Examensarbeit, 2000
104 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Begriff des Zölibats
II.1 Die Zwei Arten des Zölibats
II.1.1 Der charismatische Zölibat
II.1.2 Der obligatorische Zölibat
III. Biblische Grundlage des Zölibats
III.1 Die Enthaltsamkeit des Jesus von Nazareth und seiner Jünger
III.2 Frühchristliche Tradition
III.2.1 Die Apostel
III.2.2 Die Gemeindevorsteher
III.2.3 Das Verhältnis von Ehe und Ehelosigkeit
III.3 Zusammenfassung
IV. Historischer Teil
IV.1 Die Herausbildung spezifischer Kirchenämter
IV.2 Priesterliche Enthaltsamkeit im 4. und 5. Jahrhundert
IV.3 Die Zölibatsgesetzgebung im Mittelalter
IV.4 Der Priesterzölibat in der Reformationszeit
IV.5 Geltendes Zölibatsrecht nach dem CIC von 1983
IV.6 Zusammenfassung
V. Begründung des Zölibats im 20. Jahrhundert
V.1 Das II. Vatikanische Konzil
V.1.1 Zölibat in Lumen Gentium
V.1.2 Zölibat in Optatam Totius
V.1.3 Zölibat in Presbyterorum Ordinis
V.1.4 Abschluß des Konzils
VI. Die Enzyklika „Sacerdotalis caelibatus“
VII. Nachkonziliare Begründungen des Zölibats
VIII. Der Zölibat als Charisma
VIII.1 Begriff und Wesen des Charismas nach paulinischen Verständnis
VIII.2 Die Vielfalt der Charismen
VIII.3 Ist ein Charisma erbittbar ?
VIII.4 Kann der Zölibat Gesetz und Charisma zugleich sein?
VIII.5 Zusammenfassung
IX. Ist der Zölibat dem Priestertum angemessen ?
IX.1 Der Zölibat aus christologischer Sicht
IX.1.1 Zölibat und Nachfolge Christi
IX.1.2 Der Zölibat als Erleichterung der Beziehung zu Christus
IX.2 Der Zölibat aus ekklesiologischer Sicht
IX.2.1 Der Zölibat im Rahmen der Repräsentation Christi und der Kirche
IX.2.2 Zölibat als Ganzhingabe an die Gemeinde
IX.2.3 Der Zölibat als Zeugnis der Ganzhingabe
IX.3 Der Zölibat aus eschatologischer Sicht
IX.3.1 Der Zölibat als Vorwegnahme des engelgleichen Lebens
IX.4. Zusammenfassung
X. Die Zölibatsdiskussion nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil
X.1 Der Zölibat und die kirchliche Tradition
X.1.1 Der Zölibat im Zusammenhang mit kultischer Reinheit
X.2 Zölibat und Priestermangel
X.3 Zusammenfassung
XI. Schluß
Die Arbeit untersucht kritisch die theologisch-dogmatische Begründung des priesterlichen Zölibats nach dem II. Vatikanischen Konzil, um zu prüfen, ob die Verknüpfung von Zölibat und Priesteramt als notwendig und sinnvoll erachtet werden kann.
III.1 Die Enthaltsamkeit des Jesus von Nazareth und seiner Jünger
Jesu Lebensstil ist Ausdruck seiner göttlichen Sendung. Den Kreis seiner Familie und Verwandten ließ er zurück, um ein Leben der Wanderschaft zu führen. Er lebte ehelos, was als auffälliges, nicht nur biographisch bedingtes Verhalten bemerkt werden muß. Diese Ehelosigkeit wird in der Jesus-Überlieferung vorausgesetzt, wird aber als gelebte Praxis scheinbar so selbstverständlich eingeschätzt, daß sie nirgendwo näher thematisiert wird.
Dieses Verhalten scheint für die Jünger als Vorbild gegolten zu haben, denn sie kamen entweder als Unverheiratete zu Jesus, oder verließen ihre Frau und Familie, um ihm nachzufolgen. Diese sehr konsequente Weise der Nachfolge wird eindrucksvoll an folgender Stelle deutlich: Es aber sagte Petrus: Siehe, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. Er aber sagte ihnen: Amen, ich sage euch: Es gibt niemand, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder wegen des Gottesreiches verlassen hat, der nicht Vielfältiges empfängt in dieser Zeit und in dem kommenden Aion ewiges Leben.
I. Einleitung: Darstellung der Problematik des Zölibats in der heutigen Öffentlichkeit und Skizzierung der Zielsetzung der dogmatischen Untersuchung.
II. Begriff des Zölibats: Klärung der etymologischen Herkunft und der kirchenspezifischen Definition des Zölibats als geistliche Standespflicht.
III. Biblische Grundlage des Zölibats: Untersuchung von Jesu Lebensstil und der Tradition der frühen Kirche auf Anhaltspunkte für eine geforderte Ehelosigkeit.
IV. Historischer Teil: Diachrone Betrachtung der Entwicklung von der lex continentiae zur gesetzlich verankerten Zölibatsverpflichtung im kirchlichen Recht.
V. Begründung des Zölibats im 20. Jahrhundert: Analyse der Zölibatsauffassung in den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils.
VI. Die Enzyklika „Sacerdotalis caelibatus“: Erörterung der Begründungsversuche in der Enzyklika von Paul VI. aus christologischer, ekklesiologischer und eschatologischer Sicht.
VII. Nachkonziliare Begründungen des Zölibats: Darstellung und kritische Würdigung der theologischen Argumente, die nach dem Konzil diskutiert wurden.
VIII. Der Zölibat als Charisma: Untersuchung des Charismabegriffs und der Frage, ob der Zölibat zugleich Gesetz und Gnadengabe sein kann.
IX. Ist der Zölibat dem Priestertum angemessen ?: Kritische Prüfung der Affinität zwischen Priestertum und Zölibat unter verschiedenen theologischen Gesichtspunkten.
X. Die Zölibatsdiskussion nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Diskussion der Tradition, des Priestermangels und der Frage nach Alternativen zur derzeitigen Zölibatsverpflichtung.
XI. Schluß: Zusammenfassende Bilanz der theologischen Begründbarkeit des Zölibatsgesetzes und Ausblick auf mögliche Entwicklungen.
Zölibat, Priestertum, II. Vatikanisches Konzil, Charisma, Ehelosigkeit, Enthaltsamkeit, Kirchenrecht, Nachfolge Christi, Priestermangel, Sacerdotalis caelibatus, dogmatische Begründung, Ekklesiologie, Eschatologie, Imitatio Christi, Weihebedingung
Die Arbeit befasst sich mit der theologisch-dogmatischen Begründung des priesterlichen Zölibats in der römisch-katholischen Kirche, insbesondere in Bezug auf die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils.
Im Fokus stehen die biblischen Ursprünge der Ehelosigkeit, die historische Entwicklung der Kirchengesetzgebung und die systematische Begründung des Zölibats aus christologischer, ekklesiologischer und eschatologischer Perspektive.
Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob die gesetzliche Verknüpfung des Zölibats mit dem priesterlichen Amt dogmatisch ausreichend begründet ist oder ob diese als notwendige Weihebedingung hinterfragt werden muss.
Der Autor wählt eine historisch-theologische Methode, die biblische Exegese mit der Analyse von Konzilstexten und kirchenrechtlichen Dokumenten sowie zeitgenössischer theologischer Fachliteratur verbindet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Begründung des Zölibats im 20. Jahrhundert, die Rolle des Zölibats als Charisma und die Untersuchung, ob der Zölibat dem Priestertum inhaltlich so angemessen ist, dass er rechtlich erzwungen werden kann.
Wesentliche Begriffe sind Zölibat, Priestertum, Charisma, Ehelosigkeit, Nachfolge Christi, Weihebedingung und die ekklesiologische Rolle des Priesters.
Der Autor thematisiert den Widerspruch, dass der Zölibat einerseits als freies Gnadengeschenk Gottes (Charisma) verstanden wird, die Kirche ihn jedoch kirchenrechtlich als zwingende Zulassungsbedingung für die Priesterweihe vorschreibt.
Die historische Analyse zeigt, dass frühere Begründungen, wie etwa die der „kultischen Reinheit“, heute weitgehend abgelehnt werden. Dennoch bleibt das Beharren auf der Zölibatsverpflichtung für den Autor angesichts der historischen Herkunft problematisch.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

