Diplomarbeit, 2002
72 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Die Rolle der Pragmatik in der Übersetzungswissenschaft
2.1 Eingrenzung des Begriffs der Pragmatik und allgemeine Begriffsklärung
2.2 Kommunikationstheoretisches Modell der Translation
2.2.1 Der Übersetzer als Empfänger
2.2.2 Der Übersetzer als Sender
2.2.3 Der Text als Kommunikationsinstrument und als Diskurs
2.2.3.1 Kriterien der Textualität
3 AT- Status und pragmatische Faktoren in verschiedenen funktionalen Ansätzen
3.1 Skopostheorie (Reiß/Vermeer/Nord)
3.2 Texttypologie nach Reiß
3.3 Kommunikativer Ansatz von Hönig/Kußmaul
3.4 Der Begriff der „Gerichtetheit“ nach Neubert
4 Pragmatische Textanalyse
4.1 Textexterne Faktoren
4.1.1 Die Person des Senders
4.1.2 Die Intention des Senders
4.1.3 Der Empfänger
4.1.4 Das Medium
4.1.5 Die Ortpragmatik
4.1.6 Die Zeitpragmatik
4.1.7 Der Anlass
4.1.8 Die Textfunktion
4.2 Textinterne Faktoren
4.2.1 Die Textthematik
4.2.2 Der Textinhalt
4.2.3 Die Präsuppositionen
4.2.4 Der Textaufbau und die Textgliederung
4.2.5 Die nonverbalen Textelemente
4.2.6 Die Lexik
4.2.7 Die Syntax
4.2.8 Die suprasegmentalen Merkmale
5 Die Rekonstruktion der Zieltextpragmatik
5.1 Problemstellung und Fragen zur deutschen Zieltextpragmatik
5.2 Festsetzung der Zieltextparameter
5.3 Auswirkungen der Zieltextparameter auf die Übersetzung
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Rolle pragmatischer Faktoren im Übersetzungsprozess. Das primäre Ziel ist es, anhand der exemplarischen Analyse des polnischen Werkes „Vademecum tłumacza“ von Krzysztof Lipiński aufzuzeigen, wie pragmatische Textanalyse und die gezielte Konstruktion einer zielkulturellen Pragmatik zur Erstellung eines erfolgreichen, kommunikativen Translats beitragen können.
4.1.3 Der Empfänger
Eine der zentralen Fragen unter den textexternen Parametern gilt dem Empfänger, da der Sender in der Regel seinen Text in allen textinternen Faktoren nach diesem zuvor festgelegten Empfänger(kreis) ausrichtet, um seine Intentionen durchzusetzen.
Aus den Daten zur Person und Intention des Senders sind bereits einige Erwartungen in Bezug auf den möglichen Empfängerkreis des „Vademecum“ formuliert worden. Bei der Betrachtung des Textumfelds, also vor allem der Seiten 5-9, finden sich ebenfalls explizite Hinweise des Autors auf den Adressatenkreis.
Auffallend ist die mehrmalige Betonung Lipińskis, sein Vademecum richte sich an „Praktiker“ (s. ebenda:7.8.9). Dies bestätigt einerseits die Vermutungen aus 4.1.1 und 4.1.2, lässt andererseits aber auch weitere Schlüsse auf textinterne Merkmale zu. Es kann nun mit einiger Gewissheit erwartet werden, dass sich im „Vademecum“ zahlreiche Beispiele zur Illustration der Übersetzungsproblematik finden werden. Weiterhin kann man davon ausgehen, dass sich theoretische Reflexionen auf ein Minimum beschränken werden, was folglich auch die Terminologie auf ein Mindestmaß reduzieren dürfte. So kann der Übersetzer durchaus die oben erwähnten Studenten als primäre Empfänger voraussetzen, und in diesen Kreis noch alle praktizierenden Übersetzer mit geringen oder fehlenden translationstheoretischen Kenntnissen einbeziehen. Titel und Textsortenzugehörigkeit des „Vademecum“ bekräftigen diese Erwartungen bezüglich des Empfängerkreises.
Einen interessanten Hinweis anderer Art gibt auch der fett markierte Satz (ebenda:9): „Proszę więc uczonych kolegów o wyrozumiałość :...“. Offensichtlich rechnet der Autor noch mit „Korezipienten“ (vgl. dazu auch Nord 1991:59), von denen er annimmt, dass sie ihm die fehlenden theoretischen Ausführungen übel nehmen könnten, bzw. dass sie vom „Vademecum“ enttäuscht sein könnten. Daher die „kollegiale“ Bitte um Verständnis: Das „Vademecum“ ist nicht für theoretisch Interessierte oder gar Vorgebildete geschrieben. Damit bestätigt der Autor die zuvor formulierten Erwartungen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Entstehungskontext der Arbeit, die an einem Übersetzerseminar über das polnische „Vademecum tłumacza“ festgemacht wurde, und definiert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung pragmatischer Textanalyse für kommunikative Übersetzungen aufzuzeigen.
2 Die Rolle der Pragmatik in der Übersetzungswissenschaft: Dieses Kapitel verortet die Pragmatik innerhalb der Übersetzungswissenschaft, stellt ein kommunikatives Translationsmodell vor und beleuchtet die Doppelrolle des Übersetzers als Empfänger des Ausgangstextes und Sender des Zieltextes.
3 AT- Status und pragmatische Faktoren in verschiedenen funktionalen Ansätzen: Hier werden prominente funktionale Theorien wie die Skopostheorie, die Texttypologie nach Reiß sowie der kommunikative Ansatz von Hönig/Kußmaul und der Begriff der „Gerichtetheit“ nach Neubert auf ihren pragmatischen Gehalt hin untersucht.
4 Pragmatische Textanalyse: Dieses Kernkapitel demonstriert anhand des „Vademecum“ eine umfassende pragmatische Textanalyse, gegliedert in textexterne Faktoren (wie Sender, Intention, Empfänger) und textinterne Merkmale (wie Thematik, Syntax, Lexik).
5 Die Rekonstruktion der Zieltextpragmatik: Das Kapitel widmet sich der praktischen Anwendung, indem Zieltextparameter für eine Übersetzung des „Vademecum“ in den deutschen Markt festgelegt und deren konkrete Auswirkungen auf übersetzerische Entscheidungen anhand von Beispielen analysiert werden.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, die die funktionale Sichtweise auf die Translation als zielgerichtete Kommunikation bestätigt und betont, dass die Festlegung der Zielparameter essenziell für die Übersetzungsstrategie ist.
Pragmatik, Translation, Kommunikationstheorie, Skopostheorie, Textanalyse, Zieltextpragmatik, Übersetzungsstrategie, Textsorten, Adressatenkreis, Kontextualisierung, Funktionale Übersetzung, Übersetzungsauftrag, Kultursemiotik, Kommunikation, Pragmatische Parameter.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung pragmatischer Faktoren im Übersetzungsprozess. Sie untersucht, wie funktionale Übersetzungstheorien dazu beitragen können, den Übersetzungsprozess als zielgerichtete Kommunikation zu verstehen.
Die zentralen Themen sind die Rolle der Pragmatik in der Translation, funktionale Modelle des Übersetzungsprozesses, pragmatische Textanalyse (textexterne und textinterne Faktoren) und die Rekonstruktion der Zieltextpragmatik.
Das Ziel ist es, anhand einer exemplarischen pragmatischen Textanalyse des polnischen „Vademecum tłumacza“ aufzuzeigen, wie pragmatische Parameter die übersetzerische Strategie bestimmen und zur Erstellung eines kommunikativen Translats beitragen.
Die Autorin nutzt ein funktionalistisches Analysemodell, welches insbesondere auf Christiane Nord basiert. Dabei werden textexterne und textinterne Analysefaktoren kombiniert, um den Übersetzungsauftrag und die Zieltextparameter präzise zu definieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung funktionaler Ansätze (Kapitel 3) und die praktische Anwendung durch eine pragmatische Textanalyse (Kapitel 4) sowie die Rekonstruktion der Zieltextpragmatik (Kapitel 5).
Wichtige Begriffe sind Pragmatik, Translation, Skopostheorie, Textanalyse, Zieltextpragmatik, Übersetzungsstrategie und Kommunikation.
Es dient als praktisches Fallbeispiel. Die Autorin analysiert diesen Text, um zu demonstrieren, wie durch den Abgleich von Senderintention, Empfängererwartungen und weiteren pragmatischen Faktoren übersetzerische Entscheidungen (wie Anpassungen an die Zielkultur) begründet werden können.
Die Autorin plädiert für eine konsequente Befolgung der Zieltextvorgaben. Sie zeigt auf, dass der Übersetzer durch die Festlegung des Translationsskopos (Translationszweck) in der Lage ist, die „ewige Frage“ nach übersetzerischer Freiheit versus Loyalität zum Ausgangstext pragmatisch zu lösen.
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