Magisterarbeit, 2002
150 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I. „Das Fremde“ und seine Inszenierung in Reisereportagen
1. Über „das Fremde“
1.1 Der Begriff „des Fremden“
1.2 Der Begriff „Stereotyp“
1.3 Das Exotische - Ein Stereotyp „des Fremden“
2. Reisereportagen im Fernsehen - Zwischen Länderbericht und Reiseratgeber?
2.1 Information oder Unterhaltung
2.2 Form einer Reisereportage
2.2.1 Gegenstand
2.2.2 Erzähl-Perspektive
2.3 Dokumentarische Einflüsse in Reisereportagen
2.4 Entwicklung der Reisereportage im deutschen Fernsehen
3. Inszenierungen des Fremden in Reisereportagen
3.1 Reisen auf dem Papier - Authentisierungs- und Inszenierungsstrategien in der Literatur
3.2 Europamüdigkeit und Exotismus - Inszenierung des Exotischen in Literatur und Film
3.2.1 Exotische Romane - Die koloniale Flucht in die Fremde
3.2.2 Das Exotische im Film
3.3 Darstellung des Fremden in ethnografischen Filmen
3.4 Inszenierungen in modernen Reisereportagen: Traumbilder und Realitätskonstruktion
3.4.1 Exotismen und Stereotype als Inszenierungsstrategien
3.4.2 Tourismusindustrie versus Reisejournalisten
4. Schlussfolgerungen und Thesen
II. Inszenierung des Fremden im Vergleich ausgewählter Reisereportagen
1. Vorgehensweise und Auswahl
1.1 Afrika im Fernsehen
1.2 Die Reisemagazine Voxtours und Länder-Menschen-Abenteuer
2. Analyse und Vergleich der Reisereportagen: Voxtours Mauretanien und Länder-Menschen-Abenteuer: Das Eiserne Kamel. Mauretaniens Nomaden und der Wüstenzug
2.1 Aufbau, Inhalt und Dramaturgie
2.2 Das Visuelle
2.2.1 Bildauswahl
2.2.2 Farbe und Montage
2.2.3 Bildkomposition und Kamerabewegung
2.3 Interviews - Wie werden Menschen vorgestellt?
2.4 Das Auditive
2.5 Das Narrative
2.6 Umgang mit Exotismus und Stereotypen
2.7 Fremdheitsbild, Lesarten und Konzept
3. Résumé
III. Eigene Reportage: Die Wüstenfischer. Fischfang in Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott
1. Zielsetzung und Aufbau der Reportage
2. Vorproduktion und Inhalt der Reisereportage
3. Realisierung vor Ort
4. Faktor Zufall - Probleme der „Realitätskonstruktion“
5. Postproduktion
6. Kompromiss von Information und Unterhaltung
IV. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Konstruktion und Inszenierung des „Fremden“ in Reisereportagen des deutschen Fernsehens am Beispiel von Mauretanien. Ziel ist es, die Inszenierungsstrategien zu identifizieren, die zur Darstellung fremder Kulturen genutzt werden, und zu analysieren, inwiefern diese Konstruktionen das Bild vom „Fremden“ prägen und welche Auswirkungen dies auf die Zuschauer hat.
Inszenierung:
Der Begriff der Inszenierung stammt aus dem Bereich des Theaters und bezeichnet dort die Einrichtung und das Einstudieren eines Bühnenstückes für eine Theater-Aufführung. In der Medienwissenschaft beinhaltet Inszenierung „die Kombination mehrerer, an der Produktion und Distribution beteiligter Ebenen“, die der Einlösung von Unternehmenszielen unterliegen. Diese In-Szene-Setzung findet auch bei der Darstellung des Fremden in Reisereportagen statt: Hier wird wie im Theater versucht, ein bestimmtes Bild zu vermitteln.
Die Inszenierung findet bei Reisereportagen auf verschiedenen Produktionsebenen statt: Der Präproduktion, während der Auswahl der Themen, der Produktion selbst und während der Postproduktion. Die vorliegende Untersuchung geht davon aus, dass es nicht möglich ist, nicht zu inszenieren: Während der Produktion beeinflusst die Kamera schon durch ihre Anwesenheit die Situation. Dieses Problem der Kamera als ein 'auffälliger Beobachter' ist vergleichbar mit der Heisenbergschen Unschärferelation: Sie beschreibt die Unfähigkeit, Dinge exakt messen zu können, da sie von den Messgeräten selbst beeinflusst werden. Wie auch die Mess-Ungenauigkeit konstatiert sich das Problem zu „dokumentieren“. Die Kamera beeinflusst die „Wirklichkeit“, diese wird also nie als nicht-inszeniert im Fernsehen betrachtet werden können.
Einleitung: Die Arbeit thematisiert das wachsende Interesse an Reisesendungen im deutschen Fernsehen und erläutert die Forschungsabsicht, die mediale Inszenierung des Fremden zu untersuchen.
I. „Das Fremde“ und seine Inszenierung in Reisereportagen: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie „das Fremde“, „Stereotyp“ und „Exotismus“ und betrachtet deren historische Entwicklung in Reiseliteratur und Film als Basis für die Analyse heutiger Reisereportagen.
II. Inszenierung des Fremden im Vergleich ausgewählter Reisereportagen: Es erfolgt eine detaillierte Analyse und ein Vergleich der Reisemagazine Voxtours und Länder-Menschen-Abenteuer am Beispiel von Mauretanien, um Inszenierungsstrategien und deren Wirkung aufzuzeigen.
III. Eigene Reportage: Die Wüstenfischer. Fischfang in Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott: Die Verfasserin reflektiert ihre eigenen Erfahrungen bei der Produktion einer Reportage, um den Entstehungsprozess und die Problematik der „Realitätskonstruktion“ zu problematisieren.
IV. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Arbeit schließt mit Thesen zur Inszenierung des Fremden und fordert eine kritischere Auseinandersetzung mit der mediale Praxis in der Reiseberichterstattung.
Reisereportage, Mauretanien, Inszenierung, Das Fremde, Stereotyp, Exotismus, Authentizität, Tourismus, Medienwirklichkeit, Dokumentarfilm, Ethnologie, Bildkomposition, Montage, Reisejournalismus, Identitätskonstruktion.
Die Magisterarbeit untersucht, wie das „Fremde“ in modernen Reisereportagen des deutschen Fernsehens dargestellt und inszeniert wird und welche Rolle dabei stereotype Bilder und ökonomische Faktoren spielen.
Die zentralen Themen sind die mediale Konstruktion von Wirklichkeit, der Umgang mit Exotismen, der Einfluss der Tourismusindustrie auf die Berichterstattung sowie der Vergleich verschiedener redaktioneller Konzepte.
Ziel ist es, Inszenierungsstrategien herauszufinden, mit denen Reisereportagen das Fremde darstellen, und zu analysieren, wie diese Konstruktionen das Fremdheitsbild beim Zuschauer prägen.
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literatur- und Theorieanalyse zum Thema Fremdheit und Dokumentarfilm mit der direkten Analyse und dem Vergleich ausgewählter Reisereportagen sowie einer eigenen praktischen Produktionsreflexion.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, vergleicht konkret die Formate Voxtours und Länder-Menschen-Abenteuer hinsichtlich Aufbau, Bildsprache, Interviewführung und Kommentar und reflektiert den Entstehungsprozess einer eigenen Reportage.
Wichtige Begriffe sind Reisereportage, Inszenierung, Stereotyp, Exotismus, Authentizitätsversprechen, Fremdwahrnehmung und mediale Konstruktion.
Während Voxtours eher unterhaltungs- und werbeorientiert ist und stark mit exotischen Klischees arbeitet, verfolgt Länder-Menschen-Abenteuer einen stärkeren dokumentarischen Anspruch, der versucht, die Lebenswirklichkeit der Menschen differenzierter abzubilden.
Sie dient als praktische Reflexionsebene. Die Verfasserin zeigt auf, wie schwierig es ist, während der Produktion selbst den eigenen Stereotypen zu entkommen und eine authentische, nicht-inszenierte Darstellung zu finden.
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