Examensarbeit, 2002
113 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Arbeit untersucht die kultische Verehrung Bismarcks in der politischen Kultur des wilhelminischen Kaiserreichs zwischen 1890 und 1914. Sie widmet sich der Frage, wie Bismarck zum Gegenstand einer kultischen Verehrung wurde und welche Bedeutung diese Verehrung für die politische Kultur des Kaiserreichs hatte.
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Begriffe Bismarck- Mythos, Bismarck- Kult und "Bismärcker". Das zweite Kapitel definiert die Begriffe "politische Kultur" und "Verehrung" und beschreibt die Quellen und den Untersuchungszeitraum der Arbeit. Das dritte Kapitel untersucht die Anfänge und die Ausbreitung des Bismarck- Kultes zwischen 1890 und 1898. Es analysiert die Rolle der "nationalen Opposition" und die Gründung von "Bismarckfonde" sowie die Bedeutung von Huldigungsfahrten. Das vierte Kapitel widmet sich der Bewegung zum Bau von Bismarck- Türmen und -Säulen. Es beschreibt die verschiedenen Typen von Denkmälern und die Tendenz zur Monumentalisierung, analysiert den Aufruf der deutschen Studentenschaft zum Bau von Bismarck- Säulen sowie die Initiatoren und Träger von Bismarck- Turm und -Säulenprojekten. Das fünfte Kapitel untersucht die Verbindung zwischen dem Bismarck- Kult und der Kulturkampfagitation. Das sechste Kapitel befasst sich mit dem Bismarck- Kult des Ostmarkenvereins. Das siebte Kapitel analysiert die Verknüpfung des Bismarck- Kultes mit dem völkischen Nationalismus und der Rolle des Alldeutschen Verbandes und der österreichischen Deutschnationalen.
Bismarck- Mythos, Bismarck- Kult, politische Kultur, wilhelminisches Kaiserreich, nationale Opposition, Bismarckfonde, Huldigungsfahrten, Bismarck- Türme, Bismarck- Säulen, Monumentalisierung, Kulturkampf, Ostmarkenverein, Alldeutscher Verband, völkischer Nationalismus.
Es handelt sich um die kultische Verehrung des „Reichsgründers“ Otto von Bismarck, die besonders nach seiner Entlassung 1890 als politisches Instrument genutzt wurde.
Die Monumentalisierung durch Türme war Ausdruck einer nationalen Opposition gegen den „Neuen Kurs“ und diente der Identitätsstiftung des nationalen Lagers.
Vor allem Parteien, Vereine und Verbände des nationalen Lagers, die deutsche Studentenschaft sowie völkische Gruppen wie der Alldeutsche Verband trieben den Kult voran.
Der Kult wurde zur Agitation gegen „innere Reichsfeinde“, im Kulturkampf und zur Unterstützung einer aggressiven nationalen Politik (z. B. durch den Ostmarkenverein) eingesetzt.
Huldigungsfahrten nach Friedrichsruh waren öffentliche Inszenierungen der Verehrung, die Bismarck als lebendes Symbol der nationalen Einheit feierten.
Die Arbeit untersucht schwerpunktmäßig die Phase zwischen Bismarcks Entlassung 1890 und dem Vorabend des Ersten Weltkriegs 1914.
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