Examensarbeit, 2003
94 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
I. Magersucht
2. Definition
3. Historischer Überblick
3.1 Die Geschichte der Magersucht
3.2 Behandlungsmethoden im Wandel der Zeit
4. Symptome – Wie äußert sich Magersucht?
4.1 Physische Symptome
4.1.1 Gewichtsverlust
4.1.2 Amenorrhöe
4.1.3 Nierenschäden
4.1.4 Herz- und Kreislaufprobleme
4.1.5 Magen- und Verdauungsprobleme
4.1.6 Haare, Haut und Knochen
4.1.7 Schädigungen der Nerven und des Gehirns
4.2 Psychische Symptome
4.2.1 Verhalten und Einstellung
4.2.2 Aktivität
4.2.3 Schlafstörungen
4.2.4 Interessen und Leistung
4.2.5 Sexualität und Körperwahrnehmung
4.2.6 Beziehungsprobleme
5. Diagnostik
5.1 Entwicklung diagnostischer Kriterien
5.1.1 Diagnosekriterien nach Feighner et al. 1972
5.1.2 Exkurs: ICD–10 und DSM–IV
5.1.3 Probleme von ICD und DSM
5.2 Die Diagnostik der Magersucht
5.2.1 Die medizinische Diagnostik der Magersucht
5.2.2 Die psychologische Diagnostik der Magersucht
6. Ursachen
6.1 Genetische Ursachen
6.2 Schule und Peergroup
6.3 Sexueller Missbrauch
6.4 Körperlicher Missbrauch
6.5 Die Familie
6.5.1 Funktionale und dysfunktionale Familiensysteme
6.5.2 Magersüchtige Mädchen und ihre Familie
6.5.3 Frühkindliche Entwicklung
6.5.4 Die Rolle der Mutter
6.5.5 Die Rolle des Vaters
6.6 Die Gesellschaft
7. Der Teufelskreis Magersucht
7.1 Schema: Der Teufelskreis der Magersucht
8. Therapie
8.1 Indikation
8.2 Therapieformen
8.2.1 Organmedizinische Behandlung
8.2.2 Psychoanalyse
8.2.3 Ansatz nach Hilde Bruch
8.2.4 Verhaltenstherapie
8.2.5 Klientenzentrierte Psychotherapie
8.2.6 Familientherapie
8.2.7 Feministische Therapien
8.2.8 Gruppentherapeutische Verfahren
8.2.9 Musiktherapie
8.2.10 Kreativtherapie
9. Heilungschancen
10. Statistiken
10.1 Alter bei Einsetzen der Anorexie
10.2 Dauer der Anorexie
10.3 Durchschnittlicher Gewichtsverlust
10.4 Vergleich der Symptome nach den Feigherschen Kriterien während der Anorexie und heute
II. Schulische Prävention
1. Warum ist präventive Arbeit gerade in der Schule von Bedeutung?
2. Theorie
2.1 Prävention
2.2 Präventionsmodelle
2.2 Ganzheitliche Suchtprävention
3. Praxis
3.1 Gesundheitsfördernde Schulen
3.2 Suchtgefährdete Kinder
3.3 Geschlechtsspezifische Präventionsarbeit
3.4 Unterrichtsmöglichkeiten und Vereinbarkeit mit den Rahmenrichtlinien
3.4.1 Erleben mit allen Sinnen
3.4.2 Körpererfahrungsübungen
3.4.3 Identitätsbildung
3.4.4 Figuren-/Rollenspiel
3.4.5 Bewegungs- und Entspannungsübungen
3.4.6 Gesundheitserziehung
3.5 Die Aufgaben der/des LehrerIn
3.6 Was kann die Schule tun, um gesundheitliche Risiken bei bereits magersüchtigen Mädchen zu vermeiden?
3.6.1 Körperliches Training
3.6.2 Essenszeiten
3.6.3 Hausaufgaben
3.6.4 Prüfungen
3.7 Grenzen der schulischen Prävention
3.8 Kooperation mit anderen Einrichtungen
4. Arbeiten mit dem Internet zum Thema Magersucht
5. Reflexion
Diese Arbeit zielt darauf ab, angehenden Lehrkräften ein fundiertes Verständnis der Magersucht zu vermitteln und konkrete präventive Handlungsmöglichkeiten im schulischen Kontext aufzuzeigen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie die Schule das Essverhalten von Schülerinnen beeinflusst und welche Maßnahmen zur Prävention von Essstörungen ergriffen werden können.
3.1 Die Geschichte der Erforschung der Magersucht
Bereits im Mittelalter war die Erkrankung Magersucht bekannt. Zu dieser Zeit hatte die Magersucht noch keinen Namen, aber die Symptome stimmen mit den heutigen Forschungsergebnissen überein.
Frauen, die oftmals kräuterkundig waren, nahmen über einen langen Zeitraum keine Nahrung zu sich. Dass Frauen in der Lage waren über lange Zeit ohne Essen auszukommen, erschreckte viele Menschen zur damaligen Zeit, da, auch aufgrund von Nahrungsmangel, Essen für sie zu den elementarsten Dingen des Lebens zählte. Die Männer gingen davon aus, dass es sich bei den betroffenen Frauen um Hexen handelte oder sie vom Teufel besessen seien, da niemand in der Lage sei über einen langen Zeitraum ohne Nahrung auszukommen. Dies hatte zur Folge, dass die Frauen oftmals als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.
Die erste medizinische Darstellung der Magersucht wird im Allgemeinen dem englischen Arzt Richard Morton zugeschrieben. In seinem Buch Phthisiologia or a treatise of consumptions ( Phthisiologia oder eine Abhandlung über Schwindsucht ) beschreibt er im Zusammenhang mit der Schwindsucht zwei Fälle, die heutzutage eindeutig als Magersucht zu diagnostizieren wären, da die Erkrankung infolge freiwilliger Einschränkung der Nahrungsaufnahme entstand.
1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Relevanz der Thematik für den schulischen Bereich und die Rolle der Lehrkraft bei der Früherkennung.
I. Magersucht: Umfassende Darstellung der Definition, Symptomatik, medizinischen Diagnostik sowie der psychologischen und familiären Ursachen.
II. Schulische Prävention: Analyse der Möglichkeiten und Grenzen der Schule, präventive Maßnahmen zu ergreifen und Kooperationen mit externen Stellen zu nutzen.
Magersucht, Anorexia nervosa, Essstörungen, Suchtprävention, Schule, Lehrkräfte, Schülerschaft, Familiensystem, Schönheitsideal, Mädchen, Diagnostik, Therapie, Präventionsmodelle, Körperwahrnehmung, Internet.
Die Arbeit behandelt die Problematik der Magersucht bei jungen Mädchen und exploriert, welche Möglichkeiten die Schule hat, um durch präventive Maßnahmen frühzeitig entgegenzuwirken.
Die zentralen Felder umfassen die medizinischen und psychologischen Hintergründe der Magersucht, familiäre und gesellschaftliche Einflussfaktoren sowie die spezifische Rolle der Schule als Ort der Prävention.
Das Ziel ist es, angehenden Lehrkräften das nötige Wissen zu vermitteln, um Magersucht bei Schülerinnen zu erkennen und präventiv tätig zu werden.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen und stellt Bezüge zu pädagogischen Rahmenrichtlinien her.
Im Hauptteil werden Symptome, Diagnostik, Ursachen und diverse Therapieformen sowie konkrete schulische Handlungsmöglichkeiten und Kooperationspartner dargestellt.
Wichtige Begriffe sind Magersucht, Prävention, Schule, Familiensystem, Körperwahrnehmung und Essstörungen.
Die Autorin hebt hervor, dass dysfunktionale Familiensysteme, eine schwierige Mutter-Tochter-Bindung sowie Leistungsdruck in der Familie wesentliche Faktoren für die Entstehung der Magersucht sein können.
Sie warnt vor "Pro-Ana"-Foren, die magersüchtige Mädchen zum Hungern animieren, und betont die Notwendigkeit für Lehrkräfte, sich dieser Gefahr bewusst zu sein, um das Thema kritisch mit den Schülern zu reflektieren.
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