Diplomarbeit, 2003
63 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Musiktherapie
1.1 Musiktherapie als Psychotherapie
1.2 Therapeutische Möglichkeiten von Musik
2. Musiktherapieforschung in der Psychiatrie
3. Die Psychiatrie im Kreiskrankenhaus Siegen
3.1 Musiktherapie im Kreiskrankenhaus Siegen
3.2 Beschreibung der Stichprobe
4. Methodologie
4.1 Qualitative Sozialforschung
4.2 Grounded Theory
4.3 Beschreibung der Dokumente
5. Untersuchungsverlauf
6. Ergebnisse
6.1 Die Hauptkategorie: Das Phänomen „Therapeutische Wirkungen“
6.2 Ursächliche Bedingung
6.3 Kontextbedingungen
6.3.1 Therapieform
6.3.2 Intensität
6.3.3 Therapiephasen
6.3.4 Elemente der Musiktherapie
6.4 Intervenierende Bedingungen
6.5. Strategien der Patienten
6.5.1 Abwehr
6.5.2 Annahme
6.6. Konsequenzen / Resultate
6.6.1 Bereitschaft zu einer Auseinandersetzung
6.6.2 Veränderung von körperlichen Symptomen
6.6.3 Veränderung der Themen
6.6.4 Veränderung der Wahrnehmung
6.6.5 Veränderung des musikalischen Verhaltens
6.6.6 Veränderte Gefühlszustände
6.6.7 Strukturen erkennen
7. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Relevanz und den therapeutischen Stellenwert der Musiktherapie in psychiatrischen Einrichtungen fundiert nachzuweisen. Durch eine qualitative Analyse von Patientenprotokollen wird untersucht, wie Musiktherapie psychotherapeutische Prozesse bei psychiatrischen Patienten initiieren und fördern kann und welche spezifischen Wirkungsbereiche dabei zentral sind.
6.1 Die Hauptkategorie: Das Phänomen „Therapeutische Wirkungen“
Das Phänomen repräsentiert die „zentrale Idee, das Ereignis, Geschehnis auf das eine Reihe von Handlungen/Interaktionen gerichtet sind, um es zu bewältigen oder damit umzugehen oder auf das sich eine Reihe bezieht“ (Strauss und Corbin 1996, S. 79). Das Phänomen „Therapeutische Wirkungen“ wurde gewählt, da es in fast allen Stundenprotokollen enthalten ist.
Aus den Protokollen wurden verschiedene physiologische und psychologische Wirkungsbereiche von Musiktherapie erarbeitet. Diese stellen die Subkategorien des Phänomens „Therapeutische Wirkungen“ dar. Im Folgenden werden diese vorgestellt und an Hand von Textstellen belegt.
Abschließend wird benannt, bei wie vielen Patienten die einzelnen Wirkungsbereiche in den Stundenprotokollen auftreten.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Musiktherapie als jüngere Disziplin in der Psychiatrie und thematisiert die Diskrepanz zwischen der wissenschaftlichen Debatte um ihren Stellenwert und ihrer zunehmenden Verbreitung in der klinischen Praxis.
1. Musiktherapie: Dieses Kapitel definiert Musiktherapie als Psychotherapieverfahren, differenziert zwischen aktiven und rezeptiven Ansätzen und erläutert die therapeutischen Wirkfaktoren von Musik.
2. Musiktherapieforschung in der Psychiatrie: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit bisherigen Forschungsarbeiten und Studien zur Wirksamkeit der Musiktherapie in psychiatrischen Kontexten.
3. Die Psychiatrie im Kreiskrankenhaus Siegen: Dieses Kapitel beschreibt die lokalen Rahmenbedingungen der psychiatrischen Abteilung und detailliert das dort angewandte Musiktherapie-Angebot sowie die Zusammensetzung der Patientenstichprobe.
4. Methodologie: Dieser Abschnitt legt die theoretischen Grundlagen der qualitativen Sozialforschung und das spezifische Kodierverfahren der „Grounded Theory“ dar, welches zur Auswertung der Protokolle genutzt wurde.
5. Untersuchungsverlauf: Hier werden die praktische Durchführung der Datenerhebung, die Schwierigkeiten beim theoretischen Sampling und der Prozess der schrittweisen Kategorienbildung beschrieben.
6. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die Analyseergebnisse, unterteilt in therapeutische Wirkphänomene, Kontextbedingungen wie Therapieformen und Instrumente, Strategien der Patienten sowie die resultierenden Konsequenzen.
7. Schlusswort: Das Fazit fasst die Relevanz der Musiktherapie zusammen und empfiehlt, die gewonnenen qualitativen Erkenntnisse in weiterführenden, quantitativ ausgerichteten Studien zu evaluieren.
Musiktherapie, Psychiatrie, Grounded Theory, Psychotherapie, therapeutische Wirkungen, Patientenprotokolle, klinische Praxis, stationäre Behandlung, qualitative Forschung, psychische Störungen, Instrumentarium, therapeutische Beziehung, Verhaltensänderung, Emotionsregulation.
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit von Musiktherapie bei der Behandlung stationärer psychiatrischer Patienten im Kreiskrankenhaus Siegen.
Im Zentrum stehen die therapeutischen Wirkmechanismen von Musik, die verschiedenen Methoden der Musiktherapie (aktiv/rezeptiv) sowie die individuelle Auseinandersetzung der Patienten mit ihrer Krankheit im therapeutischen Prozess.
Das Ziel ist es, durch eine qualitative Analyse von Stundenprotokollen nachzuweisen, dass Musiktherapie als wertvoller Bestandteil eines psychiatrischen Gesamtbehandlungskonzepts fungiert.
Es wurde die qualitative Methode der „Grounded Theory“ nach Strauss und Corbin angewandt, um aus den vorhandenen Dokumentationen der Musiktherapeuten Kategorien und Wirkungsbereiche zu entwickeln.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der therapeutischen Wirkungen, den Kontextbedingungen der Therapie, den Abwehr- und Annahmestrategien der Patienten sowie den konkreten therapeutischen Resultaten.
Musiktherapie, Psychiatrie, therapeutische Wirkung, Grounded Theory, stationäre Patienten, qualitative Analyse und psychotherapeutischer Prozess.
Instrumente wie Trommeln, das Monocord oder die Oceandrum fungieren als intermediäre Objekte, die den Patienten den Ausdruck ihrer Gefühle und die Bearbeitung tiefsitzender, oft präverbaler Konflikte erleichtern.
Die Identifikation dieser Strategien hilft Therapeuten, den therapeutischen Prozess flexibel an den aktuellen Zustand des Patienten anzupassen; insbesondere Krisen (Abwehr) können bei entsprechender Begleitung wertvolle Wendepunkte für den weiteren Heilungsverlauf darstellen.
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