Diplomarbeit, 2002
121 Seiten, Note: ausgezeichnet
Kapitel 1: Einführung in die Problematik
1.1. Die Funktionen der Sprache. Die emotive Funktion
1.2. Emotion vs. Gefühl. Klassifikationen
1.3.Das Gespräch. Die Gesprächsanalyse als linguistische Disziplin
1.4. Linguistische Mittel zum Ausdruck von Gefühlen
1.5. Zielsetzung der Diplomarbeit
1.6. Beschreibung des Analysekorpus
1.6.1. Begründung der Auswahl
1.6.2. Beschreibung
1.6.3. Analyseverfahren
Kapitel 2: Mittel zum Ausdruck von Gefühlen beim Gespräch
2. 1. Theoretische Überlegungen
2.1.1. Sprechakt- und kommunikationstheoretische Überlegungen
2.1.2. Probleme und Überlegungen bei der Analyse
2.2. Verbale Mittel
2.2.1. Auf der Ebene der Wortbildung
2.2.2. Syntaktische Ebene
2.2.2.1. Die unterschiedlichen Satzarten
2.2.2.1.1. Der Ausrufesatz
2.2.2.1.2. Der Fragesatz
2.2.2.1.3. Andere Erscheinungen auf der Satzebene
2.2.2.1.3.1. Die Ellipse
2.2.2.1.3.2. Das Satzäquivalent
2.2.2.1.3.3. Andere syntaktische Mittel – Parenthese, Ausklammerung, Inversion
2.2.3. Auf der Ebene der Morphologie
2.2.3.1. Die einzelnen Wortarten
2.2.3.1.1. Das Verb
2.2.3.1.2. Das Substantiv
2.2.3.1.3. Das Adjektiv
2.2.3.1.4. Das Pronomen (und der Artikel)
2.2.3.1.5. Das Adverb
2.2.3.1.6. Das Modalwort
2.2.3.1.7. Die Partikel
2.2.3.1.7.1. Die Abtönungspartikeln
2.2.3.1.7.2. Die Gesprächspartikeln
2.2.3.1.7.3. Die Steigerungspartikeln
2.2.3.1.7.4. Die Gradpartikeln
2.2.3.1.7.5. Die Interjektionen
2.2.3.1.8. Die Präposition und die Konjunktion
2.2.4. Auf der semantischen Ebene
2.2.5. Auf der Stilistischen Ebene
2.2.5.1. Tropen und Figuren
2.2.5.2. Wiederholungen, Verschleifungen
2.2.6. Andere Mittel – Sinchrolalie, Überlappungen, Sprechpausen
2.2.7. Ganze Äußerungen
2.3. Nichtverbale Mittel
2.3.1. Paralinguistische Mittel
2.3.2. Außerverbale Mittel
Kapitel 3: Zusammenfassung
Kapitel 4: Schlußfolgerungen
Kapitel 5: Literaturverzeichnis
6. Anhang
6.1. Liste der analysierten Gespräche
6.2. Liste der Gefühle
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen und außersprachlichen Mittel, die in spontanen Alltagsgesprächen zum Ausdruck von Gefühlen eingesetzt werden. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die linguistischen Indikatoren von Emotionen zu entwickeln und diese in einem gesprächsanalytischen Kontext zu systematisieren.
2.2.1. Auf der Wortbildungsebene:
Im Bereich der Wortbildung sind für die Zwecke unserer Forschung – die Ermittlung der linguistischen Gefühlsindifikatoren – von besonderem Interesse die Modelle der Suffigierung und Präfigierung, da eine Mehrzahl von Suffixen und Präfixen eine einschätzende Nuance enthält und auf diese Weise auf die emotionale Einstellung des Sprechenden hinweist. Solche sind z. B. ent-, los-, un-, miß-, ab-, -freudig, -fähig, etc.. In den analysierten Gesprächen sind wir auf die folgenden Beispiele gestoßen:
1A: Das Substantiv Entschuldigung wird durch Präfigierung gebildet, wo dem Wurzelmorphem Schuld das Präfix ent- angefügt wird. In diesem Fall bezeichnet ent- die Beseitigung oder Entfernung der im Grundwort genannten Dinge (die Schuld).
Die Sprechhandlung Entschuldigung hat hier eine gesprächseröffnende Funktion. Die Entschuldigung kann man auch in einem gewissen Sinne zu den Gefühlen zählen: Wir entschuldigen uns immer, wenn wir etwas Schlechtes getan und die Normen auf irgendeine Weise verletzt haben und es dann bereuen, oder auch wenn wir jemanden bei seiner Beschäftigung stören. Wenn man sich entschuldigt, empfindet man Schuld, die durch das Verbalisieren dieser Sprachhandlung abgenommen werden soll. Auch Bedrängnis, Reue, Verlegenheit und Furcht (besonders bei einem ausgeprägt asymmetrischen Verhältnis) kennzeichnen diesen Prozeß. Der Sich-Entschuldigende soll sich seiner Schuld bewußt werden und der Empfänger (der Entschuldigende) soll dazu bereit sein, die Entschuldigung anzunehmen und eventuell zu vergeben (und auf diese Weise die Schuld zu beseitigen).
Kapitel 1: Einführung in die Problematik: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen und definiert zentrale Begriffe wie Sprache, Emotion, Gefühl und das Gespräch im Kontext der Gesprächsanalyse.
Kapitel 2: Mittel zum Ausdruck von Gefühlen beim Gespräch: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der verbalen und nonverbalen Mittel, die zur Versprachlichung von Emotionen dienen, wobei verschiedene linguistische Ebenen von der Wortbildung bis zur Syntax betrachtet werden.
Kapitel 3: Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der linguistischen Analyse in tabellarischer Form zusammen, um eine systematische Übersicht über die untersuchten Gefühle und ihre Ausdrucksformen zu geben.
Kapitel 4: Schlußfolgerungen: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit diskutiert, die interdisziplinäre Bedeutung hervorgehoben und ein Ausblick für zukünftige Forschungsarbeiten gegeben.
Kapitel 5: Literaturverzeichnis: Ein vollständiges Verzeichnis aller verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.
6. Anhang: Enthält ergänzende Dokumentationen wie die Liste der analysierten Gespräche sowie eine detaillierte Liste der untersuchten Gefühle.
Gesprächsanalyse, Emotionen, Gefühl, Sprachwissenschaft, Pragmatik, Verbale Mittel, Nonverbale Mittel, Modalpartikeln, Sprechakte, Alltagskommunikation, Linguistische Indikatoren, Kommunikationstheorie, Morphologie, Syntax, Semantik.
Die Arbeit untersucht, mit welchen linguistischen und außersprachlichen Mitteln Menschen in spontanen Alltagsgesprächen ihre Gefühle und emotionalen Zustände zum Ausdruck bringen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Gesprächsanalyse, der Emotionspsychologie im linguistischen Kontext sowie der systematischen Erfassung von Sprachmitteln, die auf die Gefühlsverfassung der Sprechenden hindeuten.
Das Ziel ist die Identifizierung und Klassifikation von „Gefühlsindifikatoren“ auf verschiedenen sprachlichen Ebenen, um zu verstehen, wie Sprecher ihre innere Verfassung in der direkten Kommunikation realisieren.
Es wird eine gesprächsanalytische Methode genutzt, die Filmsequenzen mit versteckter Kamera als Korpus verwendet, um eine möglichst authentische und spontane Alltagsrede zu erforschen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2.1) und eine umfassende empirische Analyse. Dabei werden verbale Mittel (Wortbildung, Syntax, Morphologie, Semantik, Stilistik) und nichtverbale Ausdrucksmittel (Paralinguistik, Mimik, Gestik) detailliert untersucht.
Wichtige Begriffe sind Gesprächsanalyse, Emotion, Gefühl, Modalpartikeln, Sprechakte, nonverbale Kommunikation und Alltagskommunikation.
Synchrolallie bezeichnet das Überlappen von Gesprächsbeiträgen, bei dem ein Sprecher beginnt, bevor der andere seinen Beitrag beendet hat. Dies wird als Indiz für einen hohen emotionalen Erregungszustand oder Ungeduld interpretiert.
Sie dienen als "Gefühlsindifikatoren", die zwar keinen eigenen sachlichen Inhalt tragen, aber die emotionale Einstellung des Sprechers zum Gesagten präzise steuern und Hinweise auf dessen Erwartungshaltung oder Stimmung geben.
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