Diplomarbeit, 2004
118 Seiten, Note: 1,7
1. Aufmerksamkeit und Medienkonkurrenz
1.1 Vom Informationsfluss zur Informationsflut?
1.2 Aufmerksamkeit als zentrale Ressource im publizistischen System
1.3 Die ökonomische Nutzbarmachung von Aufmerksamkeit
1.4 Medien im Spannungsfeld zwischen öffentlichem Auftrag und kommerziellen Interessen
1.5 Kommerzialisierung und Konvergenz als Prozesse
1.6 Medienkonkurrenz und ihr Einfluss auf publizistische Konzepte
2. Bestandsaufnahme und Gründe des Online-Engagements der Tageszeitungen
2.1 Juristische und mediendefinitorische Gründe
2.2 Vorgängermodelle und erste Angebote im Internet
2.3 Entwicklung flächendeckenden Engagements
2.4 Eine neue Dimension der Crossmedialität
2.5 Kategorisierungen des Online-Engagements
2.6 Verstärktes Engagement bei lokalen und regionalen Tageszeitungen
2.7 Weshalb Ausbau statt Rückzug?
3. Medienspezifische Charakteristika
3.1 Aktualität und Aktualisierbarkeit
3.2 Skalierbare Informationstiefe
3.3 Multimedialität
3.4 Korrigierbarkeit nach Veröffentlichung
3.5 Gestaltung der Startseite
3.6 Wie lässt sich Informationsfülle visualisieren?
3.7 Verfügbarkeit
3.8 Bebilderung
3.9 (Un)berührbarkeit
3.10 Individualisierbarkeit der Nachrichtenauswahl
3.11 Eignung als Werbeträger
3.12 Tabellarischer Vergleich der genannten Charakteristika
4. Zukunftsperspektiven der Printzeitungen und ihres Online-Engagements
4.1 Das Rieplsche Gesetz in der Diskussion
4.2 Printzeitungen und die Notwendigkeit einer neuen Rollendefinition
4.3 Entschleunigung als Chance für die Hintergrundberichterstattung
4.4 Wandlungspotentiale aus funktionaler Sicht
4.5 Perspektiven für die Online-Ausgaben der Zeitungen
4.6 Crossmedialität und Vertrauen
4.7 Online-Engagement bleibt Herausforderung
4.8 Haben kostenpflichtige Inhalte eine Chance?
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Gründe, Probleme und Zukunftsperspektiven der Online-Engagements deutscher Tageszeitungsverlage, wobei das primäre Ziel eine zukunftsorientierte Bestandsaufnahme in einem größeren Medienkontext ist.
3.1 Aktualität und Aktualisierbarkeit
Kernnutzen einer Internetzeitung sei „Aktualität, verbunden mit skalierbarer Informationstiefe“139, schreibt Robin Meyer-Lucht und benennt damit die zentrale Leistungskombination, die Informationsangebote im Internet von anderen Darreichungsformen unterscheidbar machen sollte. Wie bereits beschrieben, gehört zu den großen Vorteilen des Internet seine ständige Aktualisierbarkeit.140 Anders als eine Tageszeitung hat ein Online-Medium keine 24-stündigen Aktualisierungsintervalle, und im Unterschied zu den meisten Rundfunk- oder Fernsehsendern hat es auch keinen Sendeplan; es braucht es sich also nicht an bestimmte Aktualisierungsrhythmen zu halten, wie sie etwa durch stündliche Nachrichtensendungen gegeben sind.
1. Aufmerksamkeit und Medienkonkurrenz: Erläutert die beiden zentralen Tendenzen der Informationsflut und Kommerzialisierung sowie deren Auswirkung auf das publizistische System und den Wettbewerb um Aufmerksamkeit.
2. Bestandsaufnahme und Gründe des Online-Engagements der Tageszeitungen: Untersucht die Motivationen der Verlage für ihr Online-Engagement unter Berücksichtigung juristischer, ökonomischer und strategischer Faktoren.
3. Medienspezifische Charakteristika: Stellt die technologischen und inhaltlichen Stärken und Potenziale von Internetzeitungen im Vergleich zu gedruckten Medien gegenüber.
4. Zukunftsperspektiven der Printzeitungen und ihres Online-Engagements: Diskutiert künftige Rollendefinitionen für Printmedien und Möglichkeiten einer komplementären Nutzung von Print und Online zur Qualitätssicherung.
Tageszeitungen, Online-Engagement, Medienökonomie, Aufmerksamkeit, Informationsflut, Kommerzialisierung, Crossmedialität, Aktualität, Mediennutzung, Printmedien, digitale Medien, Medienvertrauen, Funktionswandel, Hintergrundberichterstattung, Medienmanagement.
Die Arbeit analysiert das Online-Engagement deutscher Tageszeitungsverlage, untersucht dessen Ursprünge und bewertet die Zukunftsaussichten vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Medienmarktes.
Zentral sind der ökonomische Druck im Mediensystem, der Kampf um die knappe Ressource Aufmerksamkeit, die spezifischen Unterschiede zwischen Online- und Printmedien sowie die Suche nach neuen Strategien für Verlage.
Das Ziel ist eine zukunftsorientierte Bestandsaufnahme, die aufzeigt, wie Printzeitungen ihren Informationsauftrag durch eine sinnvoll verknüpfte Online-Strategie stärken und ergänzen können.
Es handelt sich um eine medienökonomische und publizistische Bestandsaufnahme, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und empirische Daten (u.a. Studien von Judith Roth und Christoph Neuberger) zur Kategorisierung und Bewertung einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse des Online-Engagements, einen detaillierten Vergleich der medienspezifischen Merkmale von Print und Online sowie eine Diskussion zukunftsorientierter Konzepte wie etwa "Entschleunigung" und "hintergründige Berichterstattung".
Wichtige Begriffe sind unter anderem Tageszeitungen, Medienökonomie, Aufmerksamkeit, Crossmedialität, Online-Engagement und Medienvertrauen.
Das ePaper wird als eine technisch mögliche Transformation gesehen, wobei der Autor kritisch anmerkt, dass es oft nur ein "Minimalaufwand" ist, der dem Nutzer im Vergleich zur gedruckten Zeitung nicht immer einen echten inhaltlichen Mehrwert bietet.
Boulevardisierung wird als Gefahr für die publizistische Qualität und den gesellschaftlichen Bildungsauftrag gesehen, da sie journalistische Standards zugunsten einer ökonomisch getriebenen Emotionalisierung und Quote vernachlässigen kann.
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