Diplomarbeit, 1999
185 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
I. EINLEITUNG
II. HISTORISCHER ABRISS
III. WERBEKOMMUNIKATION
1. Semiotik als Basis der (Werbe-)Kommunikation oder die "Rhetorik des Bildes"
1.1. Zeichen und Zeichenrelationen
1.2. Semiotische Rhetorik oder Zeichenverknüpfung
1.3. Kulturelle Klassifikation – Basiskodes
2. Grundzüge der Schematheorie oder die innere Repräsentation von Wissen
2.1. Visuelle Schemata
3. Aufbau und Technik der Werbung
3.1. Psychologische Grundlagen der Werbewirkung
3.2. Psychische Variablen
IV. BILDKOMMUNIKATION
1. Die Hemisphärenforschung
2. Das Bild und seine Wirklichkeit
3. Gestaltspsychologie
4. Ganzheitspsychologie
5. Imagery-Forschung
V. DIE ANALYSE
1. Vorbemerkungen
2. Forschungsfragen und Hypothesen
3. Begriffsdefinitionen
3.1. Textebene
3.2. Bildebene
4. Das Sample
4.1. Produktsparten
4.2. Produktsparten-Zuteilung
5. Syntaktik
5.1. Abbildung des Produktes
5.2. Häufigkeit der einzelnen Produktsparten
5.3. Abbildung des Firmenzeichens
5.4. Auftreten von Schemainkongruenzen
6. Semantik
6.1. Kategorienschema
6.2. Semantische Analyse
7. Resümee
7.1. Syntaktische Auffälligkeiten
7.2. Semantische Auffälligkeiten
7.3. Holistische Betrachtungen
VI. SCHLUSSBEMERKUNGEN
1. Essenzen der Experteninterviews
2. Werbung – eine Welt der Mythen
VII. BIBLIOGRAFIE
1. Sekundärliteratur
2. Diplomarbeiten & Dissertationen
3. Lexika
4. Zeitschriften & Magazine
VIII. INTERNET-GUIDE
1. Produkte & Firmen
2. Werbespezifisches (Agenturen etc.)
Die vorliegende Arbeit untersucht die semiotisch-kognitiven Strukturen von Printwerbung, die vollständig auf Slogan, Headline und Body Copy verzichtet (Imagery-Werbung). Das Hauptziel besteht darin, die inhaltlichen und formalen Kriterien dieser Werbestrategie herauszuarbeiten und zu analysieren, wie durch visuelle Darstellung allein Bedeutung vermittelt und Kaufverhalten beeinflusst werden kann.
Grundzüge der Schematheorie oder die innere Repräsentation von Wissen
Das im Gedächtnis gespeicherte Wissen ist dafür verantwortlich, wie kognitive Vorgänge vor sich gehen und die aus der Umwelt aufgenommenen Reize und Informationen perzipiert, verarbeitet und abgespeichert werden. Dieses gespeicherte Wissen manifestiert sich in gedanklichen Modellen. Folgende Typen gespeicherten Wissens können unterschieden werden:
deklatorisches Wissen: Dies ist das Wissen über Gegenstände und ihre Relationen zueinander. D. h. es handelt sich dabei um gespeicherte, elementar perzipierte Reize wie Bildelemente, grafische Muster und Begriffe mit Bedeutung.
prozedurales Wissen: Dieses Wissen bezieht sich auf gedankliche Vorgänge, die bei der Genese, Verknüpfung und Anwendung von Wissen ablaufen.
Das Wissen ist dadurch gekennzeichnet, dass es aus standardisierten Vorstellungen darüber besteht, wie ein Sachverhalt im Normalfall konzipiert ist. Solche Strukturen von Wissen werden im Allgemeinen Schemata genannt. Unter einem Schema versteht man organisierte Wissenskomplexe, welche Wissen über Zusammenhänge von Attributen eines Sachverhalts und deren Beziehungen zueinander enthalten.
Schemata spezifizieren all jene Attribute, die für einen Sachverhalt oder auch für eine Person typisch sind. In Schemata repräsentiertes Wissen kann in inneren Bildern ins Bewusstsein treten. Auf die Werbung umgelegt bedeutet dies, dass z. B. Corona Beer mit Zitrone konsumiert werden muss, damit es seinen Geschmack optimal entfalten kann.
EINLEITUNG: Definiert das Thema der semiotisch-kognitiven Analyse von Werbung ohne Text und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Gliederung der Arbeit.
HISTORISCHER ABRISS: Beleuchtet die Entwicklung der Werbebranche vom rein informativen Medium zum Imagemedium und beschreibt den gesellschaftlichen Wertewandel der letzten Jahrzehnte.
WERBEKOMMUNIKATION: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Semiotik, der Schematheorie sowie die psychologischen Faktoren der Wahrnehmung und Rezeption von Werbebotschaften.
BILDKOMMUNIKATION: Analysiert die spezifische Bedeutung und Wirksamkeit des Bildes, seine Vorteile gegenüber Text und die zugrundeliegenden kognitionspsychologischen Prozesse.
DIE ANALYSE: Präsentiert die empirische Untersuchung der 70 ausgewählten Werbeprints unter Anwendung der semiotischen Rhetorik, gegliedert in eine syntaktische und eine semantische Ebene.
SCHLUSSBEMERKUNGEN: Fasst die Kernergebnisse der Analyse zusammen, reflektiert die Experteninterviews und diskutiert künftige Trends in der visuellen Kommunikation.
Imagery-Werbung, Semiotik, Kognitive Psychologie, Schematheorie, Bildkommunikation, Tropen, Metonymie, Rätsel, Werbewirkung, Markenwerbung, Rezeptionsvorgang, Visuelle Schemata, Gedächtnis, Bildüberlegenheit, Wertevermittlung.
Die Arbeit analysiert die semiotischen und kognitiven Mechanismen von Printwerbung, die keine schriftlichen Elemente wie Slogans oder Headlines verwendet, sondern ausschließlich über Bilder kommuniziert.
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Werbekommunikation, insbesondere die Semiotik (Zeichentheorie), die Schematheorie sowie die kognitionspsychologische Forschung zur Bildverarbeitung im Gehirn.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie "Imagery-Prints" (schriftlose Werbung) ohne verbale Unterstützung eine Geschichte erzählen, Werte vermitteln und die Aufmerksamkeit der Konsumenten gezielt lenken können.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Fundierung (Semiotik/Psychologie) mit einer deskriptiven, semiotisch-rhetorischen Analyse von 70 internationalen Printsujets aus den Cannes-Werbefestivals.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Wahrnehmungspsychologie und Bildkommunikation sowie einen Analyseteil, in dem formale Kriterien (Syntaktik) und inhaltliche Bedeutungen (Semantik/Tropen) der Anzeigen untersucht werden.
Tropen fungieren als Bedeutungsträger für die Analyse, während Schemata als Wissensstrukturen im Gedächtnis des Konsumenten dienen, die durch das Bild gezielt aktiviert werden sollen.
Die Metonymie ist der am häufigsten eingesetzte Tropus, da sie sich hervorragend zur Visualisierung von Produktwirkungen und zur Transformation von Attributen eignet, wodurch das Produkt eine stärkere symbolische Aufladung erfährt.
Schemaabweichungen dienen als Eyecatcher. Sie erregen Aufmerksamkeit durch Überraschungseffekte, indem sie gewohnte Bildmuster durchbrechen, um den Rezipienten zu einer aktiveren Auseinandersetzung mit der Anzeige zu zwingen.
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