Diplomarbeit, 2003
159 Seiten, Note: 1,0
1. DIE BEDEUTUNG VON PERSÖNLICHKEIT, EMOTION, WILLE UND MOTIVEN FÜR DIE INTRINSISCHE MOTIVATION
1.1 Kuhls funktionsanalytischer Ansatz in der Persönlichkeitspsychologie
1.1.1 Die PSI-Theorie
1.1.2 Das aus der PSI-Theorie abgeleitete STAR-Modell
1.1.3 Selbststeuerung und Volitionshemmung
1.1.4 Motive und ihre Umsetzung, Motivmessung
1.2 Intrinsisch motiviertes Verhalten
1.2.1 Intrinsische Motivation und ihre Untersuchung
1.2.2 Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan
1.2.3 Selbstbestimmung und motivationale Kompetenz
1.2.4 Was untergräbt die intrinsische Motivation?
1.2.4.1 Wahrgenommene Leistungskontrolle
1.2.4.2 Persönlichkeitsdispositionen
1.2.4.3 Selbstkontrollstrategien
1.2.4.4 Diskrepanz von basalen Motiven und motivationalen Selbstbildern
1.2.4.5 Soziale Ängstlichkeit
1.2.4.6 Demotivierung durch „pädagogische Kunstfehler“ in der Lehre
2. METHODEN
2.1 Fragestellungen der Arbeit
2.2 Methodische Schwierigkeiten, intrinsische Motivation im Studium zu messen
2.3 Verwendete Instrumente:
2.3.1 FSM (Fragebogen zur Studienmotivation)
2.3.2 FSS (Fragebogen zum Selbsterleben im Studium)
2.3.3 LKS (Fragebogen zur Leistungskontrolle im Studium)
2.3.4 OMT (Operanter Multi-Motiv-Test)
2.3.5 MUT-K15 (Motiv-Umsetzungs-Test Kurzversion mit 15 Skalen)
2.3.6 PSSI-K (Persönlichkeits-Stil-und-Störungs-Inventar Kurzversion)
2.3.7 SSI-K (Selbststeuerungs-Inventar Kurzversion)
2.3.8 FUA (Fragebogen Umgang mit Anderen)
2.4 Hypothesen
2.4.1 Validierung des Fragebogens zur Studienmotivation (FSM)
2.4.2 Biographische Variablen und die Motivationsform
2.4.3 Grundmotive, Motivation und Bewältigung des Studiums
2.4.3.1 Umsetzung der Grundmotive und Motivationsform
2.4.3.2 Leistungsmotiv und Selbsterleben im Studium
2.4.4 Persönlichkeitsstil und Motivationsform
2.4.5 Selbststeuerung und Motivationsform
2.4.6 Externe Leistungskontrolle im Studium und Motivationsform
2.4.7 Soziale Ängstlichkeit und Selbstbestimmung im Studium
2.4.8 Prenzels These der sechs Demotivierungsstrategien in der Lehre
2.5 Datenauswertung
2.5.1 Faktorenanalysen
2.5.2 T-Test
2.5.3 Korrelationen im Überblick
2.5.4 Mediationsanalysen im Überblick
2.5.5 Qualitative Auswertung der Verbesserungsvorschläge im FSS
2.6 Stichprobe
2.7 Untersuchung
3. ERGEBNISSE
3.1 Biographische Variablen und die Motivationsform
3.2 Korrelationsberechnungen
3.2.1 Prüfung der Validität des neu konstruierten FSM
3.2.1.1 Korrelationen der FSM-Skalen untereinander
3.2.1.2 Korrelationen des FSM mit studiumsrelevanten Variablen im FSS
3.2.2 Grundmotive, Studienmotivation und Selbsterleben im Studium
3.2.2.1 Korrelationen der MUT-K15- mit den FSM-Skalen
3.2.2.2 Korrelationen der OMT- mit den FSM-Skalen
3.2.2.3 Korrelationen der FSM-Skalen mit OMT-MUT-K15-Diskrepanzen
3.2.2.4 Korrelationen der MUT-K15- und der OMT-Skalen mit den FSS-Skalen
3.2.3 Persönlichkeitsstil und Motivationsform
3.2.4 Selbststeuerung und Motivationsform
3.2.5 Leistungskontrolle im Studium und die Motivationsform
3.2.6 Soziale Ängstlichkeit und Motivationsform
3.3 Mediationsanalysen zur Vorhersage der Motivationsform
3.3.1 Einfluss von Persönlichkeit über die Grundmotive und ihre Umsetzung
3.3.2 Einfluss von Persönlichkeit über Selbststeuerungsfähigkeiten und -schwächen
3.3.3 Einfluss von Basis-Motiv über Selbststeuerungsfähigkeiten und -schwächen
3.4 Mediationsanalysen zur Vorhersage des Selbsterlebens im Studium aus dem Leistungsmotiv
3.5 Mediationsanalysen zur Vorhersage des Umgangs mit Studiumsanforderungen aus der Motivationsform
3.6 Sechs Möglichkeiten, Lernende zu demotivieren
3.6.1 Strategie 1: Verhindern von Autonomie im Lernprozess
3.6.2 Strategie 2: Mangelnde Struktur / Ziel- und Bedeutungstransparenz seitens des Lehrenden
3.6.3 Strategie 3: Schlechte Anpassung der Lehre an das Niveau der Lernenden
3.6.4 Strategie 4: Fehlendes Zutrauen / mangelnde Kompetenzunterstützung
3.6.5 Strategie 5: Mangelnde soziale Einbindung
3.6.6 Strategie 6: Mangelndes Interesse der / des Lehrenden
4. DISKUSSION
4.1 Validierung des Fragebogens zur Studienmotivation (FSM)
4.2 Biographische Variablen und die Motivationsform
4.3 Grundmotive und die Motivationsform
4.4 Leistungsmotiv, Studienmotivation und Selbsterleben im Studium
4.5 Persönlichkeitsstile und Motivationsformen
4.6 Selbststeuerung und Motivationsformen
4.7 Externe Leistungskontrolle und Motivationsformen
4.8 Soziale Ängstlichkeit und Motivationsformen
4.9 Demotivation in der Lehre
4.10 Typen von Studierenden?
4.11 Zusammenfassende Bewertung des vorliegenden Forschungsansatzes
5. AUSBLICK
5.1 Offene Fragen für die Grundlagenforschung
5.2 Konsequenzen für die universitäre Lehre
Die Arbeit untersucht die intrinsische Studienmotivation von Psychologie-Studierenden unter Berücksichtigung persönlichkeitspsychologischer Faktoren und der Qualität der universitären Lehre. Das primäre Ziel ist es, das Zusammenspiel von Persönlichkeit, Motiven und Handlungssteuerung auf die Studienmotivation zu analysieren und Wege zur Förderung der intrinsischen Lernmotivation sowie zur Minderung von Demotivation in der universitären Praxis aufzuzeigen.
Die PSI-Theorie
Grundlage der Kuhl‘schen Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (2001) ist zum einen die von C.G. Jung (1936/1990) beschriebene kognitive Typologie. Diese zieht die individuelle Bevorzugung bestimmter kognitiver Grundfunktionen, nämlich des Denkens, der Intuition, des Fühlens oder des Empfindens, zur Beschreibung von Persönlichkeitstypen heran. Diese kognitive Typologie wird in der PSI-Theorie mit der klassischen Affekttypologie (Hippokrates, Galen) verbunden, die Persönlichkeitstypen oder Temperamente nach ihrer unterschiedlichen Empfänglichkeit für positiven und negativen Affekt differenziert. Die klassische Temperamentslehre unterscheidet Phlegmatiker, Sanguiniker, Melancholiker und Choleriker.
Die PSI-Theorie (Kuhl, 2001) postuliert ein verhaltenssteuerndes System, das durch den Antagonismus von planvollem analytischem Denken und intuitiv-spontaner Verhaltenssteuerung gekennzeichnet ist. Des Weiteren nimmt sie ein System zur Steuerung des Erlebens an, welches ebenfalls durch einen spezifischen Gegensatz charakterisiert wird, nämlich dem zwischen dem kohärenzstiftenden Fühlen und dem für widersprüchliche Eindrücke empfänglichen, konfliktsensitiven Empfinden.
Kuhl beschreibt nun in seiner PSI-Theorie die Persönlichkeit eines Menschen als das für ihn typische Muster des Zusammenspiels verschiedener psychischer Makrosysteme (Denken, Intuieren, Fühlen und Empfinden) in Abhängigkeit von der Aktivität des Belohnungs- und Bestrafungssystems bzw. der entsprechenden momentanen Stimmungslage. Diese Stimmungslage ist dabei sowohl durch momentane Eindrücke als auch durch eine grundlegende Sensitivität der Person für Belohnung bzw. Bestrafung beeinflusst.
1. DIE BEDEUTUNG VON PERSÖNLICHKEIT, EMOTION, WILLE UND MOTIVEN FÜR DIE INTRINSISCHE MOTIVATION: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es die PSI-Theorie und die Selbstbestimmungstheorie verbindet, um motivationale Prozesse im Studium zu erklären.
2. METHODEN: Hier werden die Fragestellungen der Arbeit spezifiziert sowie die entwickelten Erhebungsinstrumente und das methodische Vorgehen zur Datenauswertung beschrieben.
3. ERGEBNISSE: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Analysen und Pfadmodelle, die den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen, Motiven und Studienmotivation aufzeigen.
4. DISKUSSION: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den Kontext bestehender psychologischer Theorien gestellt, wobei auch die Validität der neuen Fragebögen kritisch bewertet wird.
5. AUSBLICK: Das letzte Kapitel identifiziert offene Forschungsfragen und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für die universitäre Lehre ab.
Intrinsische Motivation, Selbstbestimmungstheorie, PSI-Theorie, Persönlichkeitspsychologie, Studienmotivation, Handlungssteuerung, Leistungsmotiv, Kompetenzerleben, Volitionshemmung, Lernumwelt, psychologische Grundbedürfnisse, Motiv-Umsetzung.
Die Arbeit untersucht das Erleben und die Motivation von Studierenden im Fach Psychologie unter Einbeziehung ihrer Persönlichkeitsstruktur, Motivationsformen und ihrer Erfahrungen in der universitären Lernumwelt.
Zentrale Themen sind die intrinsische und extrinsische Studienmotivation, die Bedeutung der PSI-Theorie von Kuhl sowie die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan im Kontext universitärer Anforderungen.
Ziel ist es, motivierende und demotivierende Faktoren im Studium zu identifizieren, um zu verstehen, wie interne und externe Bedingungen das Erleben von Selbst- oder Fremdbestimmung begünstigen.
Die Autorin kombiniert Fragebogenerhebungen (neue Konstruktionen wie FSM, FSS, LKS) mit projektiven Testverfahren (OMT, MUT-K15) und führt korrelative sowie mediationsanalytische Berechnungen durch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Motivationsprozesse, die Darstellung der methodischen Erhebungsinstrumente, die ausführliche Ergebnisdarstellung der empirischen Untersuchungen sowie eine kritische Diskussion der Befunde.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstbestimmung, Handlungssteuerung, Leistungsmotiv, Persönlichkeitsstile und Motiv-Umsetzung.
Das Credit Point System wird als eine Form der externen Leistungskontrolle betrachtet, deren wahrgenommener informativer oder kontrollierender Charakter einen signifikanten Einfluss auf die studentische Motivationsform haben kann.
Demotivierende Faktoren, wie sie von Prenzel beschrieben wurden (z.B. mangelnde Autonomie oder Struktur), untergraben laut der Arbeit die psychologischen Grundbedürfnisse und führen häufig zu einer eher fremdbestimmten, unlustvolleren Lernhaltung.
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