Magisterarbeit, 2003
123 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Methoden und Vorgehensweisen
1.3.1 Teilnehmende Beobachtung
1.3.2 Interviews und informelle Gespräche
1.3.3 Die Gesprächssituationen
1.3.4 Schwierigkeiten der Feldforschung
2 Der Forschungsort Segou
2.1 Zur historischen Situation
2.2 Zur gegenwärtigen Situation
2.3 Bevölkerungsmobilität und Wanderarbeit
3 Pflegschaftsverhältnisse und soziale Elternschaft
3.1 Darstellung von Pflegschaftsverhältnissen in der ethnologischen Literatur
3.2 Gründe der Pflegschaft
3.2.1 Sozio-ökonomische Gründe
3.2.2 Kritische Bemerkungen zu den funktionsorientierten Ansätzen
3.3 Gesellschaftliche Veränderungen und ihre Folgen für Pflegschaften
3.4 Zur Situation der Pflegekinder
4 Dienstleistungsverhältnisse und Lohnarbeit
4.1 Begriff und Phänomen der Arbeit aus ethnologischer Sicht
4.1.1 Kinderarbeit oder arbeitende Kinder
4.1.2 Hausarbeit
4.1.3 Pflegekinder und Hausmädchen
4.2 Bemerkungen zum informellen Sektor
4.2.1 Entstehung des Begriffes
4.2.2 Definitionsversuche
5 Land-Stadt-Migration
5.1 Geschichte der Migration
5.2 Gründe der Migration
5.3 Migration von Frauen und jungen Mädchen
5.4 Folgen der Migration
6 Ergebnisse meiner Feldforschung
6.1 Biografische Hintergründe
6.2 Aufenthalt der Mädchen in Segou
6.3 Beschreibung der Hausmädchen
6.4 Zu den Beziehungen zwischen Hausmädchen und Patroninnen
6.4.1 Zur Sicht der Hausmädchen
6.4.2 Zur Sicht der Patroninnen
6.4.3 Meine Sichtweise des Verhältnisses zwischen Hausmädchen und Patroninnen
6.5 Zur Rolle des Vermittlers
7 Fazit
7.1 Analyse der Ergebnisse
7.2 Bilanz
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozio-ökonomische Situation von jungen Hausmädchen in Segou, Mali, und beleuchtet dabei insbesondere deren Arbeitsverhältnisse, ihre Motivation zur Land-Stadt-Migration sowie die komplexen Beziehungsstrukturen zu ihren Gastfamilien. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die ambivalente Position der Mädchen zwischen familiärer Einbindung und erwerbsorientierter Lohnarbeit zu analysieren.
Die Teilnehmende Beobachtung
Die teilnehmende Beobachtung ist die zentrale empirische Forschungsmethode in der Ethnologie. Während meiner Datenerhebung war es mir möglich, an den Arbeitsprozessen der Hausmädchen passiv teilzunehmen und Daten aus diesen Beobachtungen zu sammeln. Aufgrund meiner Rollenzuschreibung als “Helferin von außen” ist es mir nur selten gelungen, gemeinsam mit den Mädchen zu arbeiten. Dennoch habe ich versucht, viel Zeit in den Höfen zu verbringen, um die Mädchen bei ihren Tätigkeiten beobachten zu können, um ihnen Fragen zu stellen, die sich aus den jeweiligen Situationen ergaben und um von mir und meinem Leben in Deutschland zu erzählen.
Während meines viermonatigen Aufenthaltes in Mali habe ich versucht, die täglichen Abläufe in einem Haushalt und die Interaktionen zwischen den Haushaltsmigliedern zu erfassen. Des weiteren habe ich an nicht-alltäglichen Ereignissen wie Hochzeitsfeiern, Freizeitaktivitäten der Mädchen und informellen Treffen teilgenommen. Besonders viele Informationen konnte ich durch die wöchentlich stattfindenden Alphabetisierungskurse gewinnen, da die Mädchen dort außerhalb ihres gewohnten Arbeitsumfeldes auftraten.
1 Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstandes, der Zielsetzung sowie der verwendeten ethnologischen Methoden und Schwierigkeiten im Feld.
2 Der Forschungsort Segou: Geografische, historische und sozio-ökonomische Einordnung der Stadt als Migrationsziel.
3 Pflegschaftsverhältnisse und soziale Elternschaft: Ethnologische Diskussion der Begriffe und Motive von Pflegschaften in Westafrika im Kontrast zu europäischen Sichtweisen.
4 Dienstleistungsverhältnisse und Lohnarbeit: Analyse der Arbeit als Kategorie, Definition von Hausarbeit und Einordnung von Hausmädchen im informellen Sektor.
5 Land-Stadt-Migration: Geschichtliche Entwicklung der Binnenmigration in Mali und spezifische Analyse der Push- und Pull-Faktoren für junge Frauen.
6 Ergebnisse meiner Feldforschung: Darstellung der gesammelten Daten zu biographischen Hintergründen, den Arbeitsverhältnissen und den Beziehungen zwischen Mädchen und Patroninnen.
7 Fazit: Zusammenfassende Analyse der Arbeits- und Abhängigkeitsverhältnisse sowie Ausblick auf die gesellschaftlichen Folgen der Migration.
Hausmädchen, Mali, Segou, Migration, Ethnologie, Pflegschaftsverhältnisse, informeller Sektor, soziale Elternschaft, Lohnarbeit, Aussteuer, Land-Stadt-Wanderung, Arbeitsbedingungen, Patroninnen, Sozialanthropologie, Geschlechterrollen
Die Arbeit befasst sich mit der sozio-ökonomischen Situation von Mädchen, die aus ländlichen Regionen Malis nach Segou migrieren, um dort als Hausmädchen zu arbeiten.
Zentrale Themen sind die soziale Elternschaft, die Dynamik der Migration von Frauen, die Einordnung von Hausarbeit in den informellen Sektor und die spezifischen Machtverhältnisse innerhalb der Gastfamilien.
Ziel ist es, die biographischen Daten, Wünsche und Zukunftsperspektiven der Mädchen zu erfassen und die ambivalente Beziehung zwischen Arbeitgeberinnen und den Hausmädchen wissenschaftlich zu analysieren.
Die Autorin nutzt vor allem die teilnehmende Beobachtung, ergänzt durch teilstandardisierte Interviews und informelle Gespräche mit den Mädchen, Arbeitgeberinnen und lokalen Akteuren.
Der Hauptteil behandelt die Theorie der Pflegschaft, die wirtschaftlichen Strukturen des informellen Sektors in Mali und die empirischen Ergebnisse der Feldforschung bezüglich der Lebensumstände der Hausmädchen.
Die zentralen Begriffe sind Hausmädchen, Pflegschaftsverhältnisse, Migration, informeller Sektor und die soziale Differenzierung innerhalb der malischen Gesellschaft.
Der Hauptgrund ist die Notwendigkeit, Geld für die eigene Aussteuer zu verdienen, da die Familien im Dorf dies finanziell kaum noch leisten können.
Der Vermittler dient als erste Anlaufstelle in der Stadt, bietet Unterkunft und hilft bei der Suche nach einer Gastfamilie, wobei er meistens aus dem verwandtschaftlichen oder bekannten Umfeld der Mädchen stammt.
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