Examensarbeit, 2003
101 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 DER LEBENSLAUF
2.1 Die Grundlagen der soziologischen Lebenslaufbetrachtung
2.1.1 Die lebenslauftheoretische Perspektive
2.1.2 Die wichtigsten Leitbegriffe in der Lebenslauftheorie
2.1.3 Das Lebenslaufkonzept und Geschlecht
2.2 Die Lebenslaufverflechtung und Institutionalisierung
2.2.1 Einflussfaktoren für die Lebenslaufgestaltung
2.2.2 Die Verflechtungsstruktur in der Familie
2.2.3 Der Lebenslauf als Institution
2.3 Der Wandel der Lebensverläufe und das Geschlechterverhältnis
2.4 Zusammenfassung
3 DIE LEBENSLAUFPOLITIK
3.1 Theorien des Wohlfahrtsstaats und das Geschlechterverhältnis
3.1.1 Der Wohlfahrtsstaat und seine Entwicklung
3.1.2 Die Typologie des Wohlfahrtsstaates und Geschlecht
3.1.3 Geschlechterdifferenzen im Zusammenhang kultureller und institutioneller Rahmenbedingungen
3.2 Lebenslaufpolitik und Geschlecht
3.2.1 Die problematische Beziehung zwischen Sozialpolitik und Geschlecht
3.2.2 Die Ebenen der Benachteiligung weiblicher Lebensläufe
3.2.3 Die Wirkung geschlechterdifferenter Sozialpolitik auf den weiblichen Lebenslauf
3.3 Zusammenfassung
4 DIE ALTERSSICHERUNG VON FRAUEN
4.1 Die gesetzliche Rentenversicherung Deutschlands – Ein historischer Überblick
4.2 Die Verknüpfungslogik zwischen Alterssicherungssystem und Lebenslauf
4.2.1 Erwerbstätigkeit im Zusammenhang mit der Alterssicherung
4.2.2 Ehe und Kinder im Zusammenhang mit der Alterssicherung
4.2.3 Das soziokulturelle Leitbild im Zusammenhang mit der Alterssicherung
4.2.4 Zusammenfassung
4.3 Die geschlechtsspezifische Ungleichheit in der Alterssicherung
4.3.1 Die Differenzen im Alterseinkommen im Kontext gespaltener Lebensverläufe
4.3.2 Die institutionalisierte Ungleichheit für Frauen im Rentensystem
4.3.3 Die Berücksichtigung weiblicher Lebensläufe in unterschiedlichen Alterssicherungsmodellen
4.4 Die Reform 2001 – Was hat sich für den weiblichen Lebenslauf geändert?
4.5 Die Spaltung und Verflechtung von Lebensläufen – ein Produkt deutscher Rentenpolitik
5 SCHLUSSFOLGERUNG
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des deutschen Rentensystems auf die Alterssicherung von Frauen aus einer lebenslauftheoretischen Perspektive. Ziel ist es zu zeigen, wie wohlfahrtsstaatliche Strukturen und die Verknüpfung von Erwerbsbiografien mit familiären Lebensformen geschlechtsspezifische Ungleichheiten produzieren und stabilisieren.
Die Grundlagen der soziologischen Lebenslaufbetrachtung
Die Grundlage für die empirische Forschung der Soziologie bildet im wesentlichen der individuelle Lebensverlauf. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach der biografischen Gestaltung des Lebenslaufs im Zusammenhang mit externen und internen Einflussfaktoren. Unter externer Verknüpfung sind Institutionen zu verstehen, die gewisse Handlungsmuster der Individuen erklären oder regulieren. Darunter sind der Staat an sich, insbesondere die Regierung, Gerichte oder kommunale Einrichtungen zu subsumieren. Auch sind rechtliche Verankerungen im System über Verfassung oder Gesetzte darunter zu fassen. Arbeitsmarktbedingungen und Reglements bestimmen ebenso gewisse gesellschaftliche Verhaltensmuster.
Über Institutionen werden daher auch kulturelle Wertvorstellungen in einer Gesellschaft für einen gewissen Zeitraum gesteuert. Die Menschen handeln bewusst oder unbewusst nach den vorgegeben Prinzipien dieser externen Faktoren, sie erfüllen zumeist deren Erwartungen und legitimieren so ihren Sinn und Zweck. Die Ordnungsfunktionen der Institutionen werden deswegen jedoch nicht immer direkt wahrgenommen, da sie über einen meist sehr langen Zeitraum Bestand haben, man wird sozusagen „damit groß“. Allein hieraus wird deutlich, dass individuelle Handlungsmuster nicht zwingend als vom Individuum gewollte Handlungen zu sehen sind.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Fragestellung zur Gleichberechtigung im deutschen Rentensystem und Definition der zentralen Begriffe.
2 DER LEBENSLAUF: Theoretische Herleitung der Lebenslaufforschung, Institutionalisierung und die Bedeutung sozialer Verflechtungen.
3 DIE LEBENSLAUFPOLITIK: Analyse des Wohlfahrtsstaats als Akteur, der durch politische Gestaltung Lebensverläufe strukturiert und beeinflusst.
4 DIE ALTERSSICHERUNG VON FRAUEN: Untersuchung der rentenrechtlichen Auswirkungen auf den weiblichen Lebenslauf und die Wirksamkeit von Reformen.
5 SCHLUSSFOLGERUNG: Fazit über die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Sozialpolitik zur Verbesserung der Alterssicherung von Frauen.
Alterssicherung, Lebenslaufpolitik, Geschlechterverhältnis, Rentenversicherung, Wohlfahrtsstaat, Frauenarmut, Erwerbsbiografie, Familienmodell, Rentensplitting, Sozialpolitik, Lebensverlauf, Erwerbsunterbrechung, Gender, Reform 2001
Die Arbeit analysiert kritisch das deutsche Rentensystem hinsichtlich seiner geschlechtsspezifischen Wirkung auf die Alterssicherung von Frauen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von individuellen Lebensläufen mit staatlichen Institutionen, der Rolle der Familie und der politischen Steuerung durch den Wohlfahrtsstaat.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Rentensystem traditionelle Rollenbilder fördert und dadurch strukturelle Benachteiligungen für Frauen im Alter erzeugt.
Es wird ein lebenslauftheoretischer Ansatz genutzt, um die Verflechtung von individuellen Lebensentscheidungen und institutionellen Rahmenbedingungen zu untersuchen.
Der Hauptteil befasst sich mit den Theorien des Wohlfahrtsstaates, den historischen Entwicklungen der Rentenversicherung und den spezifischen Auswirkungen von Reformen auf weibliche Lebensläufe.
Kernbegriffe sind Lebenslaufpolitik, Alterssicherung, Geschlechterverhältnis, Sozialpolitik und institutionelle Verflechtung.
Das Modell verdeutlicht den deutschen Fokus auf erwerbszentrierte soziale Sicherheit, was zu Lasten von Personen mit Erwerbsunterbrechungen, insbesondere Frauen, geht.
Die Reform wird als ambivalent eingestuft; sie bietet zwar neue Ansätze für Familienleistungen, greift aber zu kurz, um eine echte eigenständige Alterssicherung für alle Frauen zu garantieren.
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