Magisterarbeit, 2004
129 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Performance-Festival
1.1. Das Projekt: interkulturelles Performance-Festival
1.1.1. Programmatik
1.1.2. Der Kurator: Ong Keng Sen
1.1.3. Programm 2003
1.2. Performance
1.2.1. Begriffs-Geschichte
1.2.2. Neuere Tendenzen
1.3. Performativität (und Ereignis)
1.4. Performance-Festival als Spezialfall eines Megagenres von cultural performance
2. Festival-Performance
2.1. Ein Festival-Prozeß (I): Reports # 1-10
2.2. Performative Festival-Strukturen
2.2.1. Rahmen-Konzeption
2.2.2. Performances Performing the Festival
2.3. Unerwartete Ereignisse und Verhandlungen: Ein Festival-Prozeß (II)
3. Festival-Performances
3.1. Secret Histories (I): UNDESIRABLE ELEMENTS BERLIN
3.1.1. Das Projekt von Ping Chong
3.1.2. Festival-Performance: Inszenierung von Oral Histories
3.1.3. Performative Aspekte
3.2. Secret Histories (II): THE LOUDEST MUTTERING IS OVER / CIVILIZATIONALLY, WE DO NOT DIG HOLES TO BURY OURSELVES
3.2.1. Das Projekt der Atlas Group (Walid Raad)
3.2.2. Festival-Performance: Lecture über Doku
3.2.3. Performative Aspekte
3.3. Performances Performing the Festival (II)
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Performance-Festival IN TRANSIT (2003) als einen experimentellen und politischen Prozeß zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die prozessuale Natur und die Ereignishaftigkeit des Festivals auf die verschiedenen Ebenen der Konzeption, der Programmgestaltung und der Rezeption auswirken und wie diese das Festival zu einer Art (Gemeinschafts-)Performance machen.
1.1.1. Programmatik
IN TRANSIT ist als jährliches Festival für darstellende Künste konzipiert und findet im Haus der Kulturen der Welt (HKW) statt. Auftakt war im Jahr 2002. Die Veranstaltung versteht sich als „neue Art von Festival für das 21. Jahrhundert“ und als „postkoloniales Laboratorium der Performing Arts“. Die Gesamtkonzeption von IN TRANSIT wurde entscheidend geprägt durch die Arbeitsmethoden des künstlerischen Leiters, oder auch „Kurators“, Ong Keng Sen. Die Übertragung der Kuratorschaft auf den Regisseur aus Singapur entspricht dem Grundgedanken des Festivals, daß es (längst) an der Zeit ist, Inhalte und Konzeptionen von Veranstaltungsreihen des HKW auch von nicht-europäischen Künstlern gestalten zu lassen. IN TRANSIT fungiert hier als Pilot-Projekt.
Die Begrifflichkeit „Doku-Performance“ ist für IN TRANSIT insofern von einiger Bedeutung, als sie unterschiedlichste Produktionen, die dokumentarisch-empirische Verfahren integrieren, sowohl benennbar macht, als auch bündelt und dadurch einem zentralen Anliegen der Festival-Programmatik auf der formalen Ebene der Programmgestaltung und –präsentation zusätzlich Geltung verschafft. Es handelt sich um die Position, die IN TRANSIT im Hinblick auf Konstruktionen kollektiver Identität vertreten möchte.
1. Performance-Festival: Dieses Kapitel dient der Einführung in das Begriffspaar Performance/Festival und erörtert die Programmatik sowie die Methoden des Kurators Ong Keng Sen.
2. Festival-Performance: Dieses Kapitel untersucht die prozessualen Aspekte des Festivals, insbesondere durch die Analyse der festivalbegleitenden „Reports“ und der performativen Festival-Strukturen.
3. Festival-Performances: Dieses Kapitel widmet sich detailliert den dokumentarischen Performance-Projekten von Ping Chong und der Atlas Group sowie deren performativer Einbettung.
Performance-Festival, IN TRANSIT, Doku-Performance, Prozessualität, Ereignishaftigkeit, Cultural Performance, Ong Keng Sen, Identität, Dokumentation, Oral History, Performativität, Interkulturalität, Festival-Strukturen.
Die Arbeit untersucht das Performance-Festival IN TRANSIT (2003) unter besonderer Berücksichtigung seiner prozessualen Natur und Ereignishaftigkeit.
Die zentralen Themen sind die Rolle von Dokumentation in Performance-Künsten, die Konstruktion kollektiver Identität, das Spannungsfeld zwischen Kunst und Leben sowie die Interaktion zwischen Festival und Publikum.
Das Ziel ist ein deskriptiv-analytischer Ansatz, um das Festival als eine spezifische Form der (Gemeinschafts-)Performance zu begreifen.
Es handelt sich um einen deskriptiv-analytischen Ansatz, gestützt durch empirisches Material wie Beobachtungen und Interviews, die in einer offenen Feldsituation gewonnen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Festivals als kulturelles Projekt, die Analyse der Festival-Performance durch begleitende Berichte und die detaillierte Betrachtung ausgewählter Doku-Performance-Projekte.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Performance, Ereignishaftigkeit, Prozessualität, cultural performance und Doku-Performance charakterisieren.
Das LAB fungiert als Experimentierfeld, das sich von herkömmlichen Produktpräsentationen abgrenzt und den Fokus auf den interkulturellen Arbeitsprozeß (Work-in-Progress) legt.
Die „Reports“ fungieren nicht nur als Kommentar zum laufenden Geschehen, sondern sind als performative Texte selbst Teil des Festival-Prozesses, die den Horizont für die Rezeption und Diskussionen erweitern.
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