Diplomarbeit, 2004
181 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Erkenntnisziel
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Historisch-institutionelle Grundlagen
2.1 Politische, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Schwedens
2.1.1 Geographie und Bevölkerung
2.1.2 Kulturelle und soziale Rahmenbedingungen
2.1.3 Wirtschaft
2.1.4 Politik
2.2 Politische, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Deutschlands
2.2.1 Geographie und Bevölkerung
2.2.2 Kulturelle und Soziale Rahmenbedingungen
2.2.3 Wirtschaft
2.2.4 Politik
2.3 Charakterisierung der Wohlfahrtssysteme
2.3.1 Der liberale Wohlfahrtsstaat
2.3.2 Der korporatistische Wohlfahrtsstaat
2.3.3 Der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat
2.3.4 Ergänzung: Der rudimentäre Wohlfahrtsstaat
2.4 Das Schwedische Modell
2.4.1 Der geschichtliche Kontext des Schwedischen Modells
2.4.2 Das Rehn-Meidner-Modell
2.4.3 Stagnation und Krise des Schwedischen Modells
2.4.4 Ist das Schwedische Modell gescheitert ?
2.5 Der Wohlfahrtsstaat Deutschland
2.5.1 Geschichtlicher Kontext des deutschen Wohlfahrtsstaats
2.5.2 Struktur des deutschen Wohlfahrtsystems
2.6 Zusammenfassung
3 Arbeitsmarktpolitik
3.1 Definitionen und Begriffserläuterungen
3.2 Akteure auf dem Arbeitsmarkt
3.2.1 Die Gewerkschaften
3.2.2 Die Organisationen der Arbeitsgeber
3.2.3 Der Staat als Akteur auf dem Arbeitsmarkt
3.3 Felder der Arbeitsmarktpolitik
3.4 Empirische Analyse der Arbeitsmärkte
3.4.1 Der deutsche Arbeitsmarkt und spezifische Formen der Arbeitslosigkeit
3.4.2 Der schwedische Arbeitsmarkt und spezifische Formen der Arbeitslosigkeit
4 Die Rolle der Europäischen Union in der Arbeitsmarktpolitik Deutschlands und Schwedens
4.1.1 Die Europäische Beschäftigungsstrategie
4.1.1.1 Die EBS nach Amsterdam und Luxemburg
4.1.1.2 Die Leitlinien der EBS von 1997 bis 2001
4.1.1.3 Fünf Jahre EBS: Eine Überprüfung und Bewertung
4.1.1.4 Die Neuausrichtung der EBS nach 2002
4.1.1.5 Kritische Betrachtung der neuen EBS 2003
4.1.2 Die Bedeutung der EBS aus deutscher Sicht
4.1.3 Die Bedeutung der EBS aus schwedischer Sicht
5 Fazit
Die Arbeit analysiert vergleichend den Erfolg der schwedischen Beschäftigungspolitik gegenüber dem deutschen Misserfolg. Zentral ist die Forschungsfrage, ob das schwedische Sozialsystem, das dem deutschen in manchen Aspekten ähnelt, als Modell für deutsche Reformen dienen kann und welche Rolle die europäische Beschäftigungspolitik in diesem Vergleich spielt.
2.4.1 Der geschichtliche Kontext des Schwedischen Modells
Wie in den meisten westeuropäischen Staaten, wurden auch in Schweden angesichts der sozialen und ökonomischen Veränderungen im Zuge der Industrialisierung, erste sozialpolitische Maßnahmen notwendig. Zu den frühesten Maßnahmen gehörten die Einführung eines Arbeitsschutzgesetz (1889), die Einrichtung einer Unfallversicherung und einer staatlich subventionierten freiwilligen Krankenkasse (1891). Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden weitere Gesetze zur Armen- und Kinderfürsorge erlassen. Besonders soll auf die vergleichsweise frühe Einführung eines Altersrentensystems für alle Einwohner im Jahr 1913 hingewiesen werden. Durch die Allgemeingültigkeit der Maßnahmen zur sozialen Absicherung für alle Bürger, zeigte sich schon früh die universalistische Ausrichtung des schwedischen Sozialstaats.
Letztlich handelte es sich bei diesen ersten wohlfahrtsstaatlichen Maßnahmen um eine Mindestabsicherung der Grundrisiken, die bereits damals nicht den sich rasch verändernden sozialen und ökonomischen Bedingungen gerecht wurde. Dies sollte sich jedoch in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ändern. Wie die restlichen Länder Europas, war auch Schweden in dieser Zeit von einer schweren Wirtschaftskrise betroffen. Die Sozialdemokraten der SAP konnten diese Wirtschaftskrise in den Parlamentswahlen 1932 für sich nutzen und zum ersten Mal eine Mehrheitsregierung stellen. Diese sozialdemokratische Führung des Landes währt - mit Ausnahme von zwei kurzen Unterbrechungen - bis heute. Die bürgerlichen Parteien in der Mitte und am rechten Rand des politischen Spektrums waren damals - und sind es auch heute - zu zersplittert, als dass sie die Wahlen für sich entscheiden könnten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation zum Politikvergleich zwischen Deutschland und Schweden und definiert das Erkenntnisziel der Arbeit sowie deren methodischen Aufbau.
2 Historisch-institutionelle Grundlagen: Dieses Kapitel vergleicht die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Wohlfahrtssysteme beider Länder und führt das "Schwedische Modell" ein.
3 Arbeitsmarktpolitik: Der Fokus liegt auf der Definition von Arbeitsmarktpolitik sowie der Analyse der Akteure und empirischen Gegebenheiten der Arbeitsmärkte in Deutschland und Schweden.
4 Die Rolle der Europäischen Union in der Arbeitsmarktpolitik Deutschlands und Schwedens: Dieses Kapitel reflektiert die nationalen Ergebnisse auf EU-Ebene und untersucht den Einfluss der Europäischen Beschäftigungsstrategie (EBS) auf die Politik beider Staaten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet, inwieweit das schwedische Erfolgsmodell als Vorbild für deutsche Reformen und die europäische Beschäftigungspolitik dienen kann.
Arbeitsmarktpolitik, Schweden, Deutschland, Beschäftigungspolitik, Wohlfahrtsstaat, Europäische Union, Sozialpolitik, Rehn-Meidner-Modell, Gewerkschaften, Arbeitslosigkeit, Sozialversicherung, Arbeitnehmer, Integration, Beschäftigungsstrategie, Strukturwandel
Die Arbeit untersucht vergleichend die Arbeitsmarktpolitik von Schweden und Deutschland, um zu ergründen, warum Schweden bei der Beschäftigung erfolgreicher agiert als Deutschland, und ob das schwedische Konzept übertragbar ist.
Die zentralen Felder sind die historisch-institutionellen Rahmenbedingungen, die Struktur der Wohlfahrtssysteme, die Rolle der Arbeitsmarktakteure (Gewerkschaften, Arbeitgeber, Staat) sowie der Einfluss der europäischen Beschäftigungsstrategie.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich die erfolgreichere schwedische Arbeitsmarktpolitik auf Deutschland übertragen lässt und ob ein solches Vorgehen im aktuellen Kontext sinnvoll wäre.
Die Arbeit folgt dem "most similar systems design", einer vergleichenden Konkordanzmethode, bei der wenige, aber ähnliche Länder unter Einbeziehung komplexer Variablen analysiert werden.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, die Rolle der Akteure auf dem Arbeitsmarkt, die empirische Entwicklung der Arbeitslosigkeit und die kritische Reflektion europäischer Vorgaben auf die nationale Politik.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Wohlfahrtsstaat, "Schwedisches Modell", Europäische Beschäftigungsstrategie (EBS), soziale Sicherheit und Arbeitsmarktflexibilisierung gekennzeichnet.
Während schwedische Gewerkschaften durch das "Schwedische Modell" und die solidarische Lohnpolitik eine starke politische Machtbasis haben, agiert der DGB in Deutschland dezentraler und verfügt über eine geringere direkte Einflussnahme im Sozialversicherungssystem.
Die Bildungspolitik wird in Schweden als zentraler Faktor für den Erfolg des Arbeitsmarktes betrachtet und wurde selbst während der Krisenzeiten in den 90er Jahren massiv gefördert, im Gegensatz zur Politik in Deutschland.
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