, poststrukturalistisch, interdisziplinär).
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erzählanalyse (Struktur, Sprache, Figurenkonstellation) und eine didaktische Analyse, die Begründungen für den Einsatz im Unterricht und methodische Vorschläge liefert.
Zentrale Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, DDR-Kontext, Opfer-Täter-Relation, Identitätssuche, Literaturdidaktik und interdisziplinäres Lernen.
Die Arbeit stellt diesen Begriff in Frage und betont, dass auch nachfolgende Generationen durch die Geschichte geprägt sind und sich mit den Hinterlassenschaften der Elterngeneration aktiv auseinandersetzen müssen.
Die Arbeit analysiert die Sprache als ein Mittel, das einerseits Distanz und Schutzpanzer (durch Ironie) schafft und andererseits Kommunikationsbarrieren zwischen den Generationen sowie die Fremdheit jüdischer Identität in der DDR-Gesellschaft verdeutlicht.
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