Bachelorarbeit, 2004
63 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Staat und Staatstheorie
2.1. Der Staatsbegriff
2.2. Die Entwicklung des modernen Staates
2.2.1. Die Erosion der feudalen Gesellschaftsstruktur
2.2.2. Geldwirtschaft und die Etablierung regelmäßiger Steuerabgaben
2.2.3. Das Gewaltmonopol und die Trennung von Amt und Person
2.2.4. Westfälischer Friede und staatliche Souveränität
2.3. Staat und Staatstheorie der Gegenwart
2.3.1. Verschiedene Staatsauffassungen und Versuche einer Systematisierung
2.3.2. Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt
2.3.3. Das Problem mit dem Staatsvolk und der Begriff der Nation
2.4. Aufgaben und Grenzen des modernen Staates
3. Die Europäische Union
3.1. Versuch einer Annäherung
3.2. Die Geschichte der Europäischen Integration
3.2.1. Von der EGKS zur EU
3.2.2. Der Unionsvertrag und das Maastricht-Urteil des Bundesverfassungsgerichts
4. Der Staatscharakter der EU
4.1. Nationalstaatliche und europäische Souveränität
4.2. Staatsgebiet und Staatsgewalt der Europäische Union
4.3. Staatsvolk und europäische Identität
4.4. Die Vereinigten Staaten von Europa
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Europäische Union aus staatstheoretischer Perspektive als "Staat" oder "Superstaat" klassifiziert werden kann, indem sie deren institutionelle Struktur und Entwicklung kritisch analysiert.
2.2.1. Die Erosion der feudalen Gesellschaftsstruktur
Die Wurzeln des modernen Staates werden in der Regel zwischen dem elften und 13. Jahrhundert nach Christi Geburt verortet. Nicht zuletzt durch ein dramatisches Bevölkerungswachstum begann in dieser Zeit im abendländischen Europa ein Wandlungsprozess, der Auswirkungen auf fast alle Lebensbereiche hatte. Diese europäische Bevölkerungsexplosion hielt etwa bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts an. Der daraus resultierende, gestiegene Nahrungsmittelbedarf wurde vor allem durch die Erschließung neuer Anbauflächen und Siedlungsgebieten sowie durch verbesserte Anbau- und Arbeitsmethoden wie etwa die Dreifelderwirtschaft bedient und zugleich angetrieben.
Steigende Agrarpreise bei gleichzeitig im Übermaß verfügbarer menschlicher Arbeitskraft ließ viele Grundbesitzer weit über den eigenen Bedarf hinaus produzieren, um die Überschussproduktion anschließend zu veräußern. Die damit einsetzende wirtschaftliche Dynamik erfasste schnell auch das Handwerk, Gewerbe und Handel. Die Folge eine rasch florierende Geldwirtschaft und ein Anstieg des Handelsverkehrs. In den Städten etablierten sich zahlreiche neue Märkte und führten zu einem Aufschwung derselben. Die Städte wurden so auch Anziehungspunkt für die Landbevölkerung. Die bislang in Grundherrschaftsverhältnisse eingebundenen Landarbeiter erhoffte sich durch den Umzug in die Stadt einen sozialen Aufstieg vom abhängigen Bauern oder Leibeigenen zum freien Städter (daher auch Spruch: „Stadtluft macht frei“).
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Zukunft der europäischen Integration unter Bezugnahme auf historische und aktuelle staatstheoretische Debatten.
2. Staat und Staatstheorie: Theoretische Herleitung des modernen Staatsbegriffs, seiner historischen Entwicklung, Entstehungsbedingungen (wie Geldwirtschaft und Steuermonopol) sowie der Konzepte Souveränität und Staatsaufgaben.
3. Die Europäische Union: Historischer Abriss der europäischen Integration von der EGKS bis zum Vertrag von Maastricht und der Rolle des Bundesverfassungsgerichts.
4. Der Staatscharakter der EU: Überprüfung der staatstheoretischen Elemente (Souveränität, Staatsgebiet, Staatsgewalt, Staatsvolk) auf die Europäische Union und Diskussion ihres Potenzials als supranationaler Akteur.
5. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über die Wandlungsfähigkeit des Staates und die Einordnung der Europäischen Union als ergebnisoffener Prozess.
Staatstheorie, Europäische Union, Souveränität, Europäische Integration, Staatsvolk, Staatsgewalt, Nationalstaat, Vertrag von Maastricht, Supranationalität, Identität, Staatenverbund, Europäische Verfassung.
Die Bachelor-Arbeit untersucht die Europäische Union aus einer staatstheoretischen Perspektive, um zu klären, ob und inwieweit die EU bereits Merkmale eines Staates besitzt oder sich in Richtung eines "Superstaats" entwickelt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des modernen Staates (Staatstheorie), der Geschichte der EU, der Frage der Souveränität sowie der Analyse, ob die EU über Staatsgebiet, Staatsgewalt und ein Staatsvolk verfügt.
Das Ziel ist es, die EU anhand klassischer staatstheoretischer Kriterien zu bewerten, um das Konstrukt "Europäische Union" wissenschaftlich präziser einzuordnen.
Der Autor stützt sich auf eine staatstheoretische Analyse, die historische Entwicklungen und aktuelle politikwissenschaftliche Theorien verknüpft, um das supranationale Gefüge der EU zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den modernen Staat, die Darstellung der EU-Integrationsgeschichte und eine detaillierte Prüfung, ob die EU die Kriterien der Staatlichkeit erfüllt.
Zentrale Begriffe sind Staatstheorie, Souveränität, Europäische Integration, Supranationalität, Staatsvolk und die Vision eines föderalen Europas.
Der Westfälische Friede von 1648 wird als Geburtsstunde des modernen Staates und der staatlichen Souveränität definiert; die Arbeit nutzt dieses Konzept, um den Kontrast zur modernen supranationalen Architektur der EU aufzuzeigen.
Das Urteil ist entscheidend, da es das Konzept eines "Staatenverbunds" prägte und gleichzeitig deutlich machte, dass der Europäische Staat als solcher juristisch und verfassungsrechtlich explizit ausgeschlossen wurde.
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