Examensarbeit, 2004
84 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Migration und Migrationsforschung
2.1. Migration
2.2. Migrationsforschung
2.3. Europa und Migration
2.4. Deutschland und Migration
3. Die Ursachen von Migration
3.1. „Freiwillige“ und „unfreiwillige“ Migration
3.2. Deprivation
3.3. Push- und Pull-Faktoren
3.3.1. Flucht
3.3.1.1. Historische Ursachen
3.3.2. Fluchtursache politische Verfolgung
3.3.3. Ethnizität und Religion
3.3.4. Fluchtursache Krieg bzw. Bürgerkrieg
3.3.5. Wirtschaftliche Probleme und Naturkatastrophen
4. Psychologische Ansätze in der Migrationsforschung - Migrationshintergründe
4.1. Die Rolle der Motivation
4.2. Die Entscheidung zur Migration
4.2.1. Soziale Faktoren
4.2.2. Kulturelle Aspekte
4.2.3. Reaktanztheorie
4.2.4. Heuristische Entscheidungen
5. Psychologische Folgen von Migrationserfahrungen bei Kindern und Jugendlichen
Eine Einführung - Die psychosoziale Situation der Einwanderer
5.1. Historischer Rückblick
5.2. Ingroup – Outgroup: Intergruppenkonflikte und Gewaltbereitschaft
5.3. Ethnizität und Migration
5.4. Kulturkonflikt – Akkulturation
5.4.1. Ein theoretisches Modell der Akkulturation
5.4.2. Psychosoziale Probleme in der Identitätsfindung mit zwei Kulturen
5.4.2.1. Kultur und Identität
5.4.2.2. Kultur und Kulturwechsel
5.4.2.3. Sprache und Identität
5.5. Das „Fremdsein“ und Fremdenfeindlichkeit
5.6. Heimweh als Migrationskrankheit?
5.7. Psychische und psychosomatische Störungen
5.7.1. Begriffsbestimmung
5.7.2. Merkmale der Normabweichung
5.7.3. Merkmale der Beeinträchtigung
5.8. Angst
5.9. Depressionen
5.10. Aggression
6. Schlussgedanken
7. Anhang
8. Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die psychologischen und psychosozialen Folgen von Migrationserfahrungen bei Kindern und Jugendlichen. Das Ziel ist es, die Migrationshintergründe sowie die damit verbundenen psychischen Belastungen unter Berücksichtigung kultureller und ethnischer Faktoren theoretisch fundiert darzustellen, um Lehrkräften ein besseres Verständnis für die Lebenssituation dieser Kinder zu vermitteln.
5.4.2.2. Kultur und Kulturwechsel
Die Migration und der damit verbundene Kulturwechsel haben Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Kindes, da sie sich in der entscheidenden Phase der Sekundär- oder sogar der Primärsozialisation ereignet. Dieser Kulturwechsel kann alle Migranten (besonders Kinder und Jugendliche) zu Identitätskrisen führen.
Stellt der Kulturwechsel für Erwachsene schon ein hohes Konfliktpotential dar, ist er für Kinder und Jugendliche noch gravierender, da sie sich noch in der Phase der Identitätsbildung befinden. Bei ihnen treten psychosomatische Probleme noch häufiger auf als bei erwachsenen Migranten.
Schwierigkeiten in der seelischen Bewältigung des Migrationsprozesses können nach KOHTE-MEYER zu Identitätsstörung, Identitätskrise und Leistungseinschränkung von Ich-Funktionen führen. Präformierte, bis dahin latente, unbewusste Konflikte können das traumatisch geschwächte Ich des Migranten so bedrohen, dass eine neurotische Symptomatik entstehen kann. Diese neurotischen Symptome sind offenbar Aktualneurosen. Der zentrale Konflikt der Migranten ist nach KOHTE-MEYER der Konflikt mit dem „sozialen Über-Ich“.
RIEDESSER (1982, in: Polat, 1998, S. 24) und KLITZING (1990, in: Polat, 1998, S. 24) äußern, dass psychische Störungen bei Migrantenkindern überwiegend in der Pubertätsphase auftauchen und dass ihre Verhaltensauffälligkeiten Ausdruck ihrer Identitätsprobleme seien. Besonders kritisch wird es dann, wenn die Zuwanderung in der Pubertät stattfindet. Im Rahmen der Identitätskrise treten Autoritätskrisen auf, die meist bei den Eltern auftreten, die patriarchalisch orientiert sind. Die Eltern vermissen die autoritäre Erziehung, die im Heimatland noch stattfand. Die Jugendlichen hingegen sind flexibler und beginnen sofort neue Felder zu erkunden und versuchen sich an das System anzupassen. Bei den Jugendlichen kommt es durch diesen schnellen Umwertungsprozess zu verstärkten Generationskonflikten.
1. Einleitung: Die Arbeit definiert das Forschungsziel, die psychologischen Folgen von Migration bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen und die Relevanz für den pädagogischen Alltag zu legitimieren.
2. Migration und Migrationsforschung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über Migration, die Entwicklung der Migrationsforschung und deren theoretische Ansätze.
3. Die Ursachen von Migration: Es werden verschiedene Motive und Ursachen für Migration, wie Push- und Pull-Faktoren, Fluchtursachen und Deprivation, analysiert.
4. Psychologische Ansätze in der Migrationsforschung - Migrationshintergründe: Hier werden psychologische Theorien zur Migrationsentscheidung vorgestellt, darunter Motivationsaspekte und die Reaktanztheorie.
5. Psychologische Folgen von Migrationserfahrungen bei Kindern und Jugendlichen: Das Hauptkapitel behandelt die psychosoziale Situation, Identitätsfragen, Akkulturation und spezifische psychische Störungen bei Migrantenkindern.
6. Schlussgedanken: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und betont den weiteren Forschungsbedarf sowie die Notwendigkeit, Einwanderer in der Gesellschaft zu verstehen und zu akzeptieren.
7. Anhang: Enthält statistische Daten zu ausländischen Schülern und Wanderungsbewegungen.
8. Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Migration, Migrationsforschung, Akkulturation, Identitätsbildung, Psychosoziale Folgen, Fluchtursachen, Push- und Pull-Faktoren, Trauma, Integrationsprobleme, psychische Störungen, Kinder und Jugendliche, Gastarbeiter, Fremdsein, Sozialisation, Identitätskrise.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Auswirkungen, die Migrationserfahrungen auf Kinder und Jugendliche haben, und untersucht die Hintergründe dieser Prozesse.
Im Zentrum stehen die Ursachen der Migration, der Prozess der Akkulturation, die Herausforderungen der Identitätsfindung zwischen zwei Kulturen sowie das Auftreten psychischer Störungen.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen aus Migrationsfamilien zu schaffen, um Lehrkräften bei der pädagogischen Arbeit eine hilfreiche Grundlage zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener psychologischer und soziologischer Konzepte sowie der Auswertung vorhandener Statistiken zur Migrationssituation.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die psychosoziale Situation der Einwanderer, Kulturkonflikte, Identitätsentwicklung und die Ursachen für spezifische psychische Störungen wie Angst, Depression und Aggression.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Migration, Akkulturation, Identitätsbildung, psychische Störungen, Integrationsprobleme und psychosoziale Entwicklung.
Der Kulturwechsel in der sensiblen Phase der Pubertät führt häufig zu Identitäts- und Autoritätskrisen, da sich Jugendliche schneller als ihre Eltern an das neue System anpassen, was verstärkt Generationskonflikte auslösen kann.
Sprache ist für das Kind nicht nur Kommunikation, sondern ein inneres Medium für Denken und Weltwahrnehmung; Sprachdefizite in der neuen Umgebung und das Gefühl, die Muttersprache nicht mehr nutzen zu dürfen, erschweren die Identitätsbildung erheblich.
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