Diplomarbeit, 2004
88 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Aufbau der Arbeit
1.2. Bedeutung der Themenstellung für die Praxis
1.3. Problemstellung und Zielsetzung
2. Bilanzpolitisches Instrumentarium
2.1. Divergierende Zielsetzung
2.2. Zeitliche Instrumente
2.3. Formelle Instrumente
2.3.1. Bestandteile des Jahresabschlusses je Rechnungslegungssystem
2.3.2. Gliederungspolitische Differenzen
2.3.3. Bilanzierungsgrundsätze und -fähigkeit
2.3.4. Ausweistiefe und -breite in den Jahresabschlußbestandteilen
2.4. Materielle Beeinflussung
2.4.1. Ansatzunterschiede bei aktivischen Posten
2.4.1.1. Immaterielle Vermögensgegenstände
2.4.1.2. Derivativer Firmenwert
2.4.1.3. Leasingverträge
2.4.1.4. Disagio
2.4.1.5. Finanzinstrumente
2.4.1.6. Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes
2.4.2. Ansatzunterschiede bei passivischen Posten
2.4.3. Unterschiede bei der Bewertung
2.4.3.1. Wertansatzdifferenzen
2.4.3.1.1. Vorratsvermögen
2.4.3.1.2. Wertminderung von Vermögensgegenständen
2.4.3.1.3. Pensionsrückstellungen bzw. Leistungen an Arbeitnehmer
2.4.3.2. Methodische Unterschiede
2.4.3.2.1. Rechnungsabgrenzungsposten
2.4.3.2.2. Langfristige Auftragsfertigung
2.4.3.2.3. Neubewertungskonzept versus Anschaffungskostenprinzip
2.4.3.2.4. Latente Steuern
2.4.3.2.5. Ermittlung und Abschreibung des derivativen Firmenwertes
2.4.4. Ermessensspielräume
2.4.4.1. Verfahrensspielräume
2.4.4.1.1. Abschreibungsmöglichkeiten
2.4.4.1.2. Bewertungsvereinfachungsverfahren
2.4.4.2. Individualspielräume
2.4.4.2.1. Schätzungsbedingte Freiheiten
2.4.4.2.2. Auslegung von Vorschriften
2.4.4.2.3. Bisher ungeregelte Sachverhalte
3. Unterschiede bei erstmaliger und wiederholter Anwendung von IFRS
3.1. Buchmäßige Abbildung der Umstellung und Anwendungsbereich
3.2. Wahl des Übergangsverfahrens
3.3. Gestaltungsperspektiven
4. Zeitlicher und finanzieller Umstellungsaufwand
5. Kritische Würdigung
5.1. Gewinnausweispolitik
5.2. Informationspolitik
5.3. Ansatz- und Bewertungspolitik
5.4. Schlußbetrachtung
Die Arbeit untersucht die bilanzpolitischen Einflußmöglichkeiten nach IFRS im direkten Vergleich zum HGB, um für deutsche Unternehmen fundierte Entscheidungsgrundlagen für eine Umstellung zu liefern. Dabei werden insbesondere die Bereiche Wertansatz, Bewertung, Ermessensspielräume und formelle Instrumente systematisch analysiert.
2.4.1.2. Derivativer Firmenwert
Die Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwertes hat in den letzten Jahren immer größeren Stellenwert erreicht. Dies hat im wesentlichen zwei Gründe: wir beobachten einen rapiden weltweiten Anstieg von Unternehmenszusammenschlüssen und die Differenz zwischen der Marktkapitalisierung respektive dem Marktwert eines Unternehmens und dessen bilanziellen EK wird immer größer. Bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone belief sich der goodwill sogar auf ca. € 180 Mrd.. In manchen Bilanzen nimmt der Geschäfts- oder Firmenwert mehr als die Hälfte der Bilanzsumme ein und erreicht nicht selten die Höhe des bilanziellen Eigenkapitals.
Dieses weite Spektrum wird in den IFRS nicht übernommen. Es ist i.d.R. linear auf eine ND von 20 Jahren abzuschreiben. Beides kann mit bedeutsamer Begründung umgangen werden, wobei der goodwill bei längerer ND ebenfalls einem jährlichen (zweistufigen) impairment test zu unterziehen ist. Managementbedingte Subjektivität ergibt sich bei der Zuordnung des goodwill zu einer starken CGU und beeinflußt somit stark, ob und wenn in welcher Höhe eine Wertminderung vorzunehmen ist. Dies ist dem deutschen RS fremd. Nach ED IFRS 36 werden ab 2005 die in der amerikanischen Rechnungslegung geltenden Regelungen übernommen, so daß eine planmäßige Abschreibung durch einen impairment only approach abgelöst wird. Positiv bei den IFRS ist zu bewerten, daß zumindest versucht wird, durch einen relativ objektiven Prozeß eine zeitnahe Bewertung zu gewährleisten und der Weg zur Aufwandsverbuchung verbaut wurde. Bei den heutigen Ausmaßen dieser Position in den Jahresabschlüssen ist der bilanzpolitische Spielraum im internationalen Regelwerk damit deutlich verkleinert worden und die Bewertung aufgrund des Werthaltigkeitstests entscheidend transparenter geworden.
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die bilanzpolitischen Spielräume von HGB und IFRS systematisch zu vergleichen.
2. Bilanzpolitisches Instrumentarium: Analysiert detailliert die Unterschiede in den formellen Instrumenten, Ansatzkriterien und Bewertungsmethoden.
3. Unterschiede bei erstmaliger und wiederholter Anwendung von IFRS: Behandelt die spezifischen Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten beim Umstellungsprozeß.
4. Zeitlicher und finanzieller Umstellungsaufwand: Erörtert die betrieblichen Kosten und den Zeitbedarf basierend auf aktuellen Studien.
5. Kritische Würdigung: Reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Informationspolitik und der zukünftigen Bedeutung beider Rechnungslegungssysteme.
Bilanzpolitik, HGB, IFRS, Jahresabschluß, Bewertung, Ansatz, Geschäfts- oder Firmenwert, Impairment Test, Leasingverträge, Rechnungslegung, Transparenz, Umstellung, Eigenkapital, Wahlrechte, Finanzinstrumente
Die Arbeit untersucht, wie bilanzpolitische Spielräume nach HGB und IFRS bei der Aufstellung von Einzelabschlüssen von Kapitalgesellschaften genutzt werden können und wo die Unterschiede liegen.
Zentrale Felder sind die Ansätze bei Vermögensgegenständen, Bewertungsmethoden, Ermessensspielräume bei Rückstellungen sowie der Anhang als Informationsinstrument.
Ziel ist es, Bilanzadressaten und Unternehmen bei einer Umstellung von HGB auf IFRS aufzuzeigen, wie sich das bilanzpolitische Spektrum verändert und welche Auswirkungen dies auf Kennzahlen hat.
Die Arbeit nutzt einen systematischen Vergleich der Normen, ergänzt durch die Analyse vorhandener Fachstudien zur Umstellungspraxis in Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in formelle Instrumente, eine detaillierte Analyse materieller Beeinflussung (z.B. immaterielle Werte, Leasing, Finanzinstrumente) sowie die kritische Würdigung der Ergebnisbeeinflussung.
Die wichtigsten Begriffe sind Bilanzpolitik, IFRS, HGB, Bewertung, Abschreibung, Transparenz und Unternehmensanalyse.
Der Firmenwert macht in vielen Bilanzen einen erheblichen Teil der Bilanzsumme aus, weshalb die unterschiedliche Behandlung (planmäßige Abschreibung vs. Impairment Test) massive Auswirkungen auf das Ergebnis hat.
Während Leasing im HGB zu Bilanzverkürzungen beim Leasingnehmer führen kann, sieht das IFRS-Regelwerk strengere Kriterien zur Zurechnung vor, was die Bilanzstruktur nachhaltig beeinflusst.
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