Magisterarbeit, 1999
124 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
Inhalt
Einleitung und methodische Erläuterung
I. „Dem Schwert folgt die Zeitung“
1. Die Waffe der Propaganda
a) Grundlegendes zur NS-Auslandspressepolitik
b) Kollaboration – nur ein Schlagwort?
c) Presse und Propaganda im besetzten Paris
2. Die Zeitung der Besatzer
a) Rolle und Anspruch der Pariser Zeitung
b) Der Verlag
c) Die Druckerei
3. Die Redaktion
a) Die Leitung
b) Die deutschen Mitarbeiter
c) Die französischen Mitarbeiter
4. Auf der Suche nach einem Publikum
a) Auflagenzahlen
b) Leserschaft und Verbreitung
c) Bemühung um französische Leser: eine französische Wochenzeitung
II. Morphologische Betrachtung der Pariser Zeitung
1. Das Erscheinungsbild
a) Titel und Untertitel
b) Das Format
c) Die Erscheinungsweise
d) Der Preis
e) Die Anzahl der Seiten
f) Aufmachung und Illustration
2. Die inhaltliche Darstellung
a) Die einzelnen Rubriken
b) Die französischen Seiten
c) Die Herkunft der Information
3. Die Anzeigen
a) Der Anteil der Anzeigen an der Gesamtoberfläche
b) Der Inhalt des Anzeigenteils
c) Die Kleinanzeigen
d) Die Frage nach dem Zielpublikum
III. Inhaltliche Aspekte
1. Berichte und Stellungnahmen zu einigen Schlüsseldaten der Geschichte des Zweiten Weltkriegs
a) Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion (21. Juni 1941)
b) Die Landung der Alliierten in Nordafrika (7. November 1942)
c) Die Niederlage von Stalingrad (Januar/Februar 1943)
d) Die Landung der Alliierten in der Normandie (6. Juni 1944)
e) Das Attentat gegen Hitler (20. Juli 1944)
2. Der Antisemitismus
a) Der Stellenwert des Themenkomplexes in der Pariser Zeitung
b) Ausprägungen antijüdischer Propaganda
c) Antijüdische Maßnahmen im Spiegel der Berichterstattung
3. Die Kollaboration – Leitgedanke der Pariser Zeitung?
a) Der Stellenwert des Themas in der Pariser Zeitung
b) Parisbild und kulturelle Zusammenarbeit
c) Wirtschaftliche Fragen
d) Die politische Kollaboration und das Verhältnis zur Vichy-Regierung
IV. Zielsetzung und Realität: eine zusammenfassende Wertung
Schlußbemerkung
Anhang
I. Einige Photokopien
1. Einleitung
2. Kopie der Titelseite der Pariser Zeitung vom 15. Januar 1941
3. Kopie der Titelseite der Pariser Zeitung vom 12. November 1942
4. Kopie der gesamten Ausgabe der Pariser Zeitung vom 7. April 1943
5. Kopie der Titelseite der Pariser Zeitung vom 7. Juli 1944
II. Zeittafel
III. Biographische Angaben zu Redaktionsmitgliedern und Mitarbeitern
IV. Kurzcharakteristik zitierter Presseorgane
Die vorliegende Arbeit untersucht die "Pariser Zeitung" (1941-1944) als zentrales Propagandainstrument der NS-Auslandspressepolitik im besetzten Frankreich, um deren Rolle als "publizistische Wehr des Reiches" zu analysieren und eine Forschungslücke im Bereich der deutsch-französischen Pressegeschichte der Besatzungszeit zu schließen.
Die Waffe der Propaganda
Insgesamt zwölf solche Zeitungsgründungen lassen sich in der beschriebenen Zeitspanne nachweisen: 1939 erschien erstmals die Krakauer Zeitung , 1940 dann die Deutsche Zeitung in Norwegen, die Deutsche Polarzeitung (Tromsö) sowie die Deutsche Zeitung in den Niederlanden und die Brüsseler Zeitung. 1941 entstanden die Pariser Zeitung, die Donauzeitung (Belgrad), die Deutsche Zeitung in Kroatien und die Deutsche Zeitung in Griechenland, 1942 die Deutsche Zeitung im Ostland (Riga) und nach der Besetzung Norditaliens noch 1943 bzw. 1944 das Bozner Tagblatt und die Deutsche Adria-Zeitung.
Veranlaßt wurden diese Gründungen von der Reichsleitung für die Presse der NSDAP, Reichsleiter Amann hatte sich dieses Aufgabenfeld gegenüber dem RMVP und Minister Goebbels erstritten. Im engeren Sinne verantwortlich für diese Auslandszeitungen war der Leiter des Verwaltungsamts der Reichsleitung, Rudolf Rienhardt. Er schickte seine Mitarbeiter wirklich überall hin, wo die Wehrmacht zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ihre Blitzsiege errang. Um diese Aktivitäten finanzieren und verwalten zu können, gründete er eine neue Holdinggesellschaft, den Europa-Verlag, der vermutlich aus der 1940 von Rienhardt übernommenen Rheinischen Verlagsanstalt gebildet worden war. Das Kapital entstammte dem Eher-Verlag, dem Parteitrust der NSDAP, dem der Europa-Verlag mit seinen 27 Tochterverlagen 1944 auch angegliedert wurde.
Für das Redaktions- und Verlagspersonal rekrutierten Rienhardt und seine Mitstreiter meist Mitarbeiter anderer NSDAP-Zeitungen, die dann nicht selten zwischen den einzelnen Auslandsblättern ausgetauscht wurden. Der Druck wurde entweder bei einer Firma am Ort in Auftrag gegeben oder aber es wurde gleich eine eigene Druckerei beschlagnahmt.
I. „Dem Schwert folgt die Zeitung“: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der NS-Auslandspressepolitik, die Struktur der Zeitungsgründungen durch die NSDAP-Reichsleitung, die Besetzung der Redaktionen und die Bemühungen um ein Publikum.
II. Morphologische Betrachtung der Pariser Zeitung: Hier werden das äußere Erscheinungsbild, die Rubrizierung, der Aufbau, die Bedeutung der französischen Seiten sowie die Anzeigengestaltung des Blattes analysiert.
III. Inhaltliche Aspekte: Dieser Teil untersucht exemplarisch die Darstellung von Schlüsselereignissen des Zweiten Weltkriegs, die antisemitische Propaganda sowie die thematische Behandlung der Kollaboration in der Zeitung.
IV. Zielsetzung und Realität: eine zusammenfassende Wertung: Das Schlusskapitel bewertet den Erfolg der Pariser Zeitung im Hinblick auf ihren propagandistischen Anspruch und ihre tatsächliche Wirkung im besetzten Frankreich.
Pariser Zeitung, NS-Propaganda, Kollaboration, Besatzungspolitik, Nationalsozialismus, Pressegeschichte, Zweiter Weltkrieg, Vichy-Regierung, Auslandszeitungen, Propaganda-Abteilung, Antisemitismus, NS-Presselenkung, Frankreich, Redaktionsstruktur.
Die Arbeit analysiert die Gründung, Struktur, Redaktionspolitik und Propaganda-Inhalte der im besetzten Paris zwischen 1941 und 1944 erschienenen „Pariser Zeitung“.
Die Schwerpunkte liegen auf der NS-Auslandspressepolitik, der Art und Weise der Kollaborationsdarstellung, der antisemitischen Berichterstattung und der journalistischen sowie wirtschaftlichen Einbettung des Blattes im besetzten Frankreich.
Ziel ist es, die Pariser Zeitung als ein bisher in der Forschung vernachlässigtes Beispiel der NS-Propaganda in besetzten Gebieten erstmals systematisch vorzustellen und einzuordnen.
Die Arbeit ist deskriptiv angelegt und stützt sich maßgeblich auf Archivmaterialien, zeitgenössische Dokumente sowie eine Auswertung des Zeitungstextes selbst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine morphologische Betrachtung (Erscheinungsbild, Anzeigen) und eine inhaltsanalytische Darstellung signifikanter Themenkomplexe wie Kriegsberichterstattung, Antisemitismus und Kollaboration.
Wesentliche Begriffe sind Pariser Zeitung, NS-Propaganda, Kollaboration, Besatzungspolitik, Antisemitismus und Presselenkung.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Zeitung zwar einen gewissen organisatorischen und wirtschaftlichen Anspruch erfüllen konnte, ihr propagandistischer Erfolg bei der einheimischen Bevölkerung jedoch aufgrund des zunehmenden Abstands der Franzosen zu den Besatzern begrenzt blieb.
Die Integration französischer Artikel und die spätere Herausgabe einer eigenen französischen Wochenzeitung waren zentrale Versuche, die französische Bevölkerung propagandistisch zu gewinnen und eine deutsch-französische Zusammenarbeit ("Kollaboration") zu suggerieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

