Diplomarbeit, 2004
69 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2 Reverse Pricing
2.1 Definition, Abgrenzung, Begrifflichkeiten
2.2 Anwendungsbereiche
3 Ziele und Handlungsalternativen des Verkäufers
3.1 Ziele des Verkäufers
3.2 Handlungsalternativen des Verkäufers
4 Modellierung des Konsumentenverhaltens in Reaktion auf die Handlungsalternativen
4.1 Preisauswahlverfahren
4.1.1 Darstellung des Modells von Chernev
4.1.2 Kritische Würdigung und Ergebnis des Modells
4.2 Einmalige oder mehrfache Gebotsabgabe
4.2.1 Das Modell von Ding et al.
4.2.2 Das Modell von Fay ohne Suchkosten
4.2.2.1 Darstellung des Modells
4.2.2.2 Kritische Würdigung des Modells
4.2.2.3 Eigene Erweiterung des Modells
4.2.3 Empirische Untersuchungen zu Suchkosten
4.2.4 Das Modell von Fay mit Suchkosten
4.2.4.1 Darstellung des Modells
4.2.4.2 Kritische Würdigung des Modells
4.2.5 Das Modell von Spann/Skiera/Schäfers
4.2.5.1 Darstellung des Modells
4.2.5.2 Kritische Würdigung des Modells
4.2.6 Gemeinsame kritische Würdigung und Ergebnis der Modelle
4.3 Unterbindung von Missbrauch
4.3.1 Darstellung des Modells von Fay
4.3.2 Kritische Würdigung des Modells von Fay
4.3.3 Eigene Überlegungen
4.3.4 Ergebnis der Überlegungen
4.4 Restriktionen für eine weitere Gebotsabgabe
4.4.1 Eigene Überlegungen zur Vorteilhaftigkeit von Restriktionen
4.4.2 Eigene Überlegungen zur Optimierung der Suchkosten
4.4.3 Ergebnis der Überlegungen
5 Empfehlungen für eine optimale Gestaltung aus Verkäufersicht
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Anhang
7.1 Übersicht verwendeter Variablen
7.2 Herleitung der Optimalitätsbedingung für die Suchkosten c
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Konsumentenverhaltens bei Reverse Pricing, um daraus Implikationen für eine optimale Gestaltung des Bietmechanismus aus Verkäufersicht abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie Konsumenten auf verschiedene Ausgestaltungsformen reagieren und wie der Anbieter diese nutzen kann, um seine Ziele zu erreichen.
4.2.2.3 Eigene Erweiterung des Modells
Hierzu eine Vorüberlegung: Beim mehrfachen Bieten gewinnen Käufer mit Geboten auf P1, da sie den Wert von P1 exakt kennen. Würde der ihnen kommunizierte Schwellenpreis P1 kommuniziert marginal unter dem wirklichen Schwellenpreis P1 liegen und sie somit P1 kommuniziert bieten, würden sie nicht gewinnen. Käufer mit einer Zahlungsbereitschaft größer gleich P0 würden dann P0 im zweiten Bietschritt bieten. Diese Bieter hätten beim von Fay beschriebenen Verfahren direkt im ersten Bietschritt mit einem Gebot der Höhe P1 gewonnen. Dies zeigt deutlich, wie restriktiv die Annahme von zwei kommunizierten Preisschwellen ist. Daher soll für die folgenden Überlegungen gelten, dass der kommunizierte Schwellenpreis P1 kommuniziert marginal unter dem wirklich geltenden Schwellenpreis P1 liegt.
Beim einfachen Bietverfahren entscheiden die Wahrscheinlichkeit λ und die Preisbewilligungsbereitschaft Ri darüber, ob die Bieter P1 kommuniziert oder P0 bieten. Der beschriebene marginale Unterschied zwischen P1 und P1 kommuniziert hat keine wesentliche Auswirkung darauf, dass nicht alle Bieter, deren Zahlungsbereitschaft größer gleich P0 ist, P0 bieten.
Beim mehrfachen Bietverfahren bieten die Käufer erst P1 kommuniziert. Da dieses Gebot aber unter dem wirklichen Schwellenpreis P1 liegt, ist es nicht erfolgreich. Daher bieten die Käufer mit einer Preisbewilligungsbereitschaft größer gleich P0 im nächsten Schritt P0. Hier bieten also alle Käufer, deren Preisbewilligungsbereitschaft nicht kleiner P0 ist, P0.
Beim mehrfachen Bieten bieten alle Käufer mit Preisbewilligungsbereitschaft größer gleich P0 auf P0, beim einfachen Bieten nicht. Der reine Vergleich der Biethöhen zeigt also, dass das mehrfache Bietverfahren zu einer größeren Anzahl von hohen Geboten P0 führt als das einfache Bietverfahren, da nur dieses Verfahren die Erhöhung des ersten Gebots ermöglicht.
Es lässt sich folglich zusammenfassen, dass bei Korrekturen am Modell von Fay das mehrfache Bietverfahren dem einfachen Bietverfahren in Bezug auf das Ziel hohe Bietbeträge überlegen ist.
1 Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Theorie der Preisdifferenzierung und Definition der Problemstellung bei Reverse Pricing.
2 Reverse Pricing: Einordnung und Abgrenzung von Reverse Pricing gegenüber klassischen Auktionsmechanismen und anderen Preismodellen.
3 Ziele und Handlungsalternativen des Verkäufers: Definition der Verkäuferziele (hohe Gebote, hohe Akzeptanz) und Vorstellung der relevanten Designvariablen.
4 Modellierung des Konsumentenverhaltens in Reaktion auf die Handlungsalternativen: Detaillierte wissenschaftliche Analyse verschiedener Modelle zum Bietverhalten unter Berücksichtigung von Suchkosten und Restriktionen.
5 Empfehlungen für eine optimale Gestaltung aus Verkäufersicht: Zusammenführung der Ergebnisse zu praktischen Gestaltungsempfehlungen für den Bietmechanismus.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit und Identifikation von weiterem Forschungsbedarf.
7 Anhang: Mathematische Herleitungen und Übersicht der verwendeten Variablen.
Reverse Pricing, Preisdifferenzierung, Konsumentenverhalten, Suchkosten, Bietmechanismus, Schwellenpreis, Preisbewilligungsbereitschaft, Auktionsdesign, Name-Your-Own-Price, Online-Handel, Zahlungsbereitschaft, Restriktionen, Deckungsbeitrag, E-Commerce, Gebotsabgabe.
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse des Käuferverhaltens bei Reverse-Pricing-Systemen, wie sie beispielsweise von Online-Plattformen genutzt werden, um Kunden individuell anzusprechen.
Im Zentrum stehen die Gestaltungsmöglichkeiten des Bietprozesses, die Auswirkungen von Suchkosten auf das Bietverhalten sowie der Vergleich zwischen einmaligen und mehrfachen Gebotsabgabemöglichkeiten.
Das primäre Ziel ist es, aus Sicht des Verkäufers eine optimale Gestaltung des Bietmechanismus zu identifizieren, die zu höheren Geboten und einer besseren Ausschöpfung der Zahlungsbereitschaft führt, ohne die Akzeptanz der Kunden zu gefährden.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung und kritischen Würdigung vorhandener analytischer Modelle (insbesondere von Fay und Spann/Skiera/Schäfers), die durch eigene theoretische Erweiterungen ergänzt werden.
Der Hauptteil analysiert, wie Konsumenten auf verschiedene Designvariablen reagieren – etwa die Art der Preisauswahl oder die Beschränkung der Gebotsanzahl – und bewertet diese im Kontext der Verkäuferziele.
Wichtige Begriffe sind Reverse Pricing, Preisdifferenzierung, Suchkosten, Bietmechanismus, Konsumentenrente, Zahlungsbereitschaft und die Optimierung von Schwellenpreisen.
Da es Konsumenten ermöglicht, ihre Gebote schrittweise zu erhöhen, wenn sie bei einem ersten Versuch gescheitert sind, führt dies im Vergleich zum starren einmaligen Bieten in vielen Fällen zu höheren erzielten Preisen.
Suchkosten wirken als Reibungsverluste; der Verkäufer sollte versuchen, natürliche Suchkosten durch sinnvolle, kostenbasierte Restriktionen zu ersetzen, die ihm als Einnahmen zufließen, anstatt sie durch ineffiziente Hürden zu verlieren.
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