Diplomarbeit, 1997
84 Seiten, Note: 1,3
0 Vorwort
1 Erlebnispädagogik als Teildisziplin der Pädagogik
1.1 Ziele und Grundsätze
1.2 Situation der Adressaten
1.2.1 Jugendsituation
1.2.1.1 Wertewandel
1.2.1.2 Perspektivwandel
1.2.1.3 Vorbilder
1.2.1.4 Schule
1.2.1.5 Räume
1.2.1.6 Konsum
1.2.1.7 Ersatzrealitäten
1.2.1.8 Defizite
1.2.2 Kindersituation
1.2.2.1 Räume
1.2.2.2 Schule
1.2.2.3 Vorbilder
1.2.2.4 Konsum
1.2.2.5 Medien
1.2.2.6 Defizite
1.3 Zusammenfassung
1.4 Die geschichtliche Wurzel der Erlebnispädagogik
1.5 Begriffsklärung
1.5.1 Die Herausbildung der Kategorie Erlebnis
1.5.2 Erlebnis und Pädagogik
1.6 Kritische Zusammenfassung
1.6.1 Ausgleich von Defiziten
1.6.2 Transfer
1.6.3 Erlebnispädagogik und Kinder
1.6.4 Geschlechtsspezifische Erlebnispädagogik
1.6.5 Erlebnispädagogik und Schule
1.6.6 Erlebnis oder Pädagogik?
1.6.7 (Sozial)-Pädagogische Projekte oder Freizeitgestaltung?
1.7 Definition
2 Religionspädagogik und Erlebnispädagogik
2.1 Ziele und Grundsätze der Religionspädagogik
2.2 Untersuchung religionspädagogischer Konzepte im Hinblick auf erlebnispädagogische Anteile anhand von vier Beispielen
2.2.1 Niebergalls (1866-1932) kirchliche Gemeindeerziehung als Konzept evangelischer Erziehung
2.2.2 Kabischs (1868-1914) Unterricht in evangelischer Religion als Konzept evangelischer Erziehung
2.2.3 Kritik an Niebergall und Kabisch
2.2.4 D. Zilleßen: „Glaube und Erfahrung“
2.2.5 P. Biehl: „Erfahrung als hermeneutische, theologische und religionspädagogische Kategorie“
2.2.6 Zusammenfassung
2.3 Situation
2.3.1 Allgemeines
2.3.2 Kinderarbeit
2.3.3 Religionsunterricht
2.3.4 Jugendarbeit
2.4 Thesen für den Einsatz von Erlebnispädagogik in der Religionspädagogik
3 Erlebnispädagogik in den Arbeitsbereichen der Religions-pädagogik
3.1 Kinderarbeit
3.2 Jugendarbeit
3.3 Pfadfinderarbeit
3.3.1 Der geschichtliche Ursprung
3.3.1.1 Parallelen zwischen Baden-Powell und den Reformpädagogen, insbesondere Kurt Hahn (siehe 2.4)
3.3.2 Das pädagogische Konzept oder die Pfadfindermethode
3.3.2.1 Ziel der Pfadfinderarbeit
3.3.2.2 Die wichtigsten pädagogischen Methoden
3.3.3 Pfadfinderarbeit als Gemeindearbeit
3.3.4 Zusammenfassung
3.4 Religionsunterricht
4 Nachwort
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Erlebnispädagogik als ergänzenden pädagogischen Ansatz innerhalb der verschiedenen Arbeitsfelder der Religionspädagogik. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und wie erlebnispädagogische Methoden, die primär auf ganzheitlichem Lernen und individuellen Erfahrungen basieren, in die institutionell geprägte religionspädagogische Praxis integriert werden können, um eine lebensrelevante Glaubensvermittlung zu fördern.
1.1 Ziele und Grundsätze
„Erlebnispädagogik will wirkungsvoll helfen, wo andere Hilfen versagen bzw. besondere Hilfestellungen erforderlich sind.“ Dabei benutzt die Erlebnispädagogik verschiedene Medien und Methoden. Das Spektrum erlebnispädagogischer Aktionen ist sehr breit gefächert. Alle möglichen Formen aufzuführen und zu beschreiben, ist in dieser Arbeit nicht möglich und wäre auch nicht sinnvoll. Es soll vielmehr darum gehen, das Wesentliche, das, den erlebnispädagogischen Aktionen Gemeinsame, herauszufinden.
Erlebnispädagogik erhebt für sich den Anspruch des ganzheitlichen Lernens. Das bedeutet, es sollen Erlebnisse aus erster Hand ermöglicht werden. Diese Erlebnisse wirken einmal für sich selbst und werden zum anderen mit dem Pädagogen zusammen reflektiert. Durch die selbst erworbenen Erfahrungen und die Reflexion sollen Lernprozesse in Gang gesetzt werden, die evtl. dazu führen, bestehende Werte und Normen, Denk- und Handlungsweisen zu überprüfen und ggf. zu ändern. Die Erlebnispädagogik schafft also die Voraussetzungen (Ort, Gruppe, Ausrüstung...), begleitet den Prozeß, reflektiert und wertet aus (bzw. ‘verwertet’). Das Erlebnis selbst ist für die Pädagogen nicht greifbar.
Diese Beschreibung ist sehr allgemein, aber sie spielt bei allen Formen von Erlebnispädagogik die tragende Rolle. Welche Auswahl an Medien und Methoden für eine konkrete erlebnispädagogische Aktion getroffen werden, hängt ab von: den konkreten Teilnehmern, den konkret definierten Zielen, dem/der Pädagogen/in, dem Zeitrahmen und den finanziellen und örtlichen Möglichkeiten.
1. Erlebnispädagogik als Teildisziplin der Pädagogik: Dieses Kapitel erläutert die Ziele, Grundsätze und die geschichtliche Verankerung der Erlebnispädagogik in der Reformpädagogik sowie die theoretische Fundierung des Begriffs „Erlebnis“.
2. Religionspädagogik und Erlebnispädagogik: Hier wird das Verhältnis beider Disziplinen untersucht, religionspädagogische Ansätze auf erlebnispädagogische Anteile geprüft und die Relevanz für die aktuelle kirchliche Situation analysiert.
3. Erlebnispädagogik in den Arbeitsbereichen der Religions-pädagogik: Dieses Kapitel liefert praktische Anregungen für die Implementierung erlebnispädagogischer Elemente in der Kinder- und Jugendarbeit sowie im Religionsunterricht, mit einem besonderen Fokus auf der Pfadfinderarbeit als Modell.
Erlebnispädagogik, Religionspädagogik, ganzheitliches Lernen, Reformpädagogik, Jugendarbeit, Kinderarbeit, Pfadfinderarbeit, Erfahrung, Glaube, Reflexion, Transfer, Gemeindearbeit, Identität, Sozialisation, Abenteuerspiele.
Die Arbeit untersucht, inwieweit erlebnispädagogische Ansätze die religionspädagogische Arbeit bereichern können, ohne dabei die spezifischen Ziele und den institutionellen Rahmen der Religionspädagogik zu vernachlässigen.
Im Mittelpunkt stehen die theoretische Bestimmung des Erlebnisses, die Situationsanalyse von Kindern und Jugendlichen, die historische Herleitung der Erlebnispädagogik und deren Anwendung in kirchlichen Arbeitsfeldern.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Integration erlebnispädagogischer Elemente in die Religionspädagogik attraktivere und lebensrelevante Angebote für Kinder und Jugendliche geschaffen werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die sowohl allgemeinpädagogische als auch spezifisch religionspädagogische Konzepte auswertet, um eine theoretische Fundierung für den praktischen Einsatz erlebnispädagogischer Methoden zu legen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Kategorie Erlebnis und zum Verhältnis von Glaube und Erfahrung, sowie in einen praktischen Teil, der konkrete Beispiele für die Umsetzung in verschiedenen Altersgruppen und Arbeitsbereichen bietet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erlebnispädagogik, Religionspädagogik, ganzheitliches Lernen, Identitätsfindung, soziale Kompetenz und Gemeindepädagogik charakterisiert.
Die Arbeit plädiert dafür, dass Glaube nicht abstrakt vermittelt werden sollte, sondern durch reale Erfahrungen und deren Reflexion im Dialog mit der biblischen Überlieferung für das individuelle Leben relevant gemacht werden muss.
Die Pfadfinderarbeit dient als exemplarisches Modell, da sie historisch und konzeptionell stark erlebnispädagogisch geprägt ist und gleichzeitig eine kontinuierliche, institutionelle Einbindung in die Gemeindearbeit ermöglicht.
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