Masterarbeit, 2013
120 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Theorieteil
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Häufigkeit von Mädchenkriminalität
2.3 Aktueller Forschungsstand
2.3.1 Klassische Ansätze
2.3.2 Feministische Theorien
2.3.3 Aktuelle Ansätze
2.3.4 Zusammenfassung
3. Ziele und Fragestellung für die eigene Studie
4. Methodik der Studie
4.1 Forschungsdesign – Qualitativ vs. Quantitativ
4.2 Methodenauswahl
4.3 Stichprobe
4.4 Durchführung der Datenerhebung und -erfassung
4.5 Datenauswertung
5. Ergebnisse
5.1 Ausgangspunkt der Untersuchung
5.2 Fallrekonstruktion
5.2.1 Fallrekonstruktion Susi
5.2.2 Fallrekonstruktion Nadine
5.2.3 Fallrekonstruktion Anja
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Fallrekonstruktionen und Typenbildung
5.3.1 Typenbildung 1: Die handlungsleitende Mutter-Tochter Beziehung
5.3.2 Typenbildung 2: Sucht nach Anerkennung – Doppelrolle im Selbstbild
6. Folgerungen für die Praxis
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht explorativ die Ursachen von Mädchenkriminalität durch eine ganzheitliche Betrachtung der Lebensläufe junger Frauen. Das primäre Ziel ist es, neue Erklärungsansätze zu entwickeln, indem die Bedeutung der familiären Mutter-Tochter-Beziehung, die Rolle von Peergroups und der Einfluss der Schule auf die Entwicklung delinquentem Verhaltens analysiert werden, um daraus praxisrelevante Schlussfolgerungen abzuleiten.
Institutionelle Einflüsse und soziale Kontrolle der Eltern
Auch die Kontrolle durch das Elternhaus wird nicht als begleitend und unterstützend, sondern als einengend wahrgenommen. Insbesondere die Kontrolle der Freizeit, Freunde und die Verantwortungsübernahme im häuslichen Bereich und die Verantwortung gegenüber von jüngeren Geschwistern, wurde von den jungen Frauen als belastend empfunden. Jungen hingegen sahen das Elternhaus lediglich als Versorgungsinstanz. Die Zuschreibung von männlichen und weiblichen Eigenschaften schränkt die Entwicklung der Mädchen ein und lässt psychische Erkrankung, wie Autoaggressionen und Essstörungen keimen.
Seus stellt fest, dass die Unterstützung durch Schule und Beruf, insbesondere bei Hauptschülerinnen, nur sehr eingeschränkt stattfand und meist auf eine Ausbildung in einen frauentypischen Beruf abzielte. Somit wurden die vorherigen Sozialisierungen der Familie unterstützt. Die Grenzen, die die Mädchen selbst setzten, wurden von allen Sozialisierungs- bzw. Kontrollinstanzen regelmäßig missachtet, sodass kriminelles Verhalten von Seus als verständlich angesehen wird. Im Gegensatz zu Männern, müssen sich junge Frauen erst Räume erschließen, da ihr Selbst- und Fremdbild häufig korrelieren, was letztendlich in kriminellen Verhalten münden kann.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit für Mädchenkriminalität und setzt das Ziel, dieses Phänomen als eigenständige, ganzheitliche Thematik zu betrachten.
2. Theorieteil: Dieses Kapitel liefert einen fundierten Überblick über verschiedene kriminologische Strömungen, von klassischen über feministische bis hin zu aktuellen Diskursanalysen, um das Verständnis für die Komplexität von Mädchenkriminalität zu schärfen.
3. Ziele und Fragestellung für die eigene Studie: Hier werden die explorativen Ziele der Arbeit formuliert, mit besonderem Fokus auf die Analyse familiärer Beziehungen, insbesondere der Mutter-Tochter-Ebene, und deren Auswirkung auf die kriminelle Entwicklung.
4. Methodik der Studie: Das Kapitel erläutert den methodischen Ansatz, basierend auf dem interpretativen Paradigma der qualitativen Sozialforschung, inklusive der Anwendung narrativer Interviews und der biografischen Fallrekonstruktion nach Rosenthal.
5. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die detaillierte Fallrekonstruktion von drei Mädchen (Susi, Nadine, Anja) und leitet daraus Typenbildungen ab, die die Ursachenzusammenhänge von Delinquenz verdeutlichen.
6. Folgerungen für die Praxis: Auf Basis der Ergebnisse werden kriminalpräventive Ansätze diskutiert, die insbesondere bei den familiären Sozialisationsbedingungen ansetzen und Räume für eine positive Identitätsentwicklung schaffen sollen.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die zentralen Ergebnisse der Arbeit unter Rückbezug auf den Forschungsstand zusammen und bestätigt die Relevanz der untersuchten Faktoren.
Mädchenkriminalität, Biografieforschung, Narrative Interviews, Sozialisation, Familie, Mutter-Tochter-Beziehung, Identitätsentwicklung, Delinquenz, Anerkennungssuche, Peers, qualitative Sozialforschung, Fallrekonstruktion, Gewaltprävention, Sozialkontrolle, Selbstbild
Die Arbeit untersucht die Ursachen von Kriminalität bei Mädchen und jungen Frauen aus einer kriminologischen Perspektive und analysiert dabei deren individuelle Lebensläufe.
Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung der Mutter-Tochter-Beziehung, die Rolle von Peergroups als Ersatzfamilien und der Einfluss der Schule auf die Sozialisation krimineller Mädchen.
Das Ziel ist es, explorativ neue Erklärungsansätze für weibliche Kriminalität zu finden, indem das Phänomen als ganzheitliche Thematik betrachtet wird, die über bloße statistische Erklärungsmodelle hinausgeht.
Die Autorin nutzt die Methode der biografischen Fallrekonstruktion nach Rosenthal, basierend auf narrativen Interviews mit drei betroffenen jungen Frauen.
Im Hauptteil erfolgen detaillierte Fallrekonstruktionen von drei Probandinnen, aus denen typologische Muster für die Entstehung von kriminellem Verhalten bei Mädchen abgeleitet werden.
Wichtige Begriffe sind Mädchenkriminalität, Identitätsentwicklung, Familiendynamiken, Delinquenz, Anerkennungssuche und qualitative Biografieforschung.
Die Studie zeigt, dass eine als vernachlässigend oder überfordernd erlebte Beziehung zur Mutter das Risiko für kriminelles Verhalten erhöht, da die Mädchen keine ausreichenden Kompetenzen für eine positive Identitätsbildung erlernen.
Die untersuchten Mädchen nehmen die Schule eher als Kontrollorgan wahr, das nicht zur Interessenfindung oder Identitätsstärkung beiträgt, weshalb sie sich frühzeitig in außerschulische, teils delinquente Räume flüchten.
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