Examensarbeit, 2001
152 Seiten, Note: 1
1. Einführung und Grundlegung
1.1 Einleitung
1.2 Problemaufriss
1.3 Methodisches Vorgehen
1.4 Anthropologische Grundannahmen
1.5 Die Kooperative Pädagogik und Kooperative Didaktik
1.6 Bewegungsbegriff
2. Behinderung und Körperbehinderung
2.1 Begriffsbestimmung „Behinderung“
2.2 Begriffsbestimmung „Körperbehinderung“
2.4 Zusammenfassung
3. Entwicklung
3.1 Zum Begriff „Entwicklung“
3.1.1 Gegenstand der Entwicklung
3.1.2 Verlauf der Entwicklung
3.1.3 Determinanten der Entwicklung
3.2 Die Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung
3.3 Entwicklung unter den besonderen Bedingungen einer körperlichen Behinderung
3.3.1 Besonderheiten in der sensomotorischen Entwicklung
3.3.3 Besonderheiten in der kognitiven Entwicklung
3.3.4 Besonderheiten in der emotional-sozialen Entwicklung
3.3.5 Besonderheiten in der sprachlich-kommunikativen Entwicklung
3.4 Zusammenfassung
4. Förderung
4.1 Zum Begriff „Förderung“
4.2 Förderdiagnostik und Förderplanung
4.3 Förderliche Bedingungen für Kinder mit einer Körperbehinderung
4.4 Zusammenfassung
5. Die Schule für Körperbehinderte (SfK)
5.1 Zusammensetzung der Schülerschaft
5.2 Die Aufgaben und Prinzipien der SfK
5.3 Sportunterricht als Teil der Bewegungsförderung an der SfK
5.4 Zusammenfassung
6. Sport
6.1 Begriffsbestimmung „Sport“
6.2 Sport und Entwicklungsförderung
6.3 Ziele des Sportunterrichts an der SfK
6.3.1 Erweiterung der Handlungsfähigkeit
6.3.2 Erweiterung der Bewegungserfahrungen
6.3.3 Körpererfahrung
6.3.4 Sozial- und Materialerfahrungen
6.4 Heterogenität und Sportunterricht
6.4.1 Bildung von Funktionsgruppen
6.4.2 Psychomotorik
6.4.3 Differenzierung
6.5 Zusammenfassung
7. Inhalte des Sportunterrichts
7.1 Psychomotorik
7.2 Sport- und Bewegungsspiele
7.3 Turnen
7.4 Zusammenfassung
8. Entwicklungsförderung körperbehinderter Schüler im Sportunterricht mit heterogenen Gruppen
8.1 Beantwortung der Leitfrage
8.2 Unterrichtbeispiel
9. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie eine individuelle Entwicklungsförderung für körperbehinderte Kinder der Primarstufe im Sportunterricht gestaltet werden kann, obwohl die Schülerschaft durch eine hohe Heterogenität in ihren motorischen und kognitiven Fähigkeiten geprägt ist. Dabei liegt der Fokus auf der Erarbeitung didaktischer und methodischer Ansätze, die den Sport als Medium für Lern- und Entwicklungsprozesse nutzen.
Die Problematik der Heterogenität der motorischen Möglichkeiten
Es wird das Spiel „Komm mit - Lauf weg“ gespielt. Dabei stehen alle Teilnehmer im Kreis, der Fänger läuft außerhalb des Kreises herum, tippt einem Mitspieler auf die Schulter und ruft „komm mit“ oder „lauf weg“. Es entsteht ein Wettlauf. Wer als erster an dem Platz des vom Fänger Gewählten ankommt hat den Wettlauf gewonnen. Pascal, ein Schüler mit recht guten motorischen Fähigkeiten, wählt Sabine, die mit ihrem Rollstuhl nicht sehr schnell ist und somit im Vergleich zu Pascal als guten Läufer ohne Chance ist. Bei dem dann folgenden Wettrennen läuft Pascal langsamer, um das Spiel spannender zu gestalten. Am Ende gewinnt Pascal und Sabine ist nun Fängerin.
Pascal hat seine Möglichkeiten nicht vollständig einsetzen müssen, um den Wettlauf zu gewinnen. Ähnliche Situationen waren in dieser Klasse besonders häufig zu beobachten. Dies führte ich auf das in dieser Gruppe gute Sozialverhalten der Schüler untereinander zurück. Dies ist natürlich eine sehr gute Eigenschaft einer heterogenen Gruppe. Im beschriebenen Beispiel, bei dem es um ein Spiel mit Wettkampfcharakter geht, ist deutlich zu erkennen, dass dieser Wettkampfcharakter nur aufrechterhalten wird durch die Zurückhaltung des schnelleren Läufers. Der Reiz des Spiels liegt im Wettkampf, dieser ist jedoch nur bedingt möglich. Die heterogenen Möglichkeiten der Schüler stehen in einem Konflikt zum sportlichen Handeln, das durch “echten Wettkampf“ geprägt ist. Bei einer Gruppe mit weniger gutem Sozialverhalten ist es auch möglich, dass die schnelleren Läufer keine Motivation sehen gegen die langsameren anzutreten, und die langsameren durch die Überforderung frustriert werden. Nicht jeder gewählte Inhalt des Sportunterrichts ermöglicht automatisch jedem Schüler eine gleichberechtigte Teilnahme.
1. Einführung und Grundlegung: Vorstellung der Relevanz von Bewegung für die Persönlichkeitsentwicklung und erste methodische Herleitung der Leitfrage.
2. Behinderung und Körperbehinderung: Kritische Reflexion der Begriffe Behinderung und Körperbehinderung unter Einbeziehung systemtheoretischer und handlungsorientierter Ansätze.
3. Entwicklung: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Entwicklung und den besonderen Auswirkungen einer Körperbehinderung auf sensomotorische und kognitive Prozesse.
4. Förderung: Untersuchung des Förderbegriffs sowie der Förderdiagnostik, eingebettet in ein kooperatives pädagogisches Verständnis.
5. Die Schule für Körperbehinderte (SfK): Analyse der Schülerschaft und der strukturellen Aufgaben und Prinzipien an einer Schule für Körperbehinderte.
6. Sport: Definition des Sportbegriffs und Darstellung von Sport als ergänzendes Mittel zur Entwicklungsförderung im Kontext des Unterrichts.
7. Inhalte des Sportunterrichts: Vorstellung der drei zentralen Inhaltsbereiche Psychomotorik, Sport- und Bewegungsspiele sowie Turnen für die Primarstufe.
8. Entwicklungsförderung körperbehinderter Schüler im Sportunterricht mit heterogenen Gruppen: Beantwortung der zentralen Leitfrage anhand der theoretischen Erkenntnisse und eines praktischen Unterrichtsbeispiels.
9. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Möglichkeiten für einen Sportunterricht, der trotz Heterogenität förderlich wirkt.
Körperbehinderung, Entwicklungsförderung, Sportunterricht, Primarstufe, Heterogenität, Kooperative Pädagogik, Psychomotorik, Bewegungserziehung, Handlungsfähigkeit, Körpererfahrung, Differenzierung, Bewegungsspiele, Förderdiagnostik, Inklusion, Sonderpädagogik.
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten und Auswirkungen einer sportlichen Betätigung zur Entwicklungsförderung bei körperbehinderten Kindern in der Primarstufe.
Zentrale Felder sind die Entwicklungspsychologie behinderter Kinder, die Grundlagen der Kooperativen Pädagogik sowie didaktische Konzepte für den Sportunterricht an Schulen für Körperbehinderte.
Die zentrale Leitfrage lautet: Wie ist eine Entwicklungsförderung körperbehinderter Schüler in der Primarstufe unter den Bedingungen großer Heterogenität im Sportunterricht möglich?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie auf reflektierten eigenen Praxiserfahrungen aus einem Schulpraktikum.
Der Hauptteil erörtert Begriffe von Behinderung und Entwicklung, stellt fachdidaktische Konzepte für den Sportunterricht vor und analysiert Methoden zur Bewältigung von Heterogenität.
Wichtige Begriffe sind Körperbehinderung, Handlungsfähigkeit, Heterogenität, Kooperation und Psychomotorik.
Sie plädiert für Differenzierungsmethoden, wie das Anpassen von Spielregeln, Sonderaufgaben für verschiedene Schülergruppen oder zonierte Spielfelder, um jedem Kind eine befriedigende Teilhabe zu ermöglichen.
Die Psychomotorik wird als wichtige Grundlage und Teilbereich angesehen, um Bewegungs- und Materialerfahrungen zu ermöglichen, sollte aber nicht den gesamten Sportunterricht dominieren.
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