Magisterarbeit, 2003
88 Seiten, Note: 2.65
1. Einführung
2. Editionsgeschichte und Forschungsbericht
2.1. Editionsgeschichte
2.2. Forschungsbericht
3. Vergil und Gavin Douglas – ihr Leben und Werk
3.1. Leben und Werk Vergils
3.2. Leben und Werk des Gavin Douglas
4. Die schottische Sprache des Gavin Douglas
4.1. Geschichtlicher Abriß
4.2. Die sprachliche Entwicklung des Schottischen im Mittelalter
4.3. Unterschiede zwischen Inglis und Scottis
4.4. Gavin Douglas’ Begriff des Scottis
5. Die Strukturen von Aeneis und Eneados im Vergleich
5.1. Die Gestalt der Aeneis
5.2. Die Struktur der Eneados und ihre Abweichungen von der Aeneis
6. Die Übersetzungsstrategie des Gavin Douglas
6.1. Einleitung: Metrum und formale Aspekte
6.2. Douglas’ Übersetzungsprinzipien im literaturhistorischen Kontext
6.2.1. Übersetzen in der klassischen Antike: Cicero und Horaz
6.2.2. Übersetzen von der Spätantike bis zur Neuzeit: Hieronymus, Luther
6.3. Douglas’ Prinzipien der Übersetzung
6.3.1. Verbum pro verbo und sensus ad sensum
6.3.2. Erweiterungen des Textes
6.3.3. Sprachliches: Douglas’ Anreicherung des Scottis
6.4. Zusammenfassung
7. Die Übersetzung des Gavin Douglas
7.1. Auslassungen
7.2. Erweiterungen
7.2.1. Füllmaterial für Verslängen und Reimwörter
7.2.2. Hendiadyoin
7.2.3. Kommentare und Erklärungen
7.2.3.1. Patronymika und Toponymika
7.2.3.2. Sacherklärungen
7.2.3.3. Auflösung von Implikaturen
7.2.4. Abweichungen und Fehler
8. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Übersetzungsstrategien des schottischen Bischofs Gavin Douglas, der im frühen 16. Jahrhundert Vergils Aeneis ins Mittelschottische übertrug. Ziel ist es, Douglas’ methodisches Vorgehen, seine theoretischen Grundlagen sowie die Anwendung seiner Prinzipien in der Übersetzungspraxis zu analysieren und kritisch zu bewerten.
6.1 EINLEITUNG: METRUM UND FORMALE ASPEKTE
Einen Text zu übersetzen ist eine schwierigere Aufgabe als einen neuen Text von Grund auf selbst zu verfassen. Dieser Gemeinplatz reflektiert den Umstand, daß ein Übersetzer durch die Vorlage an inhaltliche und formale Kriterien gebunden ist, die es bei der Übertragung zu berücksichtigen gilt. Er muß seine eigene Ausdrucksweise und seinen persönlichen Stil weitgehend aufgeben und den durch den Text gegebenen Vorgaben folgen.
Ein bedeutsamer Faktor, den Gavin Douglas für das erfolgreiche Arbeiten eines Übersetzers als entscheidend ansieht, liegt in dessen Fähigkeit, sich des hohen Stils zu bedienen: Traste weill to follow a fixt sentens or mater, Is mair practike, deficill, and far strater, Thocht thyne engyne beyn eleuate and hie, than forto write all ways at liberte.“ (Prol.1, 289-292)
Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, Vergils Versen durch die Wahl einer adäquaten Form in der Zielsprache gerecht zu werden. Die Verwendung des vergilischen Hexameters als Metrum der Übersetzung kommt für Douglas nicht in Betracht. Die sich reimenden couplets aus je zwei fünfhebigen Jambenversen sind ihm so sehr Metrum der Wahl, daß Douglas, der alle anderen Aspekte der Übersetzung in den Prologen reflektiert, das Versmaß nur einiger Randbemerkungen würdigt.
1. Einführung: Das Kapitel führt in die Problematik des Übersetzens ein, definiert Kriterien für eine gelungene Übertragung und stellt Gavin Douglas als einen der ersten Übersetzer in eine Volkssprache vor.
2. Editionsgeschichte und Forschungsbericht: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die handschriftliche Tradition der Eneados und fasst den Stand der wissenschaftlichen Forschung zusammen.
3. Vergil und Gavin Douglas – ihr Leben und Werk: Das Kapitel bietet biographische Abrisse zu beiden Autoren, um den literarischen Kontext der Eneados zu erläutern.
4. Die schottische Sprache des Gavin Douglas: Hier wird die sprachgeschichtliche Entwicklung Schottlands analysiert, um den Begriff "Scottis" und Douglas’ Verständnis davon einzuordnen.
5. Die Strukturen von Aeneis und Eneados im Vergleich: Die formale Analyse vergleicht die Struktur von Vergils Epos mit der von Douglas, wobei besonders die Einführung von Kapiteln und Prologen hervorgehoben wird.
6. Die Übersetzungsstrategie des Gavin Douglas: Das Hauptkapitel untersucht die theoretischen Prinzipien, denen Douglas bei seiner Übersetzung folgt, einschließlich seiner rhetorischen und methodischen Vorbilder.
7. Die Übersetzung des Gavin Douglas: Die praktische Anwendung der zuvor diskutierten Strategien wird anhand konkreter Beispiele (Auslassungen, Erweiterungen, Sacherklärungen) analysiert.
8. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über Douglas’ Arbeitsweise und seinen Erfolg bei der Vermittlung des klassischen Epos im schottischen Kontext zusammen.
Gavin Douglas, Eneados, Aeneis, Vergil, Übersetzungstheorie, Mittelschottisch, Scottis, Literaturgeschichte, Editionsgeschichte, Rhetorik, Renaissance, Übersetzungspraxis, Mittelalter, Interkulturalität.
Die Arbeit analysiert die Übersetzungsstrategien von Gavin Douglas in seinem Werk "Eneados", einer mittelschottischen Übersetzung von Vergils Aeneis.
Zu den Schwerpunkten gehören der Vergleich der formalen Strukturen beider Werke, die Sprachgeschichte des Schottischen im 16. Jahrhundert sowie die theoretischen Übersetzungsprinzipien von Douglas.
Es wird untersucht, wie Douglas den Spagat zwischen einer wortgetreuen Wiedergabe und der Notwendigkeit von Verständlichkeit (perspicuitas) für sein zeitgenössisches Publikum meistert.
Die Untersuchung basiert auf einem detaillierten Textvergleich zwischen der originalen Aeneis und der Eneados sowie der Auswertung historischer Handschriften und zeitgenössischer literaturwissenschaftlicher Theorien.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen vor allem die konkreten Techniken wie Erweiterungen, Hendiadyoin-Bildungen und Sacherklärungen analysiert, die Douglas einsetzte, um Vergils Epos für Schotten zugänglich zu machen.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Eneados", "Gavin Douglas", "Mittelschottisch", "Vergil-Rezeption" und "Übersetzungstheorie" aus.
Douglas kritisiert Caxtons Version scharf, da sie in Prosa verfasst sei, das Original stark verkürze und inhaltliche Fehler aufweise; er sieht sein eigenes Werk als methodisch überlegene Alternative an.
Douglas nutzt "Scottis", um sich von der englischen Tradition abzugrenzen und die Eigenständigkeit seiner literarischen Leistung in einer Sprache zu betonen, die er als würdig erachtet, das antike Erbe Vergils zu tragen.
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