Masterarbeit, 2013
121 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Aufgabenstellung und Ziel der Arbeit
2. Eckdaten zum Reiseverhalten im nationenspezifischen Kontext
2.1 Deutsche
2.2 Italiener
3. Kulturspezifische Reisegewohnheiten
3.1 Theoretische Grundlagen
3.1.1 Kultur und Nationalität
3.1.2 Kultur und Verhalten
3.1.3 Verhalten und kulturspezifische Gewohnheit
3.1.4 Kultur und individuelle Wahrnehmung
3.2 Einführung in die empirische Untersuchung
3.2.1 Informationen zu den verwendeten Onlineplattformen
3.2.2 Struktur der Analyse
3.2.3 Thesen
4. Korpusanalyse
4.1 Hotel Berna Mailand
4.2 InterCityHotel München
4.3 Hotel Borgo Pantano Syrakus
4.4 Resümierende Betrachtung der Ergebnisse
5. Fehlerquellen
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturspezifischen Reisegewohnheiten von deutschen und italienischen Touristen im Rahmen von Hotelaufenthalten. Durch eine kontrastive Analyse von Hotelbewertungen auf Onlineportalen wie Tripadvisor und Booking.com soll geklärt werden, wie subjektive Wahrnehmungen und Erwartungen an Hotelleistungen national geprägt sind und wie sich diese in unterschiedlichen Prioritätensetzungen bei der Beurteilung von Hotels widerspiegeln.
3.1.2 Kultur und Verhalten
Wenngleich Verhalten und kulturelle Prägung nicht zwangsläufig Hand in Hand gehen, existieren dennoch kulturspezifische Verhaltensunterschiede, die in diversen interkulturellen Kontexten zum Tragen kommen können. Dies soll im Folgenden näher erläutert werden.
Die wohl bekannteste empirische Untersuchung über den Zusammenhang zwischen Kultur und Verhalten wurde bereits in den siebziger Jahren von Geert Hofstede durchgeführt, der in diesem Rahmen die arbeitsbezogenen Wertvorstellungen der Mitarbeiter des Konzerns IBM in insgesamt 53 Tochtergesellschaften erfragte und auswertete. Nach mehrfacher Überarbeitung und Ergänzung konnten fünf Dimensionen landeskultureller Unterschiede formuliert werden, die auf unterschiedlicher „mentaler Programmierung“ (Hofstede 2001, 1) beruhen und wie folgt lauten: Machtdistanz, Individualismus/Kollektivismus, Maskulinität/Femininität, Unsicherheitsvermeidung und langfristige/kurzfristige Orientierung (vgl. ebd.). Für vorliegende Arbeit ist besonders die Dimension der Unsicherheitsvermeidung von Bedeutung und wird daher im Zusammenhang mit der Korpusanalyse erneut in Betracht gezogen. Dabei geht es um „the extent to which a culture programs its members to feel either uncomfortable in unstructured situations” (ebd., 1). Kulturen mit starkem Streben nach Unsicherheitsvermeidung tendieren zu Regeln und Strukturiertheit im Leben. Dies ist ein Merkmal der deutschen Kultur, während Italiener ungeplanten Veränderungen generell gelassener gegenüberstehen.
Eine weitere Dimension, die 1976 von Edward T. Hall eingeführt wurde, bezieht sich auf die low context- und high context-Kulturen. Dabei geht es um den Wert der direkten im Gegensatz zur indirekten Kommunikation: bei Ersterer besteht ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Informationsvielfalt, während bei Letzterer die Tatsachen allgemein bekannt sind und deshalb nicht explizit artikuliert werden müssen. In high context-Kulturen wird deshalb häufig wird auch mithilfe von nonverbalen Elementen wie Mimik und Gestik kommuniziert. Die italienische Kultur ist laut Hall besonders high context-geprägt, da die Italiener “have extensive information networks among family, friends, colleagues, and clients and […] are involved in close personal relationships” (Hall 1990, 6). Die hier thematisierte italienische Beziehungsorientiertheit wird im Verlauf vorliegender Untersuchung noch häufiger eine Rolle spielen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation und das Ziel der Arbeit dar, das darin besteht, Reisegewohnheiten durch die Analyse von Hotelbewertungen im Internet zu untersuchen.
2. Eckdaten zum Reiseverhalten im nationenspezifischen Kontext: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zum Reiseverhalten der Deutschen und Italiener, insbesondere im Hinblick auf Reiseziele, Urlaubsarten und die Rolle des Internets bei der Buchung.
3. Kulturspezifische Reisegewohnheiten: Der theoretische Teil diskutiert Konzepte wie Kulturdimensionen (Hofstede, Hall) und den Konstruktivismus, um Unterschiede in Wahrnehmung und Erwartungshaltung bei Hotelaufenthalten zu begründen.
4. Korpusanalyse: Hier erfolgt die detaillierte Auswertung von Hotelbewertungen dreier ausgewählter Hotels (Mailand, München, Syrakus) hinsichtlich spezifischer Kategorien wie Frühstück, Mitarbeiter und Lage.
5. Fehlerquellen: Dieses Kapitel reflektiert mögliche Manipulationen durch gefälschte Bewertungen sowie die Herausforderungen bei der Nutzung von Nationalität als einzigem Differenzierungskriterium.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Reisegewohnheiten durch Hotelbewertungen belegt werden können, wobei eine qualitative Betrachtung meist aufschlussreicher ist als eine rein quantitative.
Reiseverhalten, Hotelbewertung, Kulturspezifika, Deutschland, Italien, Onlineplattformen, User-generated content, Kulturdimensionen, Unsicherheitsvermeidung, High-Context-Kultur, Low-Context-Kultur, Tourismus, Korpusanalyse, Konstruktivismus, Reisegewohnheiten
Die Arbeit untersucht, wie sich deutsche und italienische Touristen in ihren Beurteilungen von Hotels unterscheiden und welche kulturspezifischen Reisegewohnheiten sich daraus ableiten lassen.
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Internet-Hotelbewertungen, der Vergleich nationaler Reisegewohnheiten sowie die Anwendung interkultureller Kulturtheorien auf das Hotelgewerbe.
Ziel ist es, zu identifizieren, ob und wie sich Reisegewohnheiten und Erwartungshaltungen zwischen deutschen und italienischen Hotelgästen unterscheiden, indem frei formulierte Online-Rezensionen kontrastiv ausgewertet werden.
Es wird eine Korpusanalyse von rund 170 Hotelbewertungen durchgeführt, wobei quantitative Datenauswertung (Dummy-Kodierung) durch eine qualitative, inhaltliche Interpretation der Kommentare ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert drei spezifische Hotels (Stadthotels in Mailand und München sowie ein sizilianisches Ferienhotel) anhand von Kategorien wie Frühstück, Mitarbeiter, Lage und Zimmer.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Reiseverhalten, Hotelbewertung, Kulturspezifika, interkulturelle Kommunikation sowie die spezifischen Kulturtheorien von Hofstede und Hall.
Die Kulturfähigkeit ermöglicht es Gästen, sich im fremden Land anzupassen und Gegebenheiten anders zu bewerten, als sie es von ihrem Heimatland gewohnt sind, was oft einen Vergleich mit der heimischen Norm provoziert.
Die Arbeit zeigt, dass deutsche Gäste stärker auf eine klare Infrastruktur und Beschilderung angewiesen sind, während italienische Gäste aufgrund lokaler Kenntnisse mit den Gegebenheiten vertrauter sind.
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