Diplomarbeit, 2003
102 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Legitimationskrise der Demokratie und öffentliche Verschuldung
1.1 Legitimationskrise der Demokratie
1.1.1 Legitimationskrise durch Steuerungsverlust
1.1.2 Legitimationskrise durch Erosion des demokratischen Inputs
1.1.3 Legitimationskrise durch gesellschaftliche Modernisierung
1.1.4 Mit partizipatorischer Demokratie aus der Legitimationskrise
1.2 Problematik der öffentlichen Verschuldung
1.2.1 Haushaltslage in Deutschland
1.2.1.1 Ausmaß der Verschuldung
1.2.1.2 Wirkung von Staatsverschuldung
1.2.1.3 Die Schuldenfalle
1.2.1.4 Wege zur Schuldenbegrenzung
1.2.1.5 Gründe für Verschuldung
1.2.2 Neue Lösungsansätze
1.2.2.1 Aktive Versuche der Haushaltskonsolidierung
1.2.2.2 Reformen auf kommunaler Ebene
1.2.2.3 Neue Steuerungsmodelle und New Public Management
1.2.2.4 Von Binnenmodernisierung zur Staatsreform
2. Der Bürgerhaushalt von Porto Alegre und seine Übertragbarkeit
2.1. Die Wurzeln des Bürgerhaushaltes
2.2. Funktionsweise des Bürgerhaushaltes in Porto Alegre
2.3 Erfolge und Verbreitung
2.4 Rahmenbedingungen zur Übertragung
2.4.1 Rahmenbedingungen am Beispiel Porto Alegre
2.4.2 Rahmenbedingungen in Berlin
2.5 Funktionsbedingungen
3. Der Bürgerhaushalt Berlin
3.1. Haushaltslage
3.1.1 Ursachen der Berliner Finanzkrise
3.2.1 Lösungsansätze der Parteien
3.2. Lösungsansatz Bürgerhaushalt
3.2.1 Das Modell der AG Bürgerhaushalt
3.2.2 Haushaltsaufstellung der Bezirke als Ausgangspunkt
3.2.3 Modellgestaltung
3.2.3.1 Die Verfahrensschritte im Einzelnen
3.2.3.2 Unterschied zu Porto Alegre
3.2.4. Perspektiven zur Umsetzung
3.3 Der Bürgerhaushalt als Ausweg aus der Schuldenfalle?
Zusammenfassung und Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Bürgerhaushalt, ausgehend vom erfolgreichen Modell in Porto Alegre, als politisches und finanzielles Steuerungsinstrument zur Bewältigung der Finanzkrise in Berlin dienen kann. Ziel ist es zu analysieren, ob durch partizipative Haushaltsaufstellung nicht nur die Haushaltslage verbessert, sondern auch die Legitimationskrise der Demokratie durch eine Stärkung der Bürgerrolle und eine Erhöhung der politischen Transparenz positiv beeinflusst werden kann.
Die Schuldenfalle
Baßeler weißt darauf hin, dass die Höhe der Staatsverschuldung bei ökonomischer Betrachtung immer mit dem Sozialprodukt in Beziehung gesetzt werden muss: „Steigt die Schuld in gleichem Maße wie das Sozialprodukt, bleibt die Belastung für die Volkswirtschaft als Ganzes gleich. Das mit steigendem Sozialprodukt ebenfalls – teilweise sogar überproportional – wachsende Steueraufkommen befähigt den Staat, die Zins- und Tilgungsleistungen (Schuldendienst) für die steigende Staatsschuld zu erbringen.“ Für Baßeler, Heinrich und Koch wird die Situation also nur problematisch, wenn die Staatsschuld signifikant schneller wüchse als das Sozialprodukt und die Steuereinnahmen. Dies ist in Zeiten konjunktureller Krisen immer noch für kurze Zeiträume für antizyklische Politik gerechtfertigt, da die steigenden Steuereinnahmen nach der Krise zur Schuldentilgung eingesetzt werden können. Aber auch Baßeler sieht die Entwicklungen mit Sorge: Sobald die Zins- und Tilgungszahlungen die Budgetgestaltungen merklich beeinflussen, sei die Grenze für weitere staatliche Kreditnahmen erreicht.
Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Legitimations- und Finanzkrise ein und stellt den Bürgerhaushalt als möglichen Lösungsansatz vor, wobei die Notwendigkeit aufgezeigt wird, von erfolgreichen internationalen Modellen zu lernen.
1. Legitimationskrise der Demokratie und öffentliche Verschuldung: Dieses Kapitel analysiert theoretisch die Entfremdung zwischen Bürgern und politischen Institutionen sowie die strukturellen Ursachen der Staatsverschuldung im modernen politischen System.
2. Der Bürgerhaushalt von Porto Alegre und seine Übertragbarkeit: Hier wird das brasilianische Modell detailliert vorgestellt, seine Funktionsweise erläutert und die Voraussetzungen sowie Möglichkeiten einer Übertragung auf den Berliner Kontext kritisch hinterfragt.
3. Der Bürgerhaushalt Berlin: Dieses Kapitel entwickelt ein konkretes Modell für Berlin, welches auf den Ergebnissen der AG Bürgerhaushalt aufbaut, und prüft dessen praktische Umsetzbarkeit sowie die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Berliner Haushaltslage.
Zusammenfassung und Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Bürgerhaushalt keine Wunderlösung ist, aber ein wesentliches Instrument für eine nachhaltige, transparente und bürgernahe Politikgestaltung darstellt.
Bürgerhaushalt, Porto Alegre, Berlin, Finanzkrise, Legitimationskrise, Partizipation, Haushaltskonsolidierung, Demokratie, Staatsverschuldung, New Public Management, Mitbestimmung, Transparenz, Verwaltungsreform, Zivilgesellschaft, Schuldenfalle.
Die Diplomarbeit untersucht das Potenzial von Bürgerhaushalten als Instrument, um sowohl die chronische Finanzkrise als auch die Legitimationskrise der Demokratie am Beispiel von Berlin zu adressieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Staatsverschuldung, der theoretischen Demokratiereflexion, der detaillierten Untersuchung des Modells aus Porto Alegre und der Entwicklung eines angepassten Konzepts für Berliner Bezirke.
Das Ziel ist festzustellen, ob ein Bürgerhaushalt in Berlin die Haushaltslage verbessern kann und welche Barrieren bei der Einführung eines solchen partizipativen Modells bestehen.
Die Arbeit nutzt eine finanz- und demokratietheoretische Lageanalyse sowie den Vergleich von Fallbeispielen, um Handlungsoptionen für das politische System Berlins zu evaluieren.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Krise diskutiert, anschließend das Modell aus Porto Alegre als Vorbild analysiert und schließlich die spezifische Situation in Berlin sowie ein konkreter Modellentwurf für dessen Umsetzung vorgestellt.
Zentrale Begriffe sind Bürgerhaushalt, Partizipation, Haushaltskonsolidierung, Demokratie und Staatsverschuldung, die den interdisziplinären Ansatz zwischen Politikwissenschaft und Finanztheorie unterstreichen.
Der Autor argumentiert, dass die strukturelle Schuldenfalle Berlins so tief ist, dass rein fiskalische Einsparungen ohne eine tiefgreifende Änderung der demokratischen Teilhabe und Transparenz die Legitimationskrise nicht lösen können.
Die Stärkung des Bürgers vom passiven Konsumenten zum aktiven Mitgestalter soll die Kluft zwischen Entscheidungsgewalt und Verantwortung schließen und dadurch Anreize für eine nachhaltigere Haushaltsführung schaffen.
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