Magisterarbeit, 2003
114 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
Teil I: Identitätskonzepte
1. Identitätskonzepte
1. 1 Annäherung an den Begriff „Identität“
1. 2 Ethnische Identität, Identitätssystem, Identitätsfaktoren
Teil II: Zur Geschichte der Mapuche in Chile
2. Zur Geschichte der Mapuche in Chile
2. 1 Die Mapuche als präkolumbisches Volk
2. 2 Die spanische Konquista und der Widerstandskampf der Mapuche
2. 2. 1 Die Folgen des Kriegszustandes für die Mapuche – Verlust wichtiger Identitätsfaktoren?
2. 3 Die Frontera
2. 4 Die Unabhängigkeitserklärung Chiles
2. 5 Die Regierung unter Salvador Allende
2. 6 Die Diktatur unter Augusto Pinochet
2. 7 Mapuche nach 1989
2. 7. 1 Einwohnerzahl und Lebensraum
Teil III: Das Identitätssystem der Mapuche
3. Das Identitätssystem der Mapuche
3. 1 Subsysteme und Identitätsfaktoren im Identitätssystem der Mapuche
3. 2 Die Subsysteme mit ihren, für die Mapuche spezifischen, Identitätsfaktoren
3. 2. 1 Geschichte und Abstammung
3. 2. 1. 1 Identität durch gemeinsame Geschichte und durch Abstammung vom Urvolk Chiles
3. 2. 1. 2 Äußerliche Merkmale
3. 2. 1. 3 Die Haltung der Mapuche zur Mestizisierung
3. 2. 2 Territorium und Wirtschaftssystem
3. 2. 2. 1 Landreduktion, Armut, Landflucht
3. 2. 2. 2 Die Verbindung zwischen Mapuche, Land und Vorfahren
3. 2. 2. 3 Stammland als Gemeinschaftsgut
3. 2. 3 Sprache
3. 2. 4 Religion
3. 2. 4. 1 Die Mapuche-Religion
3. 2. 4. 2 Einflüsse auf die Mapuche-Religion
3. 2. 4. 3 Die Mapuche-Religion – eine aussterbende Religion?
3. 2. 4. 4 Neuere Einflüsse auf die Mapuche-Religion
3. 2. 5 Medizinisches System
3. 2. 6 Autoidentifikation und Gemeinschaftsgefühl
3. 2. 7 Soziales System: Soziale Beziehungen, Familienstrukturen und Geschlechterrollen
3. 2. 8 Sozialisation und Ausbildung
3. 2. 8. 1 Traditionelle Ausbildung
3. 2. 8. 2 Das staatliche Schulsystem: Provokateur einer gespaltenen Identität?
3. 2. 8. 3 Tendenzen in der Bildung der Mapuche-Indianer
3. 2. 9 Politisches System: politische Partizipation und Interessen
3. 2. 10 Kulturelles System
3. 3 Zusammenfassung Teil III
Teil IV: Urbane und rurale Mapuche
4. Urbane und rurale Mapuche
4. 1 Ursachen für die Veränderungen in der Mapuche-Gesellschaft
4. 2 Unterschiede hinsichtlich der Identität zwischen ruralen und urbanen Mapuche
4. 2. 1 Rurale Mapuche
4. 2. 2 Urbane Mapuche
4. 2. 2. 1 Besonders betroffene Subsysteme im Identitätssystem der urbanen Mapuche
4. 2. 3 Urbane Mapuche: Entfremdung oder Reaktivierung des Identitätssystems
4. 2. 3. 1 integratives Modell
4. 2. 3. 2 Adaption und Rekonstruktion der Mapuche-Identität
4. 2. 3. 3 „entre dos tierras“ - Modell
4. 2. 4 Urbane Mapuche vs. rurale Mapuche: 2 verschiedene Identitätssysteme?
4. 3 Zusammenfassung Teil IV
II. Zusammenfassung
III. Bibliographie
Die Arbeit untersucht die ethnische Identität der Mapuche in Chile und analysiert, wie diese durch historische Einflüsse sowie den modernen sozioökonomischen Druck, insbesondere bei der Migration von ruralen in urbane Gebiete, transformiert wird. Ziel ist es, das Identitätssystem der Mapuche in seinen verschiedenen Subsystemen zu erfassen und die Mechanismen der Bewahrung oder Anpassung zu verstehen.
3. 2. 2. 2 Die Verbindung zwischen Mapuche, Land und Vorfahren
Bereits der Name Mapuche (mapu = Mensch, che = Erde, Menschen der Erde) macht die enge Verbindung zwischen den Mapuche und der Erde deutlich. Das Mapuche-Volk hegt eine besondere Beziehung zu seinem angestammten Lebensraum. „Nuestro amor a la tierra viene del hecho de que descendemos de ella. Si perdemos la tierra, perdemos nuestra lengua, y también desaparecemos lentamente.“75
Der Boden, auf dem die Mapuche leben und arbeiten, wird von Generation zu Generation weitervererbt. Die Häuser, die sich darauf befinden, werden rukas genannt. Sie bestehen aus unbearbeitetem Naturmaterial und umfassen nur einen einzigen Raum, auf dessen erdigem Fußboden der fogón (eine Art Ofen) den zentralen Punkt bildet, an dem die Familie am Abend zusammenkommt um Erfahrungen auszutauschen. Wenn die Mapuche ihre Hütten verlassen, weil sie gezwungen sind, in die Stadt zu ziehen, zerstören sie diese nicht, sondern lassen sie zurück bis sie schließlich von Wind und Wasser davongetragen werden, um als Humus wieder ein Teil der Erde zu werden.
Die Beziehung zu Mutter Erde, die sie ernährt und Leben schafft, ist Teil des Weltbildes der Mapuche und somit ein Teil deren Identität. Sie sehen Erde als Bestandteil der globalen Landschaft, als Teil der Natur, die Quelle des Lebens ist und neues Leben hervorbringt. Die Erde ist heilig, nicht zuletzt deshalb, weil sie die Nachlassenschaft ihrer Urahnen darstellt, deren Knochen unter ihr begraben liegen, damit sie zu den übernatürlichen Wesen aufsteigen können. Deshalb enthält das nguillatún, das Bittgebet der Mapuche (Vgl. Kapitel 3. 2. 4. 3), stets auch ein Dankesritual an die Erde.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, die ethnische Identität der Mapuche zu untersuchen, und skizziert die wissenschaftliche Relevanz sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.
1. Identitätskonzepte: Dieses Kapitel erarbeitet theoretische Grundlagen zu Identität und ethnischer Identität, wobei der Fokus auf dem Verständnis als dynamisches System liegt.
2. Zur Geschichte der Mapuche in Chile: Der historische Abriss dokumentiert das Eindringen westlicher Einflüsse und deren Auswirkungen auf die Mapuche-Gesellschaft seit der Konquista.
3. Das Identitätssystem der Mapuche: Dieses umfangreiche Kapitel identifiziert zehn zentrale Subsysteme, die das Identitätssystem der Mapuche bilden, und bewertet deren aktuelle Relevanz.
4. Urbane und rurale Mapuche: Der letzte Teil analysiert die Auswirkungen von Migration und Modernisierung auf die Identität, wobei verschiedene Integrationsmodelle urbaner Mapuche vorgestellt werden.
Mapuche, Ethnische Identität, Chile, Identitätssystem, Subsysteme, Araucanía, Migration, Modernisierung, Indigene Bevölkerung, Mapudungun, Sozialisation, Assimilation, Landrecht, Gemeinschaftsgut, Widerstand.
Die Arbeit befasst sich mit der ethnischen Identität der Mapuche-Indianer in Chile und wie diese unter dem Einfluss historischer Prozesse und der modernen chilenischen Gesellschaft Bestand hat oder sich wandelt.
Die Arbeit deckt Themen wie die Geschichte der Mapuche, verschiedene Identitätskonzepte, zentrale Subsysteme (Sprache, Religion, Territorium, Familie) sowie den Vergleich zwischen ruralen und urbanen Lebensformen ab.
Das Ziel ist es, das Identitätssystem der Mapuche wissenschaftlich zu modellieren und zu analysieren, wie äußere Einflüsse, insbesondere durch den chilenischen Staat und Urbanisierung, dieses System beeinflussen und transformieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine sozialwissenschaftliche Analyse, die Literaturrecherche, historische Abrisse und die Auswertung von soziologischen Studien sowie Umfragen umfasst, um die Identitätssysteme zu systematisieren.
Im Hauptteil werden zehn spezifische Subsysteme (u.a. Sprache, Religion, Medizinisches System, Politik) detailliert auf ihre Rolle für die Identität der Mapuche hin untersucht und ihre Gefährdung durch externe Faktoren bewertet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identitätssystem, Mapuche, Modernisierung, indigene Kultur, Landreduktion und Integration geprägt.
Die Mapuche-Religion basiert auf Ahnenkult und der Verehrung von Naturgeistern, ist jedoch durch christliche Missionierung und den Vormarsch pentekostaler Glaubensrichtungen zunehmend unter Druck und im Wandel begriffen.
Der Umzug in die Stadt führt häufig zu einer Krise und einem Integrationsdruck, zwingt die Mapuche aber auch zur Rekonstruktion ihrer Identität, sei es durch komplette Assimilation oder durch die bewusste Adaption und Pflege ihrer Traditionen im urbanen Raum.
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