Wissenschaftlicher Aufsatz, 2004
28 Seiten
0. Vorbemerkung/en
0.1. Ansatz
0.2. Erweiterung
0.3. Zwischenbemerkung
0.4. Exkurs
0.5. Ausblick
1. Phantomförderung/en
1.1. Älterer schwerbehinderter Mensch
1.2. Initiativbewerbung/en
1.3. Destruktionserfahrung/en
1.4. Sprüche
1.5. Erfolgsmeldungen
1.6. Schwindel(strukturen)
1.7. Wo nix ist...
1.8. Deutung/en
2. Phantomelite/n
2.1. Soziale Schließung
2.2. The same old story...
2.3. Hyperliquidität
Die vorliegende Arbeit versteht sich als sozialpsychologische Zeitdiagnose, in der der Autor seine persönlichen Erfahrungen als hochqualifizierter, schwerbehinderter Mensch theoretisch aufbereitet und verallgemeinert. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik zur Arbeitsmarktintegration und der realen, prekären Situation Betroffener aufzudecken sowie Mechanismen der sozialen Exklusion in der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft kritisch zu analysieren.
1.6. Schwindel(strukturen)
Angesichts meiner Erfahrungen wollte ich’s seit Frühjahr 2002 genauer wissen und fing an, mich zunächst informell-unsystematisch, später dann systematisch-empirisch umzuschauen: Ich suchte Kontakt zu (wenigstens) einer Wissenschaftlerin und/oder einem Wissenschaftler, der/die in Deutschland seit Herbst 2001 als höchstqualifizierter ´älterer schwerbehinderter Mensch´ im Sinne des Gesetzes (SGB III § 222a) überhaupt gefördert wurde. Dabei nutze ich wie bei meinen eignen Bewerbungen und Förderungsversuchen kaum noch das technische Medium: Fax (Fernkopierer) für meine An- und Rundfragen. Sondern zunehmend emailing (elektronische Post). Ich erwartete, sowohl eigne Vorerfahrung/en als auch die widersprüchliche Einheit von Inhalt und Form bedenkend, zunächst mehrheitlich kA´s, also keine Antworten, und sodann solche Antworten, die ich methodisch in einer Vier-Felder Übersicht auswerten wollte: Einerseits formal in freundliche (wie zum Beispiel mehrfach erhalten aus dem Hause des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung [Berlin]), andererseits in unfreundliche (wie zum Beispiel eine einmalige shortmail vom Leiter der der BA-Vermittlungsstelle [Bonn]). Andererseits und dem materialen Inhalt nach in erhaltene vs. nichterhaltene Hinweise.
Das inhaltliche Ergebnis war/ist so simpel wie aussagekräftig: Das vierte Feld der Jaantwort konnte bis heute n i c h t besetzt werden. Oder anders gesagt: Es ist mir innerhalb von gut zwei Jahren n i c h t gelungen, auch nur eine/n höchstqualifizierte/n Wissenschaftler/in in Deutschland aufzutreiben, die/der nach SGB III § 222a speziell so gefördert wurde, dass (s)eine oder ihre Eingliederung mithilfe bereitstehender Bundes(förder)mittel 2002/04 erfolgte, Dabei kann davon ausgegangen werden, dass der Umfragende sich bemühte, indem er a l l e ihm zur Verfügung stehenden Mittel und benützte: Also z.B sowohl offizielle wie informelle: Bundes- und Landeseinrichtungen wie etwa die BA und ihr inzwischen von einer ehemaligen Münchener Lehrstuhlsoziologin geleitetetes Forschungsinstitut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung/IAB, Verbände wie z.B. die Movado-Newsgroup und einige ihrer so kundigen wie kommunikativen Mitglieder (aus Kassel und Berlin), schliesslich (auch persönlich) bekannte Sozialwissenschaftler, die auf dem 31. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie/DGS (Oktober 2002 in Leipzig) eine Arbeitsgruppe zur ´Soziologie der Behinderung´ organisierten[29].
0. Vorbemerkung/en: Der Autor erläutert seinen Ansatz, persönliche Erfahrungen als schwerbehinderter Mensch als Grundlage für eine sozialwissenschaftliche Untersuchung zur gesellschaftlichen Nullsumme zu nutzen.
1. Phantomförderung/en: Dieses Kapitel dokumentiert die systemischen Defizite bei der staatlichen Förderung schwerbehinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt, illustriert durch die Erfahrungen des Autors.
2. Phantomelite/n: Hier wird der Begriff der „Phantomelite“ eingeführt, um Prozesse der sozialen Schließung und die Inkompetenz politischer Akteure in der heutigen Mediengesellschaft kritisch zu hinterfragen.
Sozialpsychologie, Zeitdiagnose, Behindertenpolitik, Phantomförderung, Phantomelite, Arbeitsmarktintegration, soziale Schließung, politische Rhetorik, Exklusion, Prekarisierung, Sozialstaat, Bürokratie, Transformation, Gesellschaftskritik, Nullsummenspiel.
Die Arbeit ist eine kritische sozialpsychologische Zeitdiagnose, die den Widerspruch zwischen politischer Rhetorik zur Inklusion und der empirischen Realität der Arbeitsmarktpolitik gegenüber Behinderten aufzeigt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse staatlicher Förderprogramme, der Entlarvung ineffektiver politischer Kampagnen und der Untersuchung soziologischer Prozesse wie der sozialen Schließung innerhalb der politischen Elite.
Das Hauptziel ist es, das Phänomen der sogenannten „Phantomförderung“ sowie die Entstehung und das Wirken von „Phantomeliten“ als Symptome einer degenerativen gesellschaftlichen Entwicklung aufzudecken.
Der Autor verbindet eine interpretative, sozialwissenschaftliche Perspektive mit einer dokumentarischen Basis, die eigene, mehrjährige biografische Erfahrungen mit der Analyse öffentlich zugänglicher Daten und Dokumente verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der frustrierenden Erfahrungen bei der Arbeitsplatzsuche (Phantomförderung) und die anschließende soziologische Deutung dieser Phänomene als Ausdruck einer sich selbst abschottenden Elite (Phantomeliten).
Zu den wichtigsten Schlagworten zählen Sozialpsychologie, Phantomförderung, Phantomelite, soziale Schließung, Behindertenpolitik, Exklusion und gesellschaftliche Transformation.
Der Begriff beschreibt eine gesetzlich zwar vorgesehene, real aber nicht existierende oder wirksame Förderung für hochqualifizierte schwerbehinderte Menschen, die in der Praxis oft nur als leere politische Versprechung fungiert.
Der Begriff bezieht sich auf eine politische und gesellschaftliche Führungsschicht, deren Handeln primär auf Selbsterhalt und Machtsicherung ausgerichtet ist, anstatt produktive oder moralisch bedeutende Beiträge zur Gesellschaft zu leisten.
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