Examensarbeit, 2003
104 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Die Globalisierung von Wirtschaftssystemen
2.1 Begrifflichkeit und Akteure
2.2 Antriebskräfte der Globalisierung
2.2.1 Die Neuordnung des institutionellen Umfeldes internationaler Interaktionen
2.2.2 Neue Informations- und Kommunikationstechniken
2.2.3 Neue Transporttechnologien
2.2.4 Neue wirtschaftliche Organisationsformen
2.2.5 Wissen als Produktionsfaktor
2.3 Dimensionen der wirtschaftlichen Globalisierung
2.3.1 Der Handel von Gütern und Dienstleistungen
2.3.2 Die Produktion von Gütern und Dienstleistungen
2.3.3 Kapitalverflechtungen durch Direktinvestitionen
2.3.4 Wissens- und Technologieaustausch
2.4 Globalisierung oder Regionalisierung?
3 Machtvolle Unternehmen als Motor der Globalisierung
3.1 Unternehmen und Macht
3.2 Unternehmenssegmentierung
3.3 Unternehmensstrategien im globalen Kontext
3.4 Unternehmensorganisation im globalen Kontext
4 Die Automobilindustrie im Fokus der Globalisierungsdiskussion
4.1 Das Produktionssystem der Automobilindustrie
4.2 Kerntendenzen des automobilen Globalisierungsprozesses
4.2.1 Konzentration
4.2.1.1 Vormacht im Heimatmarkt
4.2.1.2 Die Internationalisierung und Multinationalisierung
4.2.1.3 Transplants
4.2.1.4 Internationale Partnerschaften
4.2.1.5 Transnationale Konsortien
4.2.2 Globale Produktionsverbünde
4.2.3 Neue Produktionsformen
4.2.4 Globale Zuliefernetzwerke
4.3 Neue Produkte und der Anteil der Lieferanten – Produktdiversifizierung und verschwimmende Unternehmensgrenzen
4.3.1 Plattformstrategie
4.3.2 Outsourcing
4.3.3 Modularität
5 Schlussbemerkungen
Die Arbeit analysiert die Rolle der Automobilindustrie als treibende Kraft der Globalisierung. Dabei wird untersucht, inwiefern Großunternehmen durch spezifische Strategien den Globalisierungsprozess forcieren und wie sich diese Prozesse auf die Produktionsorganisation und Zulieferbeziehungen auswirken. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Fiat-Konzern als Fallbeispiel für die Transformation von einer nationalen hin zu einer global vernetzten Produktion.
Die Automobilindustrie im Fokus der Globalisierungsdiskussion
Die Automobilindustrie ist vor allem eine Montage-Industrie. Eine große Anzahl von Komponenten, Teilen und Teilchen mit ebensolcher Vielfalt, die zudem von einer Vielzahl von Zulieferern hergestellt werden, werden in den Produktionskomplexen der Automobilhersteller zusammengebaut: „It is a prime example of a producer-driven production chain“ (DICKEN 1998³, 317). Das bedeutet im einzelnen, dass im traditionellen, fordistischen Sinn zuerst die Produktionsmethoden und ihre möglichen Variationen die Produkte festlegen und nicht der Endverbraucher die Beschaffenheit des Produktes bestimmen kann. Abbildung 4 veranschaulicht diese Modellvorstellung.
Den Gegenpol dazu bildet die buyer-driven production chain, in der die Bedürfnisse des Kunden zunächst bestimmen, was produziert wird und im zweiten Schritt Überlegungen dahingehend angestellt werden, wie das Produkt gewinnträchtig produziert werden kann. Automobilhersteller haben zwar schon immer marktorientiert gearbeitet, sehen sich jedoch trotzdem mit diesem Problem konfrontiert, weil die Märkte der Industrieländer zunehmend gesättigt sind (HINTZ 1998, 550) und die Kunden dort lediglich Ersatzinvestitionen betreiben, d.h. sie kaufen sich Fahrzeuge nicht zum ersten mal und nicht in einem Marktumfeld, dass durch eine extreme Nachfrage gekennzeichnet ist (DICKEN 1998³, 324). Entsprechend differenziert sind die Ansprüche der Käufer an das Produkt ‚Auto’, was mit der Pluralisierung der Lebensstile und Individualisierungstendenzen in den westlichen Gesellschaften infolge steigender Realeinkommen der Bevölkerung zusammenhängt (MÜLLER 1992, Teil I, Kap.2). Der starke Konkurrenzdruck durch die Hersteller trägt entscheidend zu einer Verschärfung dieser Wettbewerbssituation bei.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Automobilindustrie als Prototyp der Globalisierung zu analysieren und deren Auswirkungen auf Großunternehmen und Produktionssysteme zu beleuchten.
2 Die Globalisierung von Wirtschaftssystemen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Globalisierung, ihre Antriebskräfte und die verschiedenen Dimensionen der wirtschaftlichen Integration.
3 Machtvolle Unternehmen als Motor der Globalisierung: Hier wird die Rolle global agierender Konzerne, deren Strategien sowie ihre Machtposition in Bezug auf Standortentscheidungen und Unternehmensorganisation diskutiert.
4 Die Automobilindustrie im Fokus der Globalisierungsdiskussion: Dieses Hauptkapitel untersucht die spezifischen Transformationen der Automobilproduktion, einschließlich Konzentrationsprozessen, globaler Produktionsverbünde, Plattformstrategien und der zunehmenden Modularisierung.
5 Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Ergebnisse zusammen und bestätigen die Hypothese, dass die Automobilindustrie maßgeblich zur globalen Neuordnung des Wirtschaftsraums beiträgt.
Globalisierung, Automobilindustrie, Fiat-Konzern, Produktionssysteme, Direktinvestitionen, Supply Chain Management, Outsourcing, Plattformstrategie, Modularität, transnationale Unternehmen, industrielle Netzwerke, Wettbewerbsfähigkeit, Lean Production, Wirtschaftsgeographie.
Die Arbeit untersucht die Globalisierungsprozesse innerhalb der Automobilindustrie und zeigt auf, wie Großkonzerne durch strategische Neuausrichtungen die weltweite Arbeitsteilung und Produktionsstruktur prägen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Globalisierung, die Machtverhältnisse zwischen Konzernen und Nationalstaaten, die Entwicklung von Zuliefernetzwerken sowie neue Produktionskonzepte wie "Lean Production" und "Modularität".
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie die Automobilindustrie durch die Interaktion von Herstellern und Zulieferern die Globalisierung vorantreibt und welche Folgen dies für die Produktionsstandorte und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen hat.
Die Arbeit stützt sich auf einen handlungstheoretischen Ansatz der Wirtschaftsgeographie, insbesondere auf die Institutionen-Ökonomie und das Konzept der "filière" (Wertschöpfungskette), ergänzt durch die Auswertung empirischer Daten und Fallstudien.
Im Hauptteil werden die Kerntendenzen der automobilen Globalisierung, wie Konzentration durch Fusionen und Akquisitionen, die Bildung globaler Produktionsverbünde sowie moderne Strategien der Plattformnutzung und des Outsourcings detailliert dargelegt.
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Automobilindustrie, Wertschöpfungskette (filière), Plattformstrategie, Outsourcing, Modularität und internationale Direktinvestitionen.
Das Projekt 178 führt zur Ansiedlung von Produktion in Schwellenländern, was Handelsströme zwischen den Produktionsstandorten und dem Hauptsitz in Italien erzeugt, wobei Italien als Zentrale für Know-how und Schlüsselkomponenten fungiert.
Es bezeichnet ein hybrides Produktionskonzept, das Elemente der schlanken Produktion mit einer spezifischen Standortwahl und einer hohen Integration von Lieferanten vor Ort kombiniert, um Effizienzgewinne zu realisieren.
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