Diplomarbeit, 2000
63 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Anforderungen an zukünftige Einspritzsysteme
1.2 Common-Rail-Einspritzsystem
1.3 Motivation
2 Grundlagen der Flusssensorik
2.1 Physikalischer Hintergrund
2.2 Sensorprinzip und Sensorschaltung
3 Sensorlayout und Anforderungsspektrum
3.1 Aufbau des Sensorelementes
3.2 Layout der Heizwiderstände
3.3 Anforderungsspektrum
4 Technologie und Prozessschritte
4.1 Substratmaterial
4.2 Oberflächenvergütung des Substrates
4.2.1 Läppen der Rückseite
4.2.2 Polieren der Vorderseite
4.3 Temperaturbehandlung des Substratmaterials
4.3.1 Auswirkungen auf die Materialkombination Keramik - Glas
4.3.2 Ergebnis
4.4 Strukturierung des Sinterglases
4.4.1 Auswahl des Ätzverfahrens
4.4.2 Ionenstrahlätzen
4.4.3 Ätzmaske aus Aluminium mittels Lift-Off
4.5 Realisierung der Heizwiderstände
4.5.1 Materialauswahl und Schichtabscheidung
4.5.2 Eigenschaften der Aufdampfschicht und Modifikation durch Tempern
4.5.3 Strukturierung der Widerstände
4.5.3.1 Ätzen in HCl/H2O2
4.5.3.2 Ätzen in Salpetersäure
4.5.3.3 Ätzen in Königswasser
4.5.3.4 Besonderheiten im Prozessablauf
4.6 Passivierung der Heizwiderstände
4.6.1 Materialauswahl und Schichtabscheidung
4.6.1.1 Passivierung aus Diamant
4.6.1.2 Passivierung aus Siliziumkarbid
4.6.2 Strukturierung der Passivierung
4.7 Zusammenfassung des Prozessablaufes als Flow-Chart
5 Charakterisierung der Sensorelemente
5.1 Elektrische Charakterisierung der Molybdän-Dünnschicht
5.2 Chemische Analyse der Molybdän-Dünnschicht
5.3 Charakterisierung der Heizwiderstände mit der Thermokamera
5.3.1 Messaufbau
5.3.2 Ergebnisse
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Literaturverzeichnis
Anhang A: Layout der Heizwiderstände
Die Diplomarbeit hat das primäre Ziel, einen technologischen Herstellungsprozess für einen thermischen Massenflusssensor zu entwickeln, der speziell für die Integration in die Einspritzdüse eines Common-Rail-Systems bei Dieselmotoren konzipiert ist. Die Forschungsfrage konzentriert sich auf die Realisierung eines robusten, mikromechanischen Sensors, der trotz der rauen Umgebungsbedingungen im Motor präzise Durchflussmessungen ermöglicht.
4.4.1 Auswahl des Ätzverfahrens
Die Wahl des Ätzverfahrens fiel auf die Methode des Ionenstrahlätzens. Dafür waren folgende Gründe verantwortlich:
Bei einer nasschemischen Strukturierung mit Flusssäure tritt die Problematik auf, dass die Glasanteile des Keramiksubstrates ebenfalls durch die Säure angegriffen werden. Dies zeigten Ätzversuche in 10%-iger HF, bei denen eine Abnahme der Dichte der Keramik festgestellt wurde. Bild 4.12 zeigt diese Abnahme in Abhängigkeit der Ätzzeit. Die rote Kurve ist eine vom Software-Programm numerisch berechnete Ausgleichsgerade, basierend auf dem Prinzip des kleinsten Abstandsquadrates nach Gauß.
Die Leiterbahndurchführungen ätzen aufgrund ihrer Porösität sehr viel schneller als das Glas, so dass ein gleichmäßiger Abtrag nicht möglich ist. Dies führt zu indiskutablen Stufenhöhen zwischen Durchführung und Grubenboden, die eine elektrische Kontaktierung der Heizwiderstände unmöglich machen.
Die inhomogene chemische Zusammensetzung des Glases läßt eine hohe Rauhigkeit der geätzten Oberflächen erwarten, welche bekanntlich unerwünscht ist.
Während das erste Problem technisch durch eine Passivierung der Rückseite mit Schutzlack gering gehalten werden kann, ist das zweite Problem rein physikalisch/chemischer Natur. Das Ionenstrahlätzen bietet dafür eine Lösungsmöglichkeit.
1 Einleitung: Beschreibt die Anforderungen an moderne Dieseleinspritzsysteme und motiviert die Entwicklung eines integrierten Flusssensors.
2 Grundlagen der Flusssensorik: Erläutert das physikalische Prinzip der Hitzfilmanemometrie und die Wheatstone'sche Brückenschaltung zur Durchflussmessung.
3 Sensorlayout und Anforderungsspektrum: Definiert den Aufbau des Sensorelements auf Keramikbasis sowie die spezifischen Anforderungen an die chemische und mechanische Stabilität.
4 Technologie und Prozessschritte: Detaillierte Darstellung der Fertigungsschritte inklusive Substratvorbereitung, Strukturierung der Sinterglasschicht und Passivierung der Heizwiderstände.
5 Charakterisierung der Sensorelemente: Präsentiert die elektrischen und thermischen Untersuchungsergebnisse der hergestellten Molybdän-Dünnschicht-Sensoren.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die technologische Machbarkeit und skizziert künftige Schritte zur weiteren Systemoptimierung.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachpublikationen.
Anhang A: Layout der Heizwiderstände: Dokumentiert verschiedene Geometrieentwürfe der verwendeten Heizelemente.
Common-Rail, Massenflusssensor, Hitzfilmanemometrie, Keramiksubstrat, Molybdän, Dünnschichttechnik, Ionenstrahlätzen, Sinterglas, Mikrosystemtechnik, Passivierung, Siliziumkarbid, Prototypenentwicklung, Durchflussmessung.
Es geht um die technologische Entwicklung eines speziellen thermischen Massenflusssensors für den Einsatz in Common-Rail-Einspritzsystemen bei Dieselmotoren.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Mikrosystemtechnik, Materialwissenschaften, Ätztechnologien und die elektrische Charakterisierung von Dünnschichtstrukturen.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines fertigungstechnischen Prozesses zur Herstellung von Sensoren, die klein genug sind, um direkt in die Düsenspitze von Einspritzsystemen integriert zu werden.
Die Arbeit nutzt experimentelle Methoden wie verschiedene nass- und trockenchemische Ätzverfahren, Materialanalysen mittels ESCA und thermografische Aufnahmen zur Prototypenprüfung.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den technologischen Prozessschritten, insbesondere der Oberflächenvergütung des Keramiksubstrats, der Strukturierung der Widerstände und der Passivierung gegen verkokende Kraftstoffe.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Common-Rail-Einspritzung, Molybdän-Dünnschicht, Ionenstrahlätzen, Sinterglas-Strukturierung und thermische Hitzfilmanemometrie.
Molybdän wurde aufgrund seines thermischen Ausdehnungskoeffizienten gewählt, der gut an das verwendete Keramiksubstrat angepasst ist, sowie wegen seiner hohen Schmelztemperatur.
Die SiC-Passivierung ist essenziell, um die Heizwiderstände vor Verkokung durch heißen Dieselkraftstoff zu schützen und einen elektrischen Wärmekurzschluss zwischen den beiden Widerständen zu vermeiden.
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