Examensarbeit, 2004
64 Seiten
1. Einleitung
2. Forschungsanliegen und Fragestellung
3. Forschungsstand
3.1 Das Allgemeine vor dem Besonderen
3.2 Theorie zum Ablauf von Gestaltungsprozessen
4. Vorgehensweise
4.1 Kommunikationsgeschehen im Fokus der Untersuchung
4.1.1 Aussagen, Werk und Wissenschaft
4.1.2 Authentizität von Kommunikationsinhalten
4.1.3 Einschränkung bestehender Quellen
4.2 Qualitative Forschung
4.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
4.2.2 Vorgehensweise qualitativer Inhaltsanalyse mit induktiver Kategorienbildung
4.2.3 Computergestützte Analyse qualitativer Daten
4.2.4 Transkription
5. Expertenmodell von Emil Schumacher
5.1 Expertenmodell und Prozess
5.1.1 Definition künstlerische Prozesse
5.1.2 Beschränkung von Expertenmodellen
5.2 Das Informel
5.2.1 Der Künstler im Kontext der Kunst nach 1945
5.2.2 Autonomes Werk
5.3 Emotionen im Prozess
5.4 Die Vorphase
5.4.1 Inspirationserlebnisse durch die Umwelt
5.4.2 Gestaltung der Wohn- und Ateliersituation
5.5 Die Einstiegsphase
5.5.1 Unruhe und Zweifel
5.5.2 Entwurf, Skizze und Modell
5.5.3 Mentale Konstruktion und der Dialog mit den Mitteln
5.5.4 Beginn auf der Materialebene
5.5.4.1 Aufforderungscharakter des Werkträgers
5.5.4.2 Aufforderungscharakter des Mediums der Farbe
5.5.4.3 Malwerkzeuge
5.6 Die Arbeitsphase
5.6.1 Ausdrucksmittel von Farbe und Linie
5.6.1.1 Farbe und Materie
5.6.1.2 Linie und Form
5.6.1.3 Zeit und Geste
5.6.2 Abkehr vom Bildzentrum
5.6.3 Herstellung eines Bildganzen
5.6.4 Künstlerischer Prozess als Problemlöse-Prozess
5.6.5 Stör-Strategien gegen alles Programmatische
5.6.5.1 Spontaneität
5.6.5.2 Provozierter Zufall
5.6.5.3 Einschmuggeln von Fundstücken
5.6.5.4 Destruktion
5.6.5.5 Aggression
5.6.5.6 Zustand der Übermüdung
5.7 Die Bewertungsphase
5.7.1 Beurteilungsphasen
5.7.2 Erreichen des Zielzustandes
5.7.3 Akt der Taufe
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein künstlerisches Expertenmodell anhand des Informellen Künstlers Emil Schumacher zu entwickeln, um Erkenntnisse über künstlerische Schaffensprozesse zu gewinnen und diese für einen prozessorientierten Kunstunterricht nutzbar zu machen.
5.6.4 Künstlerischer Prozess als Problemlöse-Prozess
„Ein Problem gibt es an sich nicht. Eine Sache wird daher erst in Abhängigkeit mit dem Problemlöser zum Problem. Die Person kann daher eine Situation zu einem Problem »machen«.“ An dieser Stelle gilt es den künstlerischen Prozess eines Emil Schumachers als Problemlöseprozess zu betrachten. Unter Problemlösen versteht man das Bestreben, einen gegebenen Zustand in einen anderen, gewünschten Zustand zu überführen, wobei es gilt, eine Barriere zu überwinden, die sich zwischen Ausgangs- und Zielzustand befindet.
Der Zielzustand bildet dabei stets das am Prozessende stehende Werk, den Ausgangszustand der unberührte Werkgrund. Damit handelt es sich bei künstlerischen Prozessen auch um »Nicht-Routine-Situationen«, denn sind die Mittel zur Erreichung eines Ziels bekannt, spricht man nicht von einem Problem, sondern von einer Aufgabe. Problemlösen ist damit schöpferisch, das Lösen von Aufgaben stattdessen nur reproduktiv. Strategien sind Pläne, welcher sich eine Person beim Lösen von Problemen bedient. Strategien sind damit Handlungen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Zwischen Ausgangs- und Zielzustand bestehen so genannte Barrieren, welche eine Transformation der Zustände verhindern. Im Problemlöseprozess von Schumacher handelt es sich um dialektische Barrieren, denn Ausgangszustand und Mittel sind bekannt, der Zielzustand selbst ist jedoch unklar. Die Lösung des Problems erfordert einen dialektischen Prozess, in dessen Verlauf alternative Vorstellungen über das Ziel entwickelt, revidiert, geprüft und verworfen werden müssen, bis der Künstler zu einem für sich zufrieden stellenden Zielzustand angelangt. Ist der Zielzustand noch unzureichend gelöst wiederholt sich der Problemlöseprozess.
1. Einleitung: Beleuchtet die Schwierigkeiten im Umgang mit ungegenständlicher Kunst im Unterricht und begründet die Notwendigkeit, Schülern authentische Prozesse zu ermöglichen.
2. Forschungsanliegen und Fragestellung: Formuliert die Grundthese, dass Künstler und Schüler ähnliche Prozessprobleme haben, und zielt auf die Entwicklung eines Expertenmodells ab.
3. Forschungsstand: Kritisiert, dass bisherige Forschung eher allgemeine Theorien verfolgt und die individuellen Schaffensprozesse einzelner Künstler vernachlässigt.
4. Vorgehensweise: Erläutert die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse als methodisches Instrument zur Auswertung von Künstleraussagen und die Nutzung von QDA-Software.
5. Expertenmodell von Emil Schumacher: Detaillierte Analyse des Schaffensprozesses von Schumacher, unterteilt in Phasen wie Vorphase, Einstieg und Arbeit, sowie die Rolle von Stör-Strategien.
Emil Schumacher, Informel, künstlerischer Prozess, Problemlösen, qualitative Inhaltsanalyse, Stör-Strategien, Schaffensakt, künstlerische Bildung, Werkanalyse, Autonomie, Materialität, Prozessorientierung, Expertenmodell, bildnerische Gestaltung, Reflexion.
Die Arbeit untersucht den künstlerischen Schaffensprozess am Beispiel des Malers Emil Schumacher, um ein Expertenmodell zu erstellen, das auf den Kunstunterricht übertragen werden kann.
Die Themen umfassen die Phasen des künstlerischen Prozesses, die Theorie des Informel, den Einsatz qualitativer Forschungsmethoden und die Anwendung von Problemlösestrategien im künstlerischen Schaffen.
Das Hauptziel ist es, Schülern durch die Orientierung an Expertenprozessen intensivere künstlerische Erfahrungen zu ermöglichen, die über bloße Produktorientierung hinausgehen.
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, unterstützt durch computergestützte Textanalyse (QDA), um Künstleraussagen systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert den Schaffensprozess von Schumacher in verschiedene Phasen – von der Vorphase über den Einstieg bis zur Bewertung – und analysiert spezifische Arbeitsstrategien wie die Nutzung von Zufall oder Störungen.
Wichtige Begriffe sind Emil Schumacher, Informel, künstlerischer Prozess, Problemlösen, Stör-Strategien und Prozessorientierung.
Destruktion dient Schumacher als Stör-Strategie, um den Prozess aus Sackgassen zu befreien und durch das Zerstören und Wiederaufbauen neue Handlungsperspektiven und Ausgangszustände zu generieren.
Der Akt der Taufe bezeichnet die bewusste Vergabe nicht-deskriptiver Titel, um das Werk vor einer Eindeutigkeit durch sprachliche Assoziationen zu schützen und seine Eigenständigkeit zu bewahren.
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