Wissenschaftlicher Aufsatz, 2004
35 Seiten
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Vorwort
Begriffsklärungen
Kurzer Überblick bis 1918
Die Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer Heimat
Die Folgen der Kapitulation 1918
Der Anschluß an das Deutsche Reich
Der Anfang vom Ende
Das Vorspiel zur Vertreibung
Alliierte Vorstellungen einer Umsiedlung
Erste Austreibungen und Inhaftierungen Deutscher
Vollzug der Potsdamer Beschlüsse
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe, die politischen Fakten und die komplexen Zusammenhänge, die zur Vertreibung der rund drei Millionen Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei nach Ende des Zweiten Weltkriegs führten. Ziel der Untersuchung ist es, die systematische Unterdrückung und Entrechtung dieser Volksgruppe im Kontext des aufkommenden Nationalismus und der geopolitischen Weichenstellungen durch die Siegermächte kritisch zu beleuchten.
Die Folgen der Kapitulation 1918
Mit dem militärischen Zusammenbruch im September / Oktober 1918 sahen sich die Sudetendeutschen einer Lage gegenüberstehend, die schlimmer war als alles, was sie je befürchtet hatten, denn die Tschechen proklamierten einen unabhängigen tschechoslowakischen Staat und nahmen dafür die historischen Grenzen des alten Königreichs Böhmen in Anspruch. Österreich-Ungarn wurde vom amerikanischen Präsidenten Wilson bis auf ein kleines Deutsch-Österreich unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker zerschlagen, wobei dieses Recht den Deutschen allerdings nicht zuerkannt wurde. Die sudetendeutschen Volksteile in Böhmen, Mähren und Schlesien wurden vielmehr gegen ihren Willen und ohne gefragt worden zu sein der tschechoslowakischen Republik eingegliedert.
Als die im Jahre 1911 gewählten deutschen Abgeordneten des österreichischen Reichsrates aus Böhmen, Mähren und Schlesien am 20. Oktober 1918 in Wien die Schaffung der deutsch-österreichischen Provinzen Deutschböhmen und Sudetenland beschlossen und sie unter den Schutz der Deutschösterreichischen Republik gestellt hatten, wurden ihre Beschlüsse von der Friedenskonferenz jedoch nicht anerkannt. Schließlich besetzten tschechische Truppen das wehrlose und ausgehungerte Land der Sudetendeutschen und zwangen die Landesregierungen zur Flucht.
Vorwort: Erläutert die Relevanz der Thematik für den europäischen Wertekanon und die wissenschaftliche Notwendigkeit einer historischen Aufarbeitung der Vertreibung.
Begriffsklärungen: Definiert die geografischen und historischen Bezeichnungen wie Sudeten, Sudetenland und Sudetendeutsche zur präzisen Einordnung der historischen Akteure.
Kurzer Überblick bis 1918: Zeichnet die wechselvolle Geschichte Böhmens und Mährens sowie die enge Bindung an den deutschen Sprach- und Kulturraum nach.
Die Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer Heimat: Analysiert die soziopolitischen Ursachen, die zur Marginalisierung der deutschen Volksgruppe in der Tschechoslowakei führten.
Die Folgen der Kapitulation 1918: Beschreibt die völkerrechtswidrige Eingliederung der sudetendeutschen Gebiete in den neu gegründeten tschechoslowakischen Staat gegen den Willen der Bevölkerung.
Der Anschluß an das Deutsche Reich: Beleuchtet die radikalisierende Wirkung der tschechischen Unterdrückungspolitik, die 1938 zur Annäherung an das Deutsche Reich führte.
Der Anfang vom Ende: Untersucht die Rolle der Exilregierung unter Benesch bei der strategischen Vorbereitung der späteren Vertreibung während des Zweiten Weltkriegs.
Das Vorspiel zur Vertreibung: Dokumentiert das durch Flucht und Terror geprägte Ende des Krieges in den betroffenen Gebieten.
Alliierte Vorstellungen einer Umsiedlung: Zeigt auf, wie tschechische Exilpolitiker durch gezielte Diplomatie die Zustimmung der Siegermächte zur Vertreibung erwirkten.
Erste Austreibungen und Inhaftierungen Deutscher: Schildert die unmittelbaren Gewaltexzesse und die Einrichtung von Konzentrationslagern für Deutsche unmittelbar nach Kriegsende.
Vollzug der Potsdamer Beschlüsse: Erläutert die formale Sanktionierung der Vertreibung durch das Potsdamer Abkommen und die durch Dekrete legitimierte Enteignung.
Sudetendeutsche, Vertreibung, Tschechoslowakei, Benesch-Dekrete, Potsdamer Abkommen, Selbstbestimmungsrecht, Nationalismus, historische Aufarbeitung, 1945, Konzentrationslager, Völkermord, Minderheitenschutz, 1918, Sudetenland, Umsiedlung.
Die Arbeit untersucht die systematische Vertreibung der sudetendeutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, eingebettet in den historisch-politischen Kontext des 20. Jahrhunderts.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Nationalismus in Mitteleuropa, der Unterdrückung der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei ab 1918, der Rolle der alliierten Diplomatie und der juristischen Aufarbeitung mittels der Benesch-Dekrete.
Ziel ist es, den Ursprung der Vertreibung als langfristig geplantes politisches Vorhaben der tschechischen Exilführung und der Alliierten aufzuzeigen und die Vertreibung als Verbrechen zu klassifizieren.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Memoranden, völkerrechtlicher Verträge und historischer Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die von den Folgen der Kapitulation 1918 über die Zeit der Tschechoslowakei bis hin zur gewaltsamen Austreibung und deren völkerrechtlicher Sanktionierung in Potsdam reichen.
Zentrale Begriffe sind Vertreibung, Selbstbestimmungsrecht, Benesch-Dekrete, Völkermord und die historische Kontinuität des Konflikts zwischen der deutschen Minderheit und dem tschechischen Nationalstaat.
Die Dekrete dienten als Instrument zur Legalisierung der Entziehung der Staatsbürgerschaft sowie der entschädigungslosen Konfiszierung des gesamten Vermögens der deutschen Bevölkerung.
Der Autor stellt fest, dass die Vertreibung unter Bedingungen stattfand, die mit der Forderung des Potsdamer Abkommens nach einer "geregelten und humanen" Weise in eklatantem Widerspruch standen und Merkmale eines Völkermordes aufweisen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

