Examensarbeit, 2001
104 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Lebensgeschichte
2.2 Entwicklung von Religiosität / religiöse Entwicklung
2.3 Zyklisches und fortschrittsbezogenes Bild von Entwicklung
2.4 Elementarisierung
3. Das Verhältnis zwischen religiöser Entwicklung und religiöser Erziehung
3.1 Begründung der Berücksichtigung von religiöser Entwicklung für die religiöse Erziehung
3.2 Ziele entwicklungsbezogener Erziehung
3.3 Forderungen an eine entwicklungsbezogene Erziehung
4. Klärungen von Unterschieden
4.1 Elementartheologie und Elementarisierung
4.2 Elementarisierung und Korrelationsdidaktik
5. Geschichtliche Entwicklung des Verständnisses von Elementarisierung
5.1 Zum allgemeindidaktischen Hintergrund
5.2 Zum religionsdidaktischen Hintergrund
6. Elementarisierung als didaktisches Konzept
6.1 Die bibelorientierte Didaktik
6.2 Die erfahrungsorientierte Symboldidaktik
6.3 Die subjektivitätstheoretische, entwicklungsadäquate Religionsdidaktik
7. Das Tübinger Modell der Elementarisierung nach Nipkow und Schweitzer
7.1 Elementarisierung als Modell der Planung von Unterricht
7.1.1 Die Entwicklung des Konzepts
7.1.2 Klärung des Verständnisses von „Unterrichtsplanung“ und „Unterrichtsgestaltung“
7.1.3 Bedeutung der Elementarisierung für die Planung von Unterricht
7.1.4 Konsequenzen für die drei Ebenen der Unterrichtsplanung
7.1.5 Planungsmuster
7.2 Elementarisierung als didaktische Analyse
7.2.1 Elementare Strukturen
7.2.2 Elementare Erfahrungen
7.2.3 Elementare Zugänge
7.2.4 Elementare Wahrheiten
7.2.5 Elementare Lernwege
8. „Lebensgeschichtliche Elementarisierung“ – Die besondere Bedeutung der Entwicklungspsychologie im Tübinger Elementarisierungsansatz
9. Elementarisierung in der Praxis: Unterrichtsvorbereitung und –durchführung einer Unterrichtsreihe über Propheten nach Rainer Oberthür
9.1 Die Unterrichtreihe im Schema der Elementarisierung als didaktische Analyse
9.1.1 Elementare Strukturen
9.1.2 Elementare Erfahrungen
9.1.3 Elementare Zugänge
9.1.4 Elementare Wahrheiten
9.1.5 Elementare Zugänge
9.2 Didaktische Reflexion des Verlaufs der Unterrichtsreihe zum Thema „Propheten“ in Bezug auf das didaktische Modell der Elementarisierung
9.2.1 Erste Stunde: Eine Rede an die Menschheit
9.2.2 Zweite und dritte Stunde: Von der Rede zu den Prophetenworten zu eigenen Bildern
9.2.3 Vierte Stunde: Fortsetzung
9.2.4 Fünfte Stunde: Was Propheten tun
9.2.5 Sechste und siebte Stunde: Collagen und Sachhintergründe zu den Propheten
9.2.6 Achte und Neunte Stunde: Der Prophet Amos – unsere eigenen Prophetenbilder
9.2.7 Zehnte Stunde: Abschluss und Rückblick
10. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Modell der lebensgeschichtlichen Elementarisierung im Religionsunterricht der Grundschule. Das primäre Ziel besteht darin, darzulegen, wie durch dieses von Nipkow und Schweitzer entwickelte Modell eine wechselseitige und gleichberechtigte Verknüpfung zwischen inhaltlichen Vorgaben und der individuellen Lebensgeschichte sowie den Entwicklungsstufen der Schüler erreicht werden kann, um eine erfolgreiche religiöse Erziehung zu ermöglichen.
2.1 LEBENSGESCHICHTE
Der Begriff Lebensgeschichte wird in der Biografieforschung meist synonym mit Biografie gebraucht. Biografie ist zu einer „[...] zentralen Bezugsgröße der Selbst- und Fremdverortung geworden“, da sich gesellschaftliche Zuordnungsgrößen immer mehr auflösen. In der jeweiligen Lebensgeschichte spiegelt sich das Ineinandergreifen von subjektiven, gesellschaftlichen und zeitgeschichtlichen Prozessen, es werden außerdem „[...] subjektive Orientierungen, Deutungen und Handlungen“ offengelegt. Die theologische Biografieforschung steht noch in den Anfängen, gewinnt aber immer mehr Bedeutung, da auch die Religiosität nicht von der Pluralisierung und Individualisierung unberührt bleibt. Das Auswerten von Lebensgeschichten kann also Aufschluss über neue und alte Formen der religiösen Orientierung geben, außerdem können die gelebte christliche Praxis und die Tradierungs- und Aneignungsprozesse der Subjekte erforscht werden.
Für Schweitzer zeigt schon die „[...] Grundeinsicht der Hermeneutik, die in der Figur des hermeneutischen Zirkels zum Ausdruck kommt [...]“, dass die persönliche Lebensgeschichte der Kinder im Unterricht berücksichtigt werden muss, um nicht an ihnen vorbei zu lehren.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der lebensgeschichtlichen Elementarisierung und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Definitionen: Klärung zentraler Begriffe wie Lebensgeschichte, religiöse Entwicklung und Elementarisierung als didaktisches Konzept.
3. Das Verhältnis zwischen religiöser Entwicklung und religiöser Erziehung: Untersuchung der Notwendigkeit einer entwicklungsbezogenen Erziehung, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.
4. Klärungen von Unterschieden: Abgrenzung der Elementarisierung von der Elementartheologie und der Korrelationsdidaktik.
5. Geschichtliche Entwicklung des Verständnisses von Elementarisierung: Darstellung des theoretischen Wandels in der Allgemein- und Religionsdidaktik.
6. Elementarisierung als didaktisches Konzept: Überblick über verschiedene Ansätze wie bibelorientierte und erfahrungsorientierte Didaktik.
7. Das Tübinger Modell der Elementarisierung nach Nipkow und Schweitzer: Detaillierte Analyse des Modells als Grundlage für Unterrichtsplanung und didaktische Analyse.
8. „Lebensgeschichtliche Elementarisierung“ – Die besondere Bedeutung der Entwicklungspsychologie im Tübinger Elementarisierungsansatz: Fokussierung auf die Wichtigkeit entwicklungspsychologischer Erkenntnisse für den individuellen Lernprozess.
9. Elementarisierung in der Praxis: Unterrichtsvorbereitung und –durchführung einer Unterrichtsreihe über Propheten nach Rainer Oberthür: Exemplarische Anwendung der theoretischen Erkenntnisse in einem konkreten Unterrichtsszenario.
10. Schluss: Zusammenfassendes Fazit über den Stellenwert und die Herausforderungen der Elementarisierung im Religionsunterricht.
Lebensgeschichtliche Elementarisierung, Religionsunterricht, Grundschule, Didaktisches Modell, Religionspädagogik, Unterrichtsplanung, Entwicklungspsychologie, Schülerorientierung, Inhaltsseite, Korrelationsdidaktik, Elementare Strukturen, Elementare Erfahrungen, Elementare Zugänge, Elementare Wahrheiten, Rainer Oberthür.
Die Arbeit behandelt das didaktische Modell der lebensgeschichtlichen Elementarisierung und dessen Anwendung im Religionsunterricht der Grundschule, wobei der Fokus auf dem von Nipkow und Schweitzer entwickelten Tübinger Ansatz liegt.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Lebensgeschichte, das Verhältnis von religiöser Entwicklung zu religiöser Erziehung, die geschichtliche Entwicklung des Begriffs Elementarisierung sowie die praktische Umsetzung des Modells in der Unterrichtsplanung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Elementarisierung eine produktive, wechselseitige Beziehung zwischen religiösen Lerninhalten und der Lebenswirklichkeit sowie den Entwicklungsstufen der Schüler hergestellt werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse didaktischer Theorien und deren kritische Reflexion, ergänzt durch die Analyse eines konkreten Praxisbeispiels (Unterrichtsreihe über Propheten nach Rainer Oberthür).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Tübinger Modells, die Diskussion seiner vier bis fünf Fragerichtungen (Strukturen, Erfahrungen, Zugänge, Wahrheiten, Lernwege) und die praktische Überprüfung dieser Richtungen anhand eines konkreten Unterrichtsverlaufs.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die lebensgeschichtliche Elementarisierung, der Schülerbezug, die Unterrichtsvorbereitung und das Verständnis von Wahrheit und Entwicklung im Religionsunterricht.
Oberthür integriert das Modell, indem er gezielt von den Fragen der Kinder ausgeht, um deren Erfahrungen und Vorverständnis in den Lernprozess einzubeziehen und so eine Brücke zu den biblischen Inhalten zu schlagen.
Die Unterscheidung ist essentiell, da die Elementartheologie primär auf inhaltliche Reduktion abzielt, während die Elementarisierung einen didaktischen Prozess darstellt, der Inhalts- und Schülerseite gleichberechtigt aufeinander bezieht.
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