Diplomarbeit, 2004
185 Seiten, Note: 1
EINLEITUNG
1. STRESS - THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND BETRACHTUNGEN
1.1 STRESS - BEGRIFFE UND DEFINITION
1.1.1 Belastung, Beanspruchung und Beanspruchungsfolgen
1.1.2 Definition des Stressbegriffs
1.2 STRESS - THEORETISCHE STRESSKONZEPTE UND - MODELLE
1.2.1 Stress als Reaktion - Das Adaptationssyndrom
1.2.2 Stress als Reiz – Stimulusbezogener bzw. situationsbezogener Ansatz
1.2.3 Stress als Transaktion - Transaktionaler Ansatz
1.3 DIE AKUTE STRESSREAKTION - MERKMALE UND MÖGLICHE MANIFESTATIONEN
1.4 CHRONISCHER STRESS UND PSYCHOSOMATISCHE STÖRUNGEN
1.5 STRESSOREN
1.5.1 Definition
1.5.2 Quellen für Stressoren
1.5.2.1 Life events und Daily hassles
1.5.2.2 Soziale Unterstützung und soziale Netzwerke
1.5.2.3 Arbeitsplatzbezogene Stressoren
1.5.2.4 Stressbegünstigende Persönlichkeitsmerkmale – Die Persönlichkeits-Typen A, B und C
1.6 ERFASSUNGSMETHODEN VON STRESS UND STRESSOREN
2. SELBSTHILFE, DIAGNOSTIK, BERATUNG UND THERAPIE IM INTERNET
2.1 BESONDERHEITEN DER KOMMUNIKATION IM INTERNET
2.2 FORMEN DER HILFE UND SELBSTHILFE IM INTERNET
2.2.1 Informationsportale
2.2.2 Newsgroups und Mailinglisten
2.2.3 Psychologische Tests und Selbstdiagnosen
2.2.4 Besonderheiten der Onlinediagnostik
2.2.5 Psychologische Online-Beratung und -Therapie
2.2.6 Besonderheiten der Online-Beratung und -Therapie
2.3 ZUSAMMENFASSUNG
3. INTERNETGESTÜTZTE DATENERHEBUNG ALS METHODE PSYCHOLOGISCHER FORSCHUNG
3.1 PRÄSENTATION VON UMFRAGEN UND EXPERIMENTEN IM WWW, DATENERHEBUNG UND DATENSICHERUNG
3.2 REAKTIVE UND NICHTREAKTIVE DATENERHEBUNG
3.3 ANFORDERUNGEN AN EINE GUT GESTALTETE WWW-UMFRAGE
3.4 INTERNET UND INTERNETNUTZER – GRUNDGESAMTHEIT, STICHPROBE UND DATENQUALITÄT
3.5 BESONDERHEITEN, VOR- UND NACHTEILE DER INTERNETGESTÜTZTEN DATENERHEBUNG
3.6 TEILNEHMERREKRUTIERUNG
3.7 FAZIT
4. FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN
5. UNTERSUCHUNGSMETHODEN UND UNTERSUCHUNGSABLAUF
5.1 DER STRESS CHECK-UP - EIN INTERNETFRAGEBOGEN ZUR STRESSDIAGNOSTIK
5.2 SKALEN UND ITEMAUSWAHL
5.3 GLIEDERUNG DES STRESS CHECK-UP UND BESCHREIBUNG DER SKALEN
5.3.1 Erfassung demographischer Daten
5.3.2 Diagnostik von Zeichen möglicher Überforderung - Skalen I – IV
5.3.2.1 Skala I - Verhaltensänderung bei Überforderung
5.3.2.2 Skala II - Emotionale Überforderung
5.3.2.3 Skala III - Kognitive Überforderung
5.3.2.4 Skala IV - Psychosomatische Symptome
5.3.3 Diagnostik von möglichen Quellen für Belastung - Skalen V – XIV
5.3.3.1 Skala V - Persönlichkeits-Typ A
5.3.3.2 Skala VI - Burnout als spezielle Überforderung im Beruf
5.3.3.3 Skala VII - Stressbegünstigende Komponenten der Arbeit
5.3.3.4 Skala VIII - Stressbegünstigende Faktoren im familiären Umfeld
5.3.3.5 Skala IX - Soziales Netz/ Soziale Unterstützung
5.3.3.6 Skala X - Daily hassles (Alltags-Widrigkeiten)
5.3.3.7 Skala XI - Nicht-Ereignisse
5.3.3.8 Skala XII - Erholungsunfähigkeit
5.3.3.9 Skala XIII - Selbstwirksamkeit/ Kontrollverlust
5.3.3.10 Skala XIV - Kritische Lebensereignisse (Life events)
5.4 AUFRUF DES STRESS CHECK-UP IM WWW UND MULTIMEDIALER ABLAUF
5.5 ONLINE ERGEBNISRÜCKMELDUNG AN DEN TESTANWENDER
5.5.1 Auswertungsmodi für die Skalen I – IV
5.5.2 Auswertungsmodi für die Skalen V – XIII und XIV
5.6 TECHNISCHE UMSETZUNG DER INTERNETBEFRAGUNG
5.6.1 Wahl des Internetproviders und Domain-Name
5.6.2 Programmierung der Internetseite und des Stress Check-up
5.6.3 Werbung für den Stress Check-up
5.6.4 Datensicherung und Datenaufbereitung
5.7 ONLINEFORSCHUNG UND DATENSICHERHEIT
5.8 EVALUATION DES STRESS CHECK-UP
5.9 GESTALTUNG DER INTERNETSEITE: WWW.STRESS-CHECK-UP.DE
6. ERGEBNISDARSTELLUNG
6.1 GÜTE DER SKALEN
6.1.1 Schwierigkeitsindex
6.1.2 Interne Konsistenz und Trennschärfe
6.2 DEMOGRAPHIE
6.3 HÄUFIGKEITEN VERHALTENSBEZOGENER, EMOTIONALER, KOGNITIVER UND KÖRPERLICHER BEANSPRUCHUNGSFOLGEN
6.4 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DEMOGRAPHISCHEN CHARAKTERISTIKA UND ZEICHEN MÖGLICHER ÜBERFORDERUNG IN DEN SKALEN I – IV
6.4.1 Geschlecht
6.4.2 Altersgruppe
6.4.3 Familienstand
6.4.4 Anzahl der Kinder
6.4.5 Wohn- und Lebensumfeld
6.4.6 Höchster Bildungsabschluss
6.4.7 Derzeitige Tätigkeit
6.4.8 Herkunftsland
6.5 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DEMOGRAPHISCHEN CHARAKTERISTIKA UND MÖGLICHEN QUELLEN DER BELASTUNG
6.5.1 Geschlecht
6.5.2 Altersgruppe
6.5.3 Familienstand
6.5.4 Anzahl der Kinder
6.5.5 Wohn- und Lebensumfeld
6.5.6 Höchster Bildungsabschluss
6.5.7 Derzeitige Tätigkeit
6.5.8 Herkunftsland
6.6 UNTERSUCHUNG SPEZIFISCHER HYPOTHESENGELEITETER FRAGESTELLUNGEN
6.6.1 Zusammenhang von Belastungen durch Daily hassles und kritische Lebensereignisse mit Psychosomatischen Symptomen
6.6.2 Zusammenhang zwischen Emotionaler Überforderung und Psychosomatischen Symptomen
6.6.3 Zusammenhang von Belastungen durch mangelnde Soziale Unterstützung und Gesamtbelastung
6.7 EVALUATION DES STRESS CHECK-UP
6.7.1 Demographische Daten zur Evaluation
6.7.2 Ergebnisse der Evaluation
7. DISKUSSION
7.1 BEANTWORTUNG DER 1. FRAGESTELLUNG
7.2 BEANTWORTUNG DER 2. FRAGESTELLUNG
7.3 BEANTWORTUNG DER 3. FRAGESTELLUNG
7.4 BEANTWORTUNG DER 4. FRAGESTELLUNG
7.5 BEANTWORTUNG DER 5. FRAGESTELLUNG
7.6 BEANTWORTUNG DER 6. FRAGESTELLUNG
8. FAZIT/ AUSBLICK
9. LITERATURVERZEICHNIS
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines internetgestützten Diagnose-Verfahrens ("Stress Check-up"), das interessierten Laien eine objektive Rückmeldung über ihren aktuellen Belastungszustand liefert, bei der Datenerhebung empirische Erkenntnisse zur Stressforschung repliziert und durch eine Evaluation die Methodik der Onlineforschung weiterentwickelt.
1.2.3 Stress als Transaktion – Transaktionaler Ansatz
In den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde von Lazarus und seine Mitarbeitern (Lazarus & Launier, 1981) ein kognitives Stresskonzept vorgestellt, das Stress aus einer neuen Perspektive beschreibt. Stress wird nun nicht mehr nur als bloße Reaktion oder Ergebnis situativer Einflüsse gesehen. Vielmehr versteht Lazarus unter Stress einen transaktionalen Prozess, der einsetzt, wenn Umgebungsanforderungen, interne Anforderungen oder beide zusammen von einer Person deren Bewältigung verlangen. Er ist gekennzeichnet durch Wechselwirkungen zwischen den an eine Person gestellten Anforderungen und der Art seines Verhaltens im Umgang mit ihnen. Innerhalb der Transaktion wirken nicht nur die Anforderungen auf das Verhalten einer Person; vielmehr ist es ihr auch gegeben, diese Anforderungen selbst tätig zu beeinflussen.
Ob Stress ausgelöst wird und es einer Bewältigung (Coping) bedarf oder nicht, ist Ergebnis mehrerer Bewertungsprozesse, die von Lazarus folgendermaßen kategorisiert werden:
Primäre Bewertung (primary appraisal)
In dieser ersten Bewertung wird eine Anforderung danach beurteilt, ob sie irrelevant, angenehm-positiv oder stressbezogen ist. Ist die Anforderung stressbezogen, wird sie danach eingeschätzt, ob es sich dabei um Schaden oder Verlust, eine Herausforderung oder eine Bedrohung handelt.
1. STRESS - THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND BETRACHTUNGEN: Dieses Kapitel erläutert verschiedene wissenschaftliche Stresskonzepte, Definitionen von Belastungsfaktoren sowie psychosomatische Folgen von Stress.
2. SELBSTHILFE, DIAGNOSTIK, BERATUNG UND THERAPIE IM INTERNET: Hier werden Möglichkeiten und Besonderheiten psychologischer Hilfsangebote im digitalen Raum sowie ethische Aspekte der Online-Kommunikation untersucht.
3. INTERNETGESTÜTZTE DATENERHEBUNG ALS METHODE PSYCHOLOGISCHER FORSCHUNG: Dieses Kapitel behandelt die methodischen Anforderungen, Vorteile und Grenzen von Web-Umfragen in der wissenschaftlichen Praxis.
4. FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN: Hier werden die zentralen Fragestellungen der Arbeit definiert, insbesondere in Bezug auf demographische Einflüsse und die Wirkweise von Stressoren.
5. UNTERSUCHUNGSMETHODEN UND UNTERSUCHUNGSABLAUF: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung und technische Umsetzung des "Stress Check-up" sowie das Studiendesign und die Evaluationsmethodik.
6. ERGEBNISDARSTELLUNG: Hier werden die erhobenen Daten statistisch ausgewertet, inklusive der Gütekriterien der Skalen und der Zusammenhänge zwischen Demographie und Belastung.
7. DISKUSSION: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Hinblick auf die eingangs aufgestellten Hypothesen und diskutiert die Implikationen für die Online-Diagnostik.
8. FAZIT/ AUSBLICK: Das Fazit fasst die ökonomischen Vorteile von Online-Erhebungen zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige adaptive Weiterentwicklung des Tests.
9. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der in der Diplomarbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Online-Diagnostik, Stressforschung, Stressbewältigung, Belastung, Beanspruchung, transaktionaler Ansatz, Internetbefragung, Psychosomatik, Coping, Burnout, Datensicherheit, Online-Therapie, Fragebogenkonstruktion, Skalenvalidierung, Lebensereignisse.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von internetgestützter Online-Diagnostik zur Erfassung von stressinduzierenden Belastungsfaktoren und entwickelt dazu den "Stress Check-up", ein interaktives WWW-Fragebogen-Tool mit automatisierter Rückmeldung.
Zentrale Schwerpunkte sind die theoretischen Grundlagen des Stressbegriffs, die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation bei psychologischen Hilfsangeboten sowie die methodische Umsetzung psychologischer Datenerhebung im World Wide Web.
Primäres Ziel ist die Entwicklung eines online anwendbaren Tests, der dem Nutzer eine fundierte Rückmeldung über seinen momentanen Belastungsstatus liefert und zudem als wissenschaftliches Instrument zur Datengewinnung in der Stressforschung dient.
Es wurde ein internetgestützter Fragebogen eingesetzt, der in einer dreiwöchigen Erhebungszeit Daten sammelte, die anschließend teststatistisch auf Skalengüte (Reliabilität, Trennschärfe) und inhaltliche Zusammenhänge geprüft wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung (Stressmodelle, Stressoren), eine Darstellung der Online-Diagnostik-Methodik, die Beschreibung des entwickelten Test-Tools und eine ausführliche statistische Ergebnisanalyse.
Wichtige Begriffe umfassen Online-Diagnostik, Stressbewältigung, transaktionaler Stressansatz, psychosomatische Symptombildung, Online-Methodik und die Evaluation internetbasierter psychologischer Verfahren.
Die Untersuchung konnte verifizieren, dass "Daily Hassles" (alltägliche Ärgernisse) einen signifikant größeren und schädigenderen Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden und die psychosomatische Symptombildung haben als sogenannte "Major Life Events".
Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass Frauen (berichtet) häufiger unter Beanspruchungsfolgen leiden, Singles eine spezifische Belastung durch "Nicht-Ereignisse" aufweisen und Studenten besonders stark durch mangelnde soziale Unterstützung und Selbstwirksamkeitsdefizite belastet sind.
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