Diplomarbeit, 2002
216 Seiten, Note: 1,0
I. DIE STRUKTUR DES POSTBIPOLAREN INTERNATIONALEN SYSTEMS
1. Realistische Ansätze zur Struktur des Internationalen Systems
1.1 Bipolares System
1.2 Unipolares System
1.3 Multipolares System
1.4 Der Ansatz einer Uni-Multipolarität
2. The Clash of Civilizations – Samuel Huntingtons Theorie zur Struktur des Internationalen Systems nach dem Ende der Bipolarität
2.1 Die Grundthesen Huntingtons
2.1.1 Zukünftige Konfliktquellen
2.1.2 Die Gruppierung von Zivilisationen
2.1.3 Zivilisatorische Identität
2.1.4 Die Rolle der Kernstaaten
2.1.5 Der Clash of Civilizations
2.1.6 Das Verhältnis Westen – Islam in Huntingtons Ansatz
2.2 Kritische Anmerkungen zu Huntington
2.2.1 Unterscheidung Zivilisation – Kultur
2.2.2 Zivilisatorische Identität
2.2.3 Intra- und interzivilisatorische Konflikte
2.2.4 Grundlagen für staatliches Handeln
2.2.5 Unterscheidung Islam – Islamismus
3. Eine Neubewertung des realistischen Ansatzes unter Berücksichtigung der Thesen Huntingtons – Der Weg zu einem kulturellen Realismus
3.1 Die Rolle von quantitativen und qualitativen Kapabilitäten im Internationalen System
3.2 Die Unterscheidung zwischen nominellen und institutionalisierten Nationalstaaten
3.3 Die Bedeutung der Identität in der internationalen Politik
3.4 Die zukünftige Rolle der Nationalstaaten im Internationalen System
3.5 Die Entstehung und Bedeutung von nicht-staatlichen Akteuren im Internationalen System
3.6 Zusammenfassung: Die künftige duale Struktur des Internationalen Systems – der Ansatz eines kulturellen Realismus
II. DIE ENTWICKLUNG DES KRIEGES UND DIE ENTSTEHUNG NEUER KRIEGSFORMEN NACH DEM ENDE DER BIPOLARITÄT
1. Die klassische Form des zwischenstaatlichen trinitarischen Krieges
2. Neue Formen des Krieges – vom totalen Krieg zum 'Krieg der dritten Art'
2.1 Der totale Krieg
2.2 Der Krieg der dritten Art
3. Terrorismus als eine Ausdrucksform des irregulären Krieges
3.1 Terrorismus – Versuch der Definition eines inflationär verwendeten Begriffes
3.2 Terrorismus als Ausdrucksform des Krieges der dritten Art
3.3 Formen des Terrorismus
3.3.1 Der ethno-nationalistische/separatistische Terrorismus
3.3.2 Internationalisierter Terrorismus
3.3.3 Religiöser Terrorismus
3.3.4 International geführter religiöser Terrorismus als eine Ausdrucksform des Zivilisationskonfliktes
4. Die Genese des islamistischen Terrorismus – Islamischer Fundamentalismus als Urheber des islamistischen Terrorismus
4.1 Der islamische Fundamentalismus als Antwort auf die Moderne und als Defensivideologie gegenüber der westlichen Dominanz
4.2 Krieg im Islam – Die fundamentalistische Deutung des Djihad
5. Zusammenfassung
III. FALLSTUDIEN
1. Al-Qaida – Die Basis
1.1 Osama bin Laden – Beispiel für die Entwicklung eines Topterroristen des 21. Jahrhunderts
1.2 Struktur und Vorgehensweise der al-Qaida – Beispiel für einen nicht-staatlichen Akteur im militarisierten Zivilisationskonflikt
1.2.1 Taktik
1.2.2 Ideologie
1.3 Zusammenfassung
2. Sudan – Das Scheitern eines nation-building Prozesses
2.1 Der Sudan – Beispiel für die Entstehung eines nominellen Nationalstaates
2.1.1 Vom Kondominium bis zum Ende der Kolonialherrschaft (1898 – 1956)
2.1.2 Entwicklung und Folgen der Unabhängigkeit (1956 – 1989)
2.1.3 Die Machtergreifung der Islamisten und die Errichtung eines islamischen Staates (1989 - )
2.2 Ethnizität, Religion und Identität im Sudan
2.3 Der Sudan als Sponsor und Rückzugsgebiet irregulärer nicht-staatlicher Akteure
2.4 Zusammenfassung
3. Afghanistan – Zwischen ethnischer Segmentierung und islamischem Fundamentalismus
3.1 Der innere Zerfall Afghanistans nach dem Ende der sowjetischen Besatzung - Folgen einer fehlenden nationalen Identität
3.1.1 Der Versuch eines 'elite settlement' – das Peshawar-Abkommen von 1992
3.1.2 Der Siegeszug der Taliban
3.2 Ethnizität und Tribalismus in Afghanistan– Ein Beispiel für die Bedeutung basaler Identitätsebenen in einem nominellen Nationalstaat
3.3 Islam und islamischer Fundamentalismus in Afghanistan – zwischen integrativer islamischer umma und segmentärem Ethnozentrismus
3.4 Afghanistan als Sponsor und Rückzugsgebiet irregulärer nicht-staatlicher Akteure
3.4 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen des internationalen Systems nach dem Ende der Bipolarität, mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung und Bedeutung nicht-staatlicher Akteure. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit klassische realistische Theorien und Huntingtons Thesen zum "Zusammenprall der Zivilisationen" zur Erklärung dieser neuen Strukturen beitragen und wie sich Terrorismus als Ausdrucksform irregulärer Kriege in dieses Gefüge einordnet.
3.2 Die Unterscheidung zwischen nominellen und institutionalisierten Nationalstaaten
Von den Anfängen der Nationalstaaten bis hin zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die höchste Ebene der Identifikation und des Zusammenhalts die des Nationalstaates. Um nun die Unterscheidung zwischen nominellen und institutionalisierten Nationalstaaten, die für die zukünftige Entwicklung im Internationalen System wesentlich ist zu verdeutlichen, ist es notwendig, die Entstehung von Staaten nach 1945, insbesondere im Rahmen der Dekolonisierung, näher zu betrachten. Diese ehemaligen Kolonien übernahmen im Zuge der Dekolonisierung das westliche Konzept des Nationalstaates und sind heute oftmals Schauplätze blutiger Auseinandersetzungen, was sicherlich zu einem großen Teil aus der Art und Weise ihrer Entstehung abgeleitet werden kann.
Die ehemaligen Kolonien der europäischen Mächte, die heute als Nationalstaaten bestehen und in das Internationale Staatensystem eingebunden sind, waren zur Zeit ihrer Kolonisierung lediglich Quellen, an denen sich die Kolonialmächte bereicherten. Es war niemals geplant, diese Kolonien als staatliche Einheiten nach europäischem Vorbild in die Unabhängigkeit zu entlassen. HOLSTI stellte hierzu fest:
"The colonial state's main purposes had nothing to do with preparation for ultimate statehood, and everything to do with economic exploitation, building some infrastructure and communication, settling migrants, organizing plantation agriculture, introducing extraction of surplus through taxes, organizing some semblance of lower-level education and religious activity, and providing 'law and order' so that these tasks could go unhindered. […] To pursue their multiple purposes the Europeans had to create administrations, but these were not designed to prepare the natives for the ultimate transformation of the colonies into states."
I. DIE STRUKTUR DES POSTBIPOLAREN INTERNATIONALEN SYSTEMS: Dieses Kapitel analysiert die theoretischen Grundlagen der internationalen Ordnung nach dem Kalten Krieg und stellt den Realismus sowie Huntingtons Kulturtheorie einander gegenüber.
II. DIE ENTWICKLUNG DES KRIEGES UND DIE ENTSTEHUNG NEUER KRIEGSFORMEN NACH DEM ENDE DER BIPOLARITÄT: Hier wird der Wandel von trinitarischen Kriegen hin zum totalen Krieg und schließlich zum irregulären Krieg und Terrorismus als dominanter Form gewaltsamer Konflikte im 21. Jahrhundert nachgezeichnet.
III. FALLSTUDIEN: Anhand der Organisation al-Qaida sowie der Staaten Sudan und Afghanistan werden die theoretischen Erkenntnisse zu nicht-staatlichen Akteuren und gescheiterten Staatlichkeitsprozessen veranschaulicht.
IV. ANALYSE: DAS SICH IM UMBRUCH BEFINDENDE INTERNATIONALE SYSTEM UND DIE ROLLE UND POTENTIALE DES TERRORISMUS: Eine zusammenfassende Analyse, die ein Zwei-Ebenen-Modell des internationalen Systems entwirft und die künftige Rolle nicht-staatlicher Akteure bewertet.
V. SCHLUSSBETRACHTUNG: In diesem Kapitel werden die Arbeitshypothesen anhand der gewonnenen Erkenntnisse pointiert verifiziert.
Internationales System, Globalisierung, Realismus, Clash of Civilizations, Terrorismus, Irregulärer Krieg, Islamischer Fundamentalismus, Al-Qaida, Sudan, Afghanistan, Identität, Nationalstaat, Nation-Building, Ethnizität, Djihad.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der internationalen Sicherheitsarchitektur und globaler Konfliktstrukturen nach dem Zusammenbruch des bipolaren Weltsystems, wobei der Fokus auf dem Aufstieg des Terrorismus als neuer, irregulärer Kriegstypus liegt.
Zentrale Themen sind die Transformation des Kriegsbegriffs von klassischen zu irregulären Formen, die Entstehung nicht-staatlicher Akteure sowie die destabilisierende Wirkung schwacher oder "nomineller" Nationalstaaten.
Die Arbeit untersucht, inwieweit das internationale System nach der Bipolarität in eine Umbruchphase eingetreten ist, und versucht zu erklären, wie und warum Terrorismus zu einem prägenden Mittel der internationalen Auseinandersetzung im 21. Jahrhundert wurde.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende Ansätze des (Neo-)Realismus und Huntingtons Kulturtheorie kritisch bewertet und diese durch Fallstudien (Sudan, Afghanistan, al-Qaida) empirisch untermauert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Neubewertung des internationalen Systems, eine Untersuchung zur Evolution der Kriegsformen hin zum Terrorismus und einen empirischen Teil mit spezifischen Fallstudien, die die Verbindung zwischen staatlicher Schwäche und nicht-staatlichem Terrorismus aufzeigen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Zivilisationskonflikt", "irreguläre nicht-staatliche Akteure", "nominelle Nationalstaaten" und die Unterscheidung zwischen dem Islam als Zivilisation und dem Islamismus als politischer Ideologie geprägt.
Der Autor argumentiert, dass der Zerfall der staatlichen Souveränität – insbesondere in ehemaligen Kolonien – ein Vakuum schafft, das durch transnationale, irreguläre Akteure wie al-Qaida gefüllt wird, die als Rückzugsgebiete auf diese schwachen Staaten angewiesen sind.
Die Arbeit hebt al-Qaida als Prototyp einer neuen Generation hervor, die nicht mehr nur an spezifische regionale oder nationalistische Ziele gebunden ist, sondern als globale Organisation versucht, die internationale politische Ordnung durch eine auf Religion basierende Weltordnung zu ersetzen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

