Diplomarbeit, 2012
126 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Grundlegendes zum Diversity Management
2.1 Definition Diversity Management
2.2 Diversity Management Ziele
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen für das Diversity Management
3. Ansätze zur strategischen Umsetzung von Diversity Management
3.1 Diversity Management als strategischer Managementansatz
3.2 Wesentliche Ansätze des Diversity Managements
3.2.1 Resistenzansatz
3.2.2 Fairness- und Antidiskriminierungsansatz
3.2.3 Marktzutritts- und Legitimitätsansatz
3.2.4 Lern- und Effektivitätsansatz
3.2.5 Strategische Verantwortungs- und Sensibilitätsansatz
3.2.6 Strategische Verankerung von Diversitätsmanagement
3.2.7 Interkulturelle Öffnung als integrierte Handlungsstrategie
4. Kommunale Verwaltung der Stadt Ingolstadt
4.1 Vielfältigkeit der Belegschaftsstruktur
4.1.1 Ältere Erwerbstätige
4.1.2 Frauen und Männer
4.1.3 Menschen mit Migrationshintergrund
4.1.4 Menschen mit Behinderung
4.1.5 Sexuelle Orientierung
4.2 Vielfältigkeit der Bürger- Innen und Aufgabenerfüllung
4.3 Verhältnis von Gender Mainstreaming zu Diversity Management
4.4 Handlungsempfehlungen
4.4.1 Ganzheitliches Diversity Management in der Stadtverwaltung
4.4.2 Personalgewinnung
4.4.3 Personalentwicklung
4.4.4 Öffentlichkeitsarbeit
4.5 Diversity Scorecard
5. Betriebswirtschaftliche Bewertung von Diversity Management
5.1 Chancen und Risiken
5.2 Kosten von Diversity Management
5.2.1 Kosten zur Erfüllung rechtlicher Auflagen
5.2.2 Programmkosten
5.2.3 Opportunitätskosten
5.2.4 Risikokosten
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Implementierungsmöglichkeiten von Diversity Management innerhalb der städtischen Verwaltung von Ingolstadt. Ziel ist es, eine fundierte Bestandsaufnahme der aktuellen Belegschaftsstruktur vorzunehmen und daraus konkrete Handlungsvorschläge abzuleiten, um ein ganzheitliches Diversity-Konzept erfolgreich in die bestehenden Verwaltungsstrukturen zu integrieren.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Der demografische Wandel berührt in unterschiedlicher Weise nahezu sämtliche Bereiche der Kommune. Der Anteil an Menschen, die im erwerbsfähigen Alter sind, wird in Ingolstadt, so die Prognose des Statistischen Landesamtes Bayern, langfristig aus demografischen Gründen etwa ab 2010/2015 sinken. Aber nicht nur die Anzahl, sondern auch die Zusammensetzung des Erwerbspotenzials verändert sich. Während beispielsweise der Anteil der Jüngeren langfristig abnimmt, steigt der Anteil der Älteren.
Derzeitige und potenzielle zukünftige Mitarbeiter/-innen der Stadt Ingolstadt verfügen bereits über eine Fülle von Lebens- und Berufserfahrung, Werten und Sichtweisen. Dieses Potenzial, das derzeit nicht im vollen Umfang genutzt wird, gezielt in die Stadtverwaltung einzubringen, kann bereits einen großen Nutzen bringen. Globalisierung, Ausweitung der Europäischen Union, Politikstrategien für Ältere, Wertewandel der Gesellschaft, Interkulturelle Öffnung – diese Themen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, tragen den Aspekt Vielfalt bereits in sich. Die Bürger/-innen werden kritischer, es kommen unterschiedliche Bedürfnisse, kulturelle Gegebenheiten, Motivationen und Werte, die in den Prozessen der Verwaltung berücksichtigt werden müssen, hinzu. Die Umsetzung der integrationspolitischen Ziele der Kommune und auch die personalpolitischen Herausforderungen als Folge der demografischen Entwicklung erfordern ein ganzheitliches Diversity Management, das aus den Perspektiven des Finanz-, Organisations-, Personal-, Prozess-, Informations- und Wissensmanagements erfolgen muss.
„Diversity Management“ beschäftigt sich damit, die anstehenden Veränderungen nicht als Problem zu identifizieren, sondern diesen Wandel als Stärke und Ressource für die eigene Verwaltung zu erkennen. In den letzten Jahren stößt Diversity Management auf größeres Interesse – wenn auch vorerst überwiegend in der privaten Wirtschaft. In den kommunalen Verwaltungen, besonders bei der Stadt Ingolstadt ist vielfach die Erkenntnis über die Notwendigkeit und Bereitschaft zur Investition in die Mitarbeiter/-innen und ihr Potenzial noch zu wenig vorhanden. Einerseits liegt es vielleicht an den noch geringen Erkenntnissen und Erfahrungen, kapituliert sie möglicherweise vor der Komplexität des Themas. Wie bei allen wesentlichen strategischen Veränderungsprozessen werden vor allem an die Führungskräfte besondere Anforderungen gestellt. Um die Schlüsselrolle im demografischen Wandel wahrnehmen zu können, benötigen sie Unterstützung seitens des Personalmanagements, besonders im Bereich der Personalbeschaffung und Entwicklung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die demografische Ausgangslage ein und formuliert die Zielsetzung der Arbeit, ein ganzheitliches Diversity-Konzept für die Stadtverwaltung zu entwickeln.
2. Grundlegendes zum Diversity Management: Hier werden zentrale Begriffe definiert, das Konzept als betriebswirtschaftliche Reaktion auf Vielfalt erläutert und die rechtlichen Rahmenbedingungen wie das AGG dargelegt.
3. Ansätze zur strategischen Umsetzung von Diversity Management: Das Kapitel vergleicht verschiedene theoretische Modelle und Managementansätze, um Diversität nicht nur als moralische, sondern als strategische Ressource zu begreifen.
4. Kommunale Verwaltung der Stadt Ingolstadt: Eine detaillierte Analyse der lokalen Belegschaftsstruktur und der spezifischen Herausforderungen im Umgang mit verschiedenen Zielgruppen sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Verwaltung.
5. Betriebswirtschaftliche Bewertung von Diversity Management: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Kosten, Chancen und Risiken einer systematischen Einführung von Diversity-Maßnahmen auseinander.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Diversity Management für eine moderne Stadtverwaltung.
Diversity Management, Stadtverwaltung Ingolstadt, Demografischer Wandel, Personalentwicklung, Personalgewinnung, Interkulturelle Öffnung, Ganzheitliches Management, Balanced Scorecard, Antidiskriminierung, Arbeitsmarkt, Vielfalt, Organisationskultur, Gender Mainstreaming, Fachkräftemangel, Personalpolitik
Die Arbeit untersucht, wie die Stadtverwaltung Ingolstadt den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen kann, indem sie Diversity Management als strategisches Führungsinstrument implementiert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der demografischen Entwicklung, der theoretischen Einordnung von Diversity-Management-Ansätzen, der Untersuchung der städtischen Belegschaftsstruktur und der betriebswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Bewertung.
Das Ziel ist eine fundierte Bestandsaufnahme der Ausgangslage in Ingolstadt und die Erarbeitung von Handlungsvorschlägen für eine strategische Weiterentwicklung zu einer vielfältigeren und zukunftsorientierten Verwaltung.
Neben einer umfassenden Literatur- und Theorieanalyse wurden Experteninterviews mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung durchgeführt, um praxisnahe Einblicke und Meinungen zur Implementierung zu gewinnen.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte, die demografische Situation der Belegschaft, rechtliche Rahmenbedingungen sowie konkrete Steuerungsinstrumente wie die Balanced Scorecard.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Diversity-Strategie, interkulturelle Kompetenz, Personalmanagement, demografischer Wandel und kommunale Organisationsentwicklung beschreiben.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz dient als wesentliche rechtliche Grundlage, die Verwaltungen zur Antidiskriminierung verpflichtet und den Handlungsrahmen für Diversity-Maßnahmen definiert.
Die Experteninterviews verdeutlichen die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Wunsch nach Vielfalt und der praktischen Umsetzung im Verwaltungsalltag, was in die konkreten Handlungsempfehlungen einfließt.
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