Examensarbeit, 2003
103 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Ziele der Arbeit
3. „Kreuz ohne Liebe“: Der erste Roman Heinrich Bölls
3.1. Veröffentlichungen der Zeit
3.2. Rezensionen und die Frage nach der Aktualität Bölls
3.3. Biographisches und Parallelen im Roman
4. Die missbrauchte Sprache
4.1. Nazivokabular in „Kreuz ohne Liebe“
4.1.1. Fanatisch, Fanatiker, Fanatismus
4.1.2. Hart
4.1.3. Marschieren
4.1.4. Blut
4.1.5. Hass
4.2. Die Macht des Wortes
5. Die bildhafte Sprache Bölls
5.1. Motive für den „Bilderreichtum“
5.1.1. Das Unbeschreibliche beschreiben
5.1.2. Bildreiche Sprache als Mittel der Sprachschöpfung
5.1.3. Metaphern und Vergleiche als „Übungsfeld“
5.2. Die Naturmetaphorik
5.3. Der Krieg in Bildern
6. Relikte der Sprachlosigkeit
6.1. Das sprachliche Mittel der Wiederholung
6.2. Die drei Punkte
6.3. Tränen der Sprachlosigkeit
6.4. Der Schmerz
6.5. Das Schweigen
6.6. Die Sprachlosigkeit zwischen den Figuren
7. Bölls Figuren
7.1. Die Suche nach einem „Helden“ oder: Sind Christoph und Hans ein ungleiches Bruderpaar?
7.2. Johanna Bachem
7.3. Hermann Bachem
7.4. Das unvollendete Glück
7.5. Heldentränen
7.6. Gut und Böse bei Böll
7.7. Bölls Figuren: Degradiert zu Statisten
8. Die Religiosität im Roman
8.1. Die Kreuzsymbolik
8.1.1. Das „Opferkreuz“
8.1.2. Das „Tat“ - und „Täterkreuz“
8.1.3. Die Ambivalenz der Kreuze
8.1.4. Das Kreuz ohne Liebe
8.2. Die Bestien in Göttergestalt
8.3. Kraft durch Gott
8.4. Die Parabel vom Kruzifix
9. Der Krieg als wiederkehrendes Prinzip
10. Das Verschwinden der Zeit
11. Bölls Bekenntnis zum Schluss: Der Epilog
12. Resümee
13. 90 Tage mit „Kreuz ohne Liebe“
Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich Bölls Erstlingsroman „Kreuz ohne Liebe“ mit dem primären Ziel zu analysieren, wie der Autor kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs versucht, seine Sprachlosigkeit zu überwinden und eine neue literarische Ausdrucksweise zu finden.
Die missbrauchte Sprache
1945 steht Heinrich Böll nicht nur den Trümmern seiner Heimatstadt gegenüber, sondern als Schriftsteller auch den Ruinen der deutschen Sprache. 12 Jahre Nationalsozialismus haben deutliche Spuren von Misshandlungen des Deutschen hinterlassen. Besonders im Bereich des Wortschatzes, der im Folgenden im Mittelpunkt stehen soll, sind die Veränderungen sehr auffällig. Schmitz-Berning unterscheidet dabei drei Worttypen: a) Wörter, die von den Nationalsozialisten neugeprägt wurden; b) Wörter, die umgedeutet wurden oder eine zusätzlich spezifische Bedeutung erhielten: c) Wörter, die sehr häufig verwendet wurden und durch die hohe Gebrauchsfrequenz ihren hohen Stellenwert im NS-Sprachgebrauch signalisieren.
Zu den unter a) zu zählenden Neuprägungen gehört z.B. das Wort Abstammungsnachweis, das mit Ende der Nazizeit wieder verschwand. Wörter, die diesem Worttyp angerechnet werden, sind in „Kreuz ohne Liebe“ nicht zu finden. Der Autor vermeidet es auffallend, Begriffe zu verwenden, die eindeutig auf eine Schöpfung durch die Nazis zurückgehen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierigen Anfangsbedingungen von Heinrich Bölls schriftstellerischer Arbeit nach 1945 und den Versuch, das Erlebte durch Schreiben zu bewältigen.
2. Ziele der Arbeit: Es wird die Zielsetzung dargelegt, den Roman auf seine sprachliche Bewältigung der Zeitumstände und die Bedeutung der zentralen Kreuzsymbolik zu untersuchen.
3. „Kreuz ohne Liebe“: Der erste Roman Heinrich Bölls: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte des Manuskripts sowie die zeitgenössische Rezeption.
4. Die missbrauchte Sprache: Der Fokus liegt auf Bölls Umgang mit nationalsozialistischem Vokabular und der gezielten Abwertung dieser Begriffe im literarischen Kontext.
5. Die bildhafte Sprache Bölls: Analysiert werden die Motive für den Bilderreichtum, insbesondere Metaphern und Naturmetaphorik, als Mittel zur Annäherung an das Unbeschreibliche.
6. Relikte der Sprachlosigkeit: Dieses Kapitel zeigt auf, dass Bölls Sprache trotz des Bemühens um Erneuerung noch Merkmale der ursprünglichen Sprachlosigkeit aufweist, etwa durch Wiederholungen.
7. Bölls Figuren: Die Figuren werden als Akteure in einem durch den Krieg bestimmten Schicksalsgeflecht charakterisiert, wobei ihre Handlungsspielräume und moralische Schuld diskutiert werden.
8. Die Religiosität im Roman: Untersucht wird die zentrale Kreuzsymbolik und der religiöse Deutungsrahmen, den Böll den Geschehnissen des Krieges im Roman verleiht.
9. Der Krieg als wiederkehrendes Prinzip: Böll wird als Autor dargestellt, der den Krieg als unausweichliche, wiederkehrende Konstante begreift, der die Figuren machtlos gegenüberstehen.
10. Das Verschwinden der Zeit: Es wird die zeitliche Struktur der Handlung analysiert, die für den Leser durch sparsame Zeitangaben Bölls schwer zu greifen ist.
11. Bölls Bekenntnis zum Schluss: Der Epilog: Dieser Teil fasst den Epilog als religiös-existenzielle Kurzfassung der Romanbotschaft und als Bölls persönliches Bekenntnis zusammen.
12. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung bewertet den Roman als einen Prozess der Sprachfindung eines jungen Autors und als Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
13. 90 Tage mit „Kreuz ohne Liebe“: Der Autor der Hausarbeit reflektiert seinen persönlichen Zugang zum Erstlingswerk Bölls.
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Die Arbeit analysiert Heinrich Bölls Erstlingsroman „Kreuz ohne Liebe“ unter dem Aspekt, wie der Autor den Prozess der Sprachfindung nach 1945 gestaltet.
Zentral sind der kritische Umgang mit nationalsozialistischem Sprachgebrauch, die Funktion von Bildern und Metaphern sowie die religiöse Symbolik im Kontext des Krieges.
Das Ziel ist aufzuzeigen, ob und wie Heinrich Böll seine eigene und die Sprachlosigkeit seiner Generation kurz nach Kriegsende durch das Schreiben überwindet.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die inhaltliche und stilistische Aspekte des Romans mit biographischen Dokumenten und Sekundärliteratur verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der missbrauchten Sprache, der bildhaften Sprache Bölls, der Relikte der Sprachlosigkeit, der Figurenkonstellationen und der Kreuzsymbolik.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sprachfindung, Sprachlosigkeit, Nationalsozialismus, Kreuzsymbolik und die Rolle des Autors als Beobachter.
Das Kreuz fungiert als zentrales, jedoch ambivalentes Symbol, das den Gegensatz zwischen dem christlichen Opfergedanken und der nationalsozialistischen Tatideologie verdeutlicht.
Weil der Roman 2002 erstmals veröffentlicht wurde und Bölls Suche nach einem eigenen Stil sowie die unmittelbare Verarbeitung der Kriegserfahrungen ohne den Filter späterer Entwicklung zeigt.
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