Diplomarbeit, 2004
80 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Finanzierung mittelständischer Unternehmen
2.1 Abgrenzung und Identität mittelständischer Unternehmen
2.2 Finanzwirtschaftliche Lage mittelständischer Unternehmen als Ergebnis des deutschen Finanzsystems
2.3 Mittelstandsfinanzierung im Wandel
2.3.1 Zukünftige Bankenregulierung durch Basel II
2.3.2 Veränderte Kreditvergabepraktiken der Banken
2.3.3 Finanzielles Zielsystem mittelständischer Unternehmen
2.4 Mezzanine Capital als Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen in Deutschland
2.4.1 Eingrenzung von Mezzanine Capital
2.4.2 Instrumente des Private Mezzanine Capital
2.4.2.1 Nachrangdarlehen
2.4.2.2 Stille Gesellschaft
2.4.2.3 Weitere Ausprägungen
3 Finanzierungsprobleme bei asymmetrischer Informationsverteilung
3.1 Einfluss von Agencykosten auf den Unternehmenswert
3.2 Adverse Selektion
3.3 Moral Hazard
3.3.1 Definition von Moral Hazard
3.3.2 Agencykosten des Fremdkapitals
3.3.3 Agencykosten externen Eigenkapitals
4 Mezzanine Capital als Instrument zur Verringerung der Probleme asymmetrischer Informationsverteilung
4.1 Agencytheoretische Ansätze
4.1.1 Reduzierung der Agencykosten externen Eigenkapitals
4.1.2 Verringerung der Agencykosten des Fremdkapitals
4.1.2.1 Lösung des Risikoanreizproblems durch Finanzierung mit einer Optionsanleihe
4.1.2.2 Ausgestaltung des anreizkompatiblen Finanzkontrakts
4.1.3 Beseitigung der Agencykosten Adverser Selektion
4.2 Informationsökonomische Ansätze
4.2.1 Verringerung der Agencykosten einer direkten Aufnahme von Eigenkapital
4.2.2 Vermeidung der Agencykosten einer Überinvestition
5 Beitrag der erläuterten Ansätze zur Erklärung der realen Mittelstandsfinanzierung mit Mezzanine Capital
5.1 Agencytheoretische Ansätze
5.2 Informationsökonomische Ansätze
6 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, theoretische Erklärungsansätze für die Vorteilhaftigkeit von Mezzanine Capital gegenüber reinem Eigen- oder Fremdkapital zu analysieren und zu bewerten. Die Forschungsfrage untersucht, ob Mezzanine Capital für deutsche mittelständische Unternehmen einen Beitrag zur Erreichung ihrer finanzwirtschaftlichen Ziele leisten kann, der den einer reinen Eigen- oder Fremdkapitalfinanzierung übersteigt.
Finanzwirtschaftliche Lage mittelständischer Unternehmen als Ergebnis des deutschen Finanzsystems
Die finanzwirtschaftliche Lage deutscher KMU ist sowohl im Vergleich zu in anderen Ländern ansässigen KMU als auch zu großen deutschen Unternehmen durch eine geringe Eigenkapitalausstattung geprägt. Innerhalb von KMU korreliert die Unternehmensgröße ebenfalls positiv mit der Höhe der Eigenkapitalquote (EKQ). Wie verschiedene aktuelle Studien bestätigen, ist diese Eigenkapitalschwäche von vielen KMU als das Hauptproblem auf finanzieller Ebene identifiziert worden. So konnte sich binnen des letzten Jahres nach einer Erhebung von Creditreform die EKQ der betrachteten KMU leicht verbessern. Jedoch verfügten immer noch 63% der KMU über eine EKQ von unter 20%, 36% davon sogar von unter 10%. Vielfach werden die Gründe der mäßigen Eigenkapitaldecke in der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen, der steuerlichen Benachteiligung thesaurierter Gewinne bis Ende 2000, dem deutschen Insolvenzrecht und der Begünstigung eines niedrigen Eigenkapitalausweises nach HGB gesehen.
Als einzige Erklärung greifen diese Argumente jedoch zu kurz. Vielmehr trugen die in Deutschland historisch günstigen Fremdkapitalkonditionen und die spezifisch deutsche Ausprägung des „Relationship Banking“, das Hausbankprinzip, zu dieser Entwicklung bei. Traditionelle KMU konnten sich in langfristigen Kreditbeziehungen mit ihrer Hausbank, die über einen Informationsvorsprung gegenüber anderen potenziellen Kreditgebern (Outside Banks) verfügt, günstig mit Fremdkapital versorgen. Diese stabile und verlässliche Möglichkeit der Kreditversorgung wurde in der Vergangenheit von einem flächendeckenden Universalbankensystem getragen, das durch regionale Marktmacht von Sparkassen und Genossenschaftsbanken geprägt war.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Finanzierungsproblematik des Mittelstands vor dem Hintergrund von Basel II und führt Mezzanine Capital als potenziellen Lösungsansatz ein.
2 Finanzierung mittelständischer Unternehmen: Dieses Kapitel definiert mittelständische Unternehmen, analysiert die Rahmenbedingungen ihrer Finanzierung und erläutert relevante mezzanine Finanzierungsinstrumente.
3 Finanzierungsprobleme bei asymmetrischer Informationsverteilung: Es wird untersucht, wie Informationsasymmetrien den Unternehmenswert beeinflussen und welche Probleme (Adverse Selektion, Moral Hazard) bei der Unternehmensfinanzierung daraus resultieren.
4 Mezzanine Capital als Instrument zur Verringerung der Probleme asymmetrischer Informationsverteilung: Das Kapitel erläutert theoretische Lösungsansätze, wie Mezzanine Capital Agencykosten reduzieren und somit zur Wertsteigerung beitragen kann.
5 Beitrag der erläuterten Ansätze zur Erklärung der realen Mittelstandsfinanzierung mit Mezzanine Capital: Hier werden die theoretischen Modelle kritisch auf ihre Anwendbarkeit für die Finanzierungspraxis mittelständischer Unternehmen in Deutschland geprüft.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und gibt Anstöße zur zukünftigen Bedeutung von Mezzanine Capital in Theorie und Praxis.
Mittelstand, Mezzanine Capital, Basel II, Finanzierung, Agencytheorie, Informationsasymmetrie, Eigenkapitalquote, Kreditvergabepraktiken, Risikoanreizproblem, Nachrangdarlehen, Stille Gesellschaft, Unternehmenswert, Finanzkontrakte, Moral Hazard, Adverse Selektion
Die Arbeit analysiert die theoretische Vorteilhaftigkeit von Mezzanine Capital als Finanzierungsalternative für deutsche mittelständische Unternehmen, insbesondere im Kontext der regulatorischen Anforderungen von Basel II.
Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Bankenregulierung, die Problematik asymmetrischer Information in der Unternehmensfinanzierung sowie die Gestaltung von anreizkompatiblen Finanzkontrakten.
Ziel ist es, theoretische Erklärungen dafür zu liefern, ob Mezzanine Capital eine effizientere Finanzierung ermöglicht als klassisches Eigen- oder Fremdkapital, unter Berücksichtigung der spezifischen Ziele mittelständischer Unternehmer.
Die Arbeit nutzt einen primär theoriegeleiteten Ansatz und analysiert agencytheoretische und informationsökonomische Modelle, um die ökonomischen Wirkungen mezzaniner Finanzierungsinstrumente zu erklären.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse von Agencykosten, wie sie bei asymmetrischer Informationsverteilung entstehen, und zeigt auf, wie Mezzanine Capital diese durch geeignete vertragliche Strukturen mildern kann.
Wichtige Begriffe sind Mezzanine Capital, Agencytheorie, Basel II, Mittelstandsfinanzierung, Adverse Selektion, Moral Hazard und anreizkompatible Kontrakte.
Sie ist relevant für die bilanzielle und steuerliche Einordnung. Eine atypische stille Gesellschaft wird aufgrund des übernommenen Unternehmerrisikos steuerlich oft anders behandelt, was die Attraktivität des Instruments für beide Parteien beeinflusst.
Das Hausbankprinzip bot traditionell einen Informationsvorsprung, der günstiges Fremdkapital ermöglichte. Mit Basel II sinkt jedoch die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe, was Mezzanine Capital als ergänzendes Instrument attraktiv macht, obwohl die komplexeren Kontrakte von KMU oft noch kritisch betrachtet werden.
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