Examensarbeit, 2002
120 Seiten, Note: 1+
1 Einleitung
2 Aggression und Formen von Gewalt - Begriffsklärung
2.1 Arten der Aggression
2.2 Verschiedene Formen der Gewalt
3 Geschlecht als soziale Kategorie
3.1 Konstruktion von „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ im Geschlechterverhältnis
3.2 Aspekte der Geschlechtersozialisation und der „weiblichen“ und „männlichen“ Identitätsbildung
3.3 Hindernisse und Möglichkeiten im Leben weiblicher und männlicher Jugendlicher
4 Soziale Determinanten und ihr Einfluss auf die Entwicklung gewaltförmigen Verhaltens
4.1 Gewalterfahrung in erster Instanz – die Familie
4.2 Schule - Szenerie der Gewalt?
4.3 Effekte des Konsums - Die Medien als Sozialisatoren
4.4 Im Bann der Gleichaltrigengruppe
5 Erklärungsansätze zum abweichenden Verhalten von weiblichen und männlichen Jugendlichen
5.1 Aspekte weiblicher Kriminalität und ihre Deutungsversuche
5.2 Weibliche Gewalt – kurios, befremdlich, widernatürlich
5.3 Gewalt als Schattenseite der Individualisierung
5.4 Geschlechtstypische Unterschiede – gleiches Aggressionspotenzial der Geschlechter
5.5 Wechselwirkung von Gewalt und der Konstruktion des Geschlechts
6 Zusammenfassung
Die Arbeit verfolgt das zentrale Ziel, das Gewalthandeln des weiblichen Geschlechts unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Differenzierungen zu analysieren und mögliche Erklärungsansätze für gewaltförmiges Verhalten im Jugendalter aufzuzeigen. Dabei wird kritisch hinterfragt, warum Gewalt oft als rein „männliches“ Phänomen wahrgenommen wird und wie sich geschlechtstypische Sozialisationsmuster auf das Aggressionspotenzial und dessen Auslebung auswirken.
Die moralische Vergesellschaftung von Frauen
Die moralische Vergesellschaftung von Frauen ist eine gänzlich andere als die der Männer, da sie um ihre Sexualität und Körperlichkeit kreist. Dies wird aus Sittlichkeitsvorstellungen im philosophischen Diskurs deutlich, in denen Begriffe wie „ehrlos“, „unanständig“, „tugendhaft“, „sittsam“ usw. als moralische Zensuren fungieren, die die Frau als individuelles wie gesellschaftliches Wesen und vor allem als sexuelles Wesen betreffen. Darüber hinaus bedeutet diese Moral für Frauen ... eine bestimmte Funktionalisierung des weiblichen Körpers und eine Einlagerung der Frau bzw. des Weiblichen in das Konzept des familiären Zuständigkeitsbereichs. (MISCHAU 1997, S. 213)
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die einseitige Wahrnehmung von Jugendgewalt als primär „männliches“ Problem und definiert das Ziel der Arbeit, weibliches Gewalthandeln stärker in den Fokus zu rücken.
2 Aggression und Formen von Gewalt - Begriffsklärung: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Aggressionsarten sowie Gewaltformen (strukturell, personal, physisch, psychisch) und diskutiert deren Definitionsproblematik.
3 Geschlecht als soziale Kategorie: Hier wird ein sozialkonstruktivistisches Verständnis von Geschlecht vorgestellt, welches „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ als diskursiv hergestellte soziale Konstrukte begreift.
4 Soziale Determinanten und ihr Einfluss auf die Entwicklung gewaltförmigen Verhaltens: Es wird untersucht, wie familiale Bedingungen, Schule, Medien und Gleichaltrigengruppen die Entwicklung gewaltbereiter Orientierungen bei Jugendlichen beeinflussen.
5 Erklärungsansätze zum abweichenden Verhalten von weiblichen und männlichen Jugendlichen: Das Kapitel diskutiert kriminologische Theorien zu weiblicher Delinquenz, kritisiert traditionelle Rollenbilder und analysiert die Wechselwirkung zwischen Gewalt und der Konstruktion des sozialen Geschlechts.
6 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, pädagogische Programme zur Gewaltprävention nicht einseitig an männlichen Mustern auszurichten, sondern auch geschlechtsspezifische Gewaltformen wie die relationale Aggression zu berücksichtigen.
Jugendgewalt, Mädchengewalt, Geschlechtersozialisation, Männlichkeit, Weiblichkeit, Doing Gender, Aggressionspotenzial, Sozialisation, strukturelle Gewalt, relationale Aggression, Identitätsbildung, soziale Kontrolle, Delinquenz.
Die Arbeit befasst sich mit dem bisher oft tabuisierten Thema von Jugendgewalt unter geschlechtsspezifischen Aspekten, wobei insbesondere das Gewalthandeln von Mädchen und dessen soziale Hintergründe beleuchtet werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Aggression und Gewalt, der Rolle des sozialen Geschlechts, dem Einfluss von Sozialisationsinstanzen sowie theoretischen Erklärungsansätzen für weibliche Kriminalität.
Das Ziel ist es, geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Entstehung und Ausübung von Gewalt aufzuzeigen und das oft einseitige, männlich geprägte Verständnis von Jugendkriminalität kritisch zu hinterfragen.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sozialwissenschaftlicher und kriminologischer Konzepte sowie auf aktuelle sozialkonstruktivistische Ansätze und empirische Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zur Geschlechtskonstruktion sowie in eine Untersuchung von Sozialisationsfaktoren wie Familie, Schule, Medien und Gleichaltrigengruppen.
Kernbegriffe sind unter anderem Geschlechtersozialisation, Doing Gender, relationale Aggression, hegemoniale Männlichkeit und das soziale Konstrukt von Weiblichkeit.
Die These, dass Frauen bei Straftaten ritterlich oder milder behandelt werden, wird hinterfragt, da Daten zeigen, dass Frauen oft bei anderen Deliktarten (häufiger Kleinkriminalität) auffallen und Sanktionen stark von gesellschaftlichen Rollenerwartungen abhängen.
Die Gleichaltrigengruppe fungiert sowohl als Ort für soziale Unterstützung als auch als Arena zur Herstellung von Männlichkeit oder Weiblichkeit, in der delinquentes Verhalten teilweise zur Anerkennung und Identitätsbildung beiträgt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

